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Märkte im Wahlkampffieber - Die Unsicherheit regiert




17.09.20 10:40
Grüner Fisher Investments

Rodenbach (www.aktiencheck.de) - Sobald der US-Wahlkampf in seine heiße Phase eintritt, sorgt immer eine polarisierende Rhetorik für zusätzliche Verunsicherung bei den Marktteilnehmern, so die Experten von Grüner Fisher Investments.

Rund sieben Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sei diese heiße Phase wieder einmal erreicht. Ein guter Zeitpunkt, um sich als Anleger vor Augen zu führen, dass die aktuelle Stimmungslage ein normaler Bestandteil des US-Wahlzyklus sei und keine hektischen Portfolioveränderungen hervorrufen sollte. Aktienmärkte seien sehr gut darin, Möglichkeiten zu überblicken und sie auf wahrscheinliche Ergebnisse zu reduzieren, während der November näher rücke. Daraus resultiere eine sinkende politische Unsicherheit, die normalerweise Rückenwind für Aktien bedeute - das Börsenjahr 2020 sollte hier keine Ausnahme darstellen.

Im Rahmen ihrer Wahlkampagne würden sich die Kandidaten nicht scheuen, extreme Szenarien und mögliche Handlungen aufzuzeigen, um die Aufmerksamkeit der potenziellen Wähler zu wecken. Marktbeobachter, die alles für bare Münze nehmen würden, würden somit vor beiden Seiten warnen. So werde dem Demokraten Joe Biden eine extrem linksgerichtete, "marktschädliche" Agenda zugeschrieben, auf der anderen Seite fürchte man sich vor Donald Trumps unkalkulierbaren Eskapaden. Er könnte beispielsweise seine ablehnende Haltung gegenüber China verschärfen und somit diverse Lieferketten und den globalen Handel auf den Kopf stellen.

Das Gute daran sei, dass US-Präsidenten nicht wirklich alles umsetzen könnten oder wollten, was sie im aggressiven Wahlkampf von sich geben würden. Sie würden als Amtsinhaber eher in die Rolle eines Moderators wechseln, da radikale Vorhaben in der Regel "systemseitig" durch das Prinzip der "Checks und Balances" ausgebremst würden. Zudem habe die Wiederwahl oberste Priorität - es gelte also, unabhängige Wähler nicht mit radikalen neuen Gesetzen vor den Kopf zu stoßen.

Wie hoch sei die Wahrscheinlichkeit einer umfassenden Gesetzgebung, die Gewinner und Verlierer schaffe, Eigentumsrechte verändere oder den täglichen Handel erschwere? Aktienmärkte würden die Wahrscheinlichkeit für diese grundlegende Frage abwägen und hätten dabei keine wirkliche Präferenz für eine Partei oder einen Politiker. Dennoch seien durchaus einige starke Trends zu beobachten, die auch im US-Wahljahr 2020 zu beachten seien. Tendenziell seien Wahljahre gute Börsenjahre, wobei sich die positive Dynamik oft erst gegen Jahresende entfalten könne, sobald die im Wahlkampf aufgebaute Unsicherheit wieder schwinde.

In erster Instanz seien die Renditen am Markt besser, wenn der republikanische Kandidat gewinne - ein neu eingesetzter Demokrat schüre tendenziell die Sorge der Marktteilnehmer vor Umverteilungen. Im ersten Amtsjahr gleiche sich dieser Effekt allerdings wieder aus. Der Republikaner könne die hohe Erwartungshaltung nicht erfüllen, der Demokrat bewege sich ebenso in die politische Mitte und überrasche somit positiv. In der Summe seien die Ergebnisse am Markt sehr ähnlich - ein Beleg dafür, dass Aktienmärkte keine wirklichen Präferenzen für eine politische Partei zeigen würden.

Die US-Wahl rücke näher, und insbesondere im Börsenjahr 2020 sollte eine aggressive Rhetorik in der heißen Wahlkampfphase nicht überraschen. Donald Trump und Joe Biden würden eine öffentliche Fehde austragen, als Anleger sollte man sich davon allerdings nicht beeindrucken lassen. Aktienmärkte würden diese Vorgänge mit hohem Pragmatismus bewerten - langfristig orientierte Anleger sollten sich diesem Prinzip anschließen. (17.09.2020/ac/a/m)






 
 
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