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Makroökonomie: Auf Wiedervorlage




10.07.18 12:45
La Financière de l´Echiquier

Paris (www.aktiencheck.de) - Jede Woche das gleiche Lied: Der Handelskrieg zieht noch immer alle Aufmerksamkeit auf sich und die Märkte bleiben nervös, so Olivier de Berranger, Chief Investment Officer und Enguerrand Artaz, Cross Asset Manager bei La Financière de L'Echiquier.

In solch einem Umfeld würden bloße Gerüchte genügen, um große Kursbewegungen auszulösen.

Zu Beginn der vergangenen Woche seien die Märkte abermals abgesackt. Vorausgegangen sei eine Drohung der Europäischen Union (EU), als Vergeltung für US-Maßnahmen Zölle auf US-Produkte im Wert von 294 Milliarden US-Dollar zu verhängen. Als der US-Finanzminister mit den Gerüchten aufgeräumt habe, dass Donald Trump den Rückzug der USA aus der Welthandelsorganisation plane und der US-Präsident bestätigt habe, dass die USA "für den Augenblick" nichts vorhätten, hätten sich die Märkte jedoch wieder etwas beruhigt. Am Donnerstag hätten sich die Märkte dann deutlich erholt: Grund dafür seien die Gerüchte gewesen, dass Donald Trump die drohenden Zölle auf europäische Autos aussetzen würde, falls die EU die Zölle auf US-Autos aufhebe.

Tatsächlich würden die Zölle auf in die USA importierte europäische Autos 2,5% betragen, während die Zölle auf US-Autos, die nach Europa importiert würden, sich auf 10% belaufen würden. Gleich darauf habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Verhandlungen über die Senkung der Zölle bereit erklärt. Eine Haltung, die jedoch von den anderen europäischen Ländern, insbesondere Frankreich, kaum geteilt werde. Letztlich seien dies alles jedoch nur Gerüchte und Erklärungen gewesen. Handfeste Fakten hingegen würden merkwürdigerweise keine derartigen Reaktionen an den Märkten auslösen.

Jenseits des Atlantiks sei aus den veröffentlichten Protokollen der US-Notenbank FED neben einem zur Schau gestellten Vertrauen in die Wachstumsaussichten und einem insgesamt restriktiveren Tonfall vor allem hervorgegangen, dass die Mitglieder des Offenmarktausschusses die Folgen des Handelskrieges diskutiert hätten. Insbesondere hätten einige Mitglieder berichtet, dass mehrere ihrer Kontaktpersonen in den Sektoren Aluminium und Stahl bereit seien, ihre Verkaufspreise anzuheben, um die neuen Zölle auszugleichen, jedoch nicht, in Produktionskapazitäten zu investieren. Kurzum: importierte Inflation ohne Erhöhung des Wachstumspotenzials. Ein wenig verheißungsvolles Szenario.

Schließlich sei am letzten Freitag das Inkrafttreten der US-Zölle in Höhe von 25% auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden US-Dollar verkündet worden, was zu chinesischen Zöllen in gleichem Umfang geführt habe. Dieses Mal seien es jedoch nicht nur Ankündigungen gewesen, sondern Amerikaner und Chinesen seien konsequent geblieben. Donald Trump habe sogar seinen Handelsbeauftragten ersucht, zusätzliche "chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar für weitere Zölle in Höhe von 10% zu identifizieren".

Auch wenn die Entwicklungen in der durch den amerikanischen Unabhängigkeitstag verkürzten Woche schwierig zu interpretieren sind, verfestigt sich dennoch ein Eindruck von Unordnung an den Märkten, die einfach nicht mehr wissen, wie es weitergeht, so die Experten von La Financière de L'Echiquier. (10.07.2018/ac/a/m)







 
 
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