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MS Industrie: Wertschöpfende Transaktion - Aktienanalyse




15.04.19 17:36
GBC AG

Augsburg (www.aktiencheck.de) - MS Industrie-Aktienanalyse von der GBC AG:

Cosmin Filker und Matthias Greiffenberger, Analysten der GBC AG, raten in einer aktuellen Aktienanalyse weiterhin zum Kauf der Aktie der MS Industrie AG (ISIN: DE0005855183, WKN: 585518, Ticker-Symbol: MSAG) und erhöhen das Kursziel von 5,60 auf 6 Euro.

Mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 22.03.19 habe die MS Industrie AG den Verkauf des Powertrain-Bereiches in Nordamerika bekannt gegeben. Über die zu veräußernde Tochtergesellschaft MS Industries Inc. agiere die Gesellschaft, wie auch schon in Deutschland und Europa, vornehmlich als Lieferant von Ventiltriebsystemen für den Daimler-Weltmotor.

Die in Webberville (Michigan) ansässige US-amerikanische Tochtergesellschaft werde an die Gnutti Carlo-Gruppe veräußert. Allerdings seien gemäß Unternehmensangaben vorher noch die in 2019 erworbene Betriebsimmobilie sowie das Ultraschallgeschäft (UTG) in Nordamerika aus der US-amerikanischen Tochter herausgelöst worden. Es sei dabei geplant, zunächst einen Teil der Betriebsimmobilie für die Fortsetzung des UTG-Segmentes zu nutzen sowie die nicht notwendigen Flächen langfristig an den Erwerber Gnutti zu vermieten.

Dem Verständnis der Analysten der GBC AG nach umfasse diese Transaktion drei Komponenten. Als Barkomponente werde im laufenden Geschäftsjahr sowie in den kommenden drei Geschäftsjahren ein nicht konkret bezifferter Kaufpreis entrichtet. Als zweite Komponente sei die langfristige Vermietung der Betriebsimmobilie in Webberville zu sehen, wodurch zumindest für die kommenden 10 Jahre stetige Mieteinnahmen erwirtschaftet würden. Schließlich werde der aktuell bestehende Liefervertrag (ca. 10 Mio. USD p.a.) für Lagerböcke mit der in Zittau ansässigen MS PowerTec GmbH langfristig fortgesetzt. Diese Transaktion enthalte folglich auch eine strategische Komponente, wodurch die beiden Wettbewerber im Powertrainbereich in einer stärkeren wechselseiteigen Beziehung zueinander treten würden.

Mit der Veräußerung des US-amerikanischen PTG-Segments werde in erster Linie die Abhängigkeit zum größten MS Industrie-Kunden Daimler erheblich reduziert. Bislang sei Daimler für insgesamt rund 60% der Konzernumsätze verantwortlich gewesen. Nach dem Wegfall der nahezu ausschließlich mit Daimler erzielten Umsätze in Höhe rund 80 Mio. Euro sollte der Umsatzanteil mit diesem größten Kunden auf ca. 40% fallen. Damit verbunden sei
auch der strategisch geplante Bedeutungsgewinn des Ultraschall-Segments, welcher in den kommenden Geschäftsjahren, bei einer höheren Wertschöpfung als im Powertrainbereich, dynamisch wachsen solle.

Zunächst werde das laufende Geschäftsjahr durch den Wegfall der nordamerikanischen PTG-Erlöse (ab April 2019) von rückläufigen Umsätzen geprägt sein. Den Annahmen der Analysten der GBC AG zur Folge sollte in den restlichen drei Quartalen 2019 ein Umsatzvolumen von insgesamt rund 60 Mio. Euro wegfallen. Für 2019 hätten die Analysten bislang eine Konzern-EBIT-Marge in Höhe von 5,6% unterstellt. Von diesem Wert ausgehend, dürfte sich der EBIT-Rückgang auf rund 4,5 Mio. Euro pro Jahr belaufen, wobei die Analysten für 2019, aufgrund des nicht ganzjährigen Wegfalls, von einem EBIT-Rückgang in Höhe von 3,50 Mio. Euro ausgehen würden. Dem stünden aber einmalige buchhalterische Entkonsolidierungseffekte in Höhe von rund 17 Mio. Euro entgegen.

Für das kommende Geschäftsjahr 2020 sollte dabei eine ganzjährige Auswirkung der Umsatz- und Ergebnisreduktion sichtbar werden. Allerdings sollte dieser Effekt durch eine stärkere Konzentration auf den margenstarken UTG-Bereich etwas abgemildert werden.

Den reduzierten Prognosen stünden jedoch Kaufpreiszuflüsse sowie, wie dargestellt, langfristige Mieterträge und eine langfristige Lieferantensicherung mit dem Standort Zittau entgegen. Als Barkomponente würden die Analysten der GBC AG einen EBIT-Faktor zwischen 6 und 8 unterstellen, so dass, bezogen auf das jährliche EBIT in Höhe von ca. 4,5 Mio. Euro, liquide Mittel zwischen 27 Mio. und 36 Mio. Euro zufließen sollten. Der Barmittelzufluss könnte dabei für die Schuldenreduktion, als Grundlage für mögliche Akquisitionen im Ultraschallsegment sowie im geringen Umfang für die Ausschüttung einer Sonderdividende verwendet würden. Entsprechend hätten die Analysten eine Minderung der Finanzaufwendungen und damit eine Verbesserung der Bilanzqualität in ihrem Bewertungsmodell berücksichtigt. Darüber hinaus würden sie die Ausschüttung einer Sonderdividende für 2019 in Höhe von 0,09 Euro je Aktie unterstellen.

Mit Corporate News vom 11.04.2019 habe die MS Industrie AG zudem den Gewinn eines neuen renommierten LKW-Kunden für den Powertrain-Bereich ab 2021 bekannt gegeben. Die damit verbundene Risikoreduktion und breitere Aufstellung der Kundenbasis sei als ein wichtiger Meilenstein in der Unternehmensentwicklung der MS Industrie AG zu verstehen. Das hieraus stammende zusätzliche Zielumsatzvolumen in Höhe von 25 bis 30 Mio. Euro sollte im Jahr 2026 erreicht werden.

In ihrem angepassten DCF-Bewertungsmodell hätten die Analysten der GBC AG aber eine Umsatzverschiebung zugunsten der margenstärkeren UTG-Umsätze in ihre langfristigen EBIT-Margenerwartungen berücksichtigt. Nunmehr würden sie mit EBIT-Margen oberhalb von 7,0% (bisher: 6,1% bis 6,6%) rechnen. Darüber hinaus finde sich die damit vorliegende geringere Konjunktursensitivität in den niedrigeren Kapitalkosten in Höhe von 7,9% (WACC bislang: 8,2%) wieder. Als Ergebnis des DCF-Bewertungsmodells hätten die Analysten ein Kursziel in Höhe von 6 Euro (bisher: 5,60 Euro) je Aktie ermittelt und würden damit die aktuelle Transaktion als wertschöpfend einstufen.

Ausgehend vom aktuellen Kursniveau vergeben Cosmin Filker und Matthias Greiffenberger, Analysten der GBC AG, für die MS Industrie-Aktie weiterhin das Rating "kaufen". (Analyse vom 15.04.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Börsenplätze MS Industrie-Aktie:

Xetra-Aktienkurs MS Industrie-Aktie:
3,28 EUR 0,00% (15.04.2019, 12:13)

Tradegate-Aktienkurs MS Industrie-Aktie:
3,34 EUR +1,83% (15.04.2019, 11:50)

ISIN MS Industrie-Aktie:
DE0005855183

WKN MS Industrie-Aktie:
585518

Ticker-Symbol MS Industrie-Aktie:
MSAG

Kurzprofil MS Industrie AG:

Die MS Industrie AG (ISIN: DE0005855183, WKN: 585518, Ticker-Symbol: MSAG) mit Sitz in München ist die börsennotierte Muttergesellschaft einer fokussierten Industriegruppe mit den Geschäftsfeldern Antriebstechnik ("Powertrain Technology Group": Systeme und Komponenten für schwere Verbrennungsmotoren und kundenspezifische Elektromotoren) und Ultraschalltechnik ("Ultrasonic Technology Group": Sondermaschinen sowie Ultraschallsysteme und -komponenten). Zu den wesentlichen Kundenbranchen zählen die weltweite Nutzfahrzeug- und die Pkw-Industrie, gefolgt von der Verpackungsmaschinenindustrie und dem allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau.

Im Rahmen ihrer Strategie konzentriert sich die MS Industrie AG auf vorwiegend organisches Wachstum und Beteiligungen innerhalb der bestehenden industriellen Kernkompetenzen, flankiert durch Engagements im industriellen Immobiliensektor sowie ergänzende Dienstleistungen. (15.04.2019/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
 
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005855183 585518 3,96 € 2,60 €
Metadaten
Rating:kaufen
Ratingstufe:kaufen
Ratingentwicklung:reiterated
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Kursziel (alt):5.6 - 0
Kursziel Einheit:EUR - Euro
Kursziel Horizont:18 Monate
KGV:4,86
Umsatz-Schätzung:2019234
 2020227.82
Analysten: Matthias Greiffenberger
  Cosmin Filker
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
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Düsseldorf 3,23 € +0,62%  18.04.19
Frankfurt 3,22 € 0,00%  18.04.19
Hamburg 3,19 € 0,00%  18.04.19
München 3,27 € 0,00%  18.04.19
Xetra 3,25 € -0,61%  18.04.19
Berlin 3,26 € -0,61%  18.04.19
Stuttgart 3,21 € -0,93%  18.04.19
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