METRO geht mit ihren Elektronikmärkten in die Offensive


17.10.11 12:32
aktiencheck.de EXKLUSIV

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die METRO AG (ISIN DE0007257503 / WKN 725750), eine in Düsseldorf ansässige Dachgesellschaft mehrerer Großhandels- und Einzelhandelsunternehmen, sucht den Nachfolger für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes. Die Ankündigung von Cordes, seinen bis Ende Oktober 2012 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen, kam recht überraschend und ist mit Sicherheit ein Verlust für den Handelskonzern. Im Hinblick auf die anstehenden, notwendigen strategischen Entscheidungen hat sich die Lage für die METRO AG mit dieser Abschiedsankündigung zusätzlich kompliziert.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Herrn Oliver Steinert, dem Bereichsleiter Investor Relations der METRO AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Ihre beiden Elektronikmärkte Media Markt und Saturn gehörten lange Zeit zu den erfolgreichsten Sparten des METRO-Konzerns. Mittlerweile haben sie sich allerdings zu einem Sorgenkind entwickelt. Mit der Einführung von saturn.de sowie Media Markt Online wollen Sie diesen Geschäftsbereich wieder auf die Spur bringen. Ist das Online-Geschäft Ihrer Meinung nach ein probates Mittel, um für den nachhaltigen Turnaround bei Ihren Elektronikmärkten zu sorgen oder nur der Teil einer wohl längst fälligen Neustrukturierung und -orientierung dieser Konzern-Sparte?

METRO: Die Online-Offensive umfasst weit mehr als die Online-Shops von Media Markt und Saturn. Die strategische Neuausrichtung setzt auf die Verzahnung unseres stationären Geschäfts mit den Online-Shops - also eine Mehrkanalstrategie - sowie den raschen Ausbau des Onlinegeschäfts über reine Onlineshops, derzeit mit unserer Platform Redcoon. Die enge Verknüpfung des stationären Geschäfts mit den neuen Onlineaktivitäten bietet den Kunden einen Mehrwert gegenüber unseren reinen Online-Wettbewerbern. Neben Einkauf und Beratung im Markt haben die Kunden von Media Markt und Saturn die Möglichkeit, Waren online zu bestellen und sich dann entweder nach Hause liefern zu lassen oder das bestellte Produkt direkt im Markt abzuholen. Reklamationen und Retouren können unabhängig davon, wo die Ware gekauft wurde, über die Märkte oder die Onlineshops abgewickelt werden. Zudem bieten wir weitere Dienstleistungen wie z.B. die Installation der Produkte an.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Bis auf die schwierige Lage bei Ihren Elektronikmärkten hellt sich die Lage im METRO-Konzern inzwischen wieder etwas auf. Vor allem die Segmente Cash & Carry und Real entwickeln sich besser. In letzter Zeit zeichnet sich Presseberichten zufolge sogar die Möglichkeit ab, dass die deutschen Real-Märkte jetzt doch nicht verkauft werden, sondern Teil Ihres Konzerns bleiben. Wann wollen Sie über die Zukunft Ihrer Supermarkt-Tochter endgültig entscheiden? Erwägen Sie für Real auch andere Optionen als nur den Verbleib im Konzern oder die Veräußerung?

METRO: Real hat sich zuletzt sehr erfreulich entwickelt. Im 2. Quartal 2011 haben wir sowohl Ergebnis als auch den Umsatz auf vergleichbarer Fläche gesteigert. Auch in Deutschland, wo wir über 300 Real-Märkte haben, machen wir große Fortschritte. Zudem läuft der Onlineshop von Real sehr gut und bietet mittlerweile ein Sortiment mit über 9.000 Artikeln. Auch mit unserem Real-Drive-Konzept bieten wir unseren Kunden eine innovative und sehr zeitsparende Möglichkeit des Einkaufs. Rund 5.000 Produkte des täglichen Bedarfs, vor allem Lebensmittel, können online vorbestellt und kurze Zeit später im Markt abgeholt werden. Durch all diese positiven Entwicklungen haben wir für unsere SB-Warenhaussparte wieder verschiedene strategische Optionen. Eine davon ist natürlich auch der Verbleib innerhalb der METRO Group.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die METRO AG hat sich von weiteren Immobilien in Italien getrennt. Insgesamt 20 Standorte Ihrer Großhandelssparte METRO Cash & Carry wurden in einen geschlossenen Immobilienfonds eingebracht und verkauft. Anschließend haben Sie die Immobilien langfristig zurückgemietet. Auch in anderen europäischen Ländern prüft Ihre Gesellschaft die Möglichkeit, Immobilienfonds aufzulegen. Welche positiven Effekte versprechen Sie sich von dieser Maßnahme?

METRO: Die Fondsplatzierungen sind für uns ein erfolgreiches Instrument des aktiven Immobilienmanagements. Mit unserer Tochtergesellschaft METRO Properties sind wir in der Lage, den Wert unserer Immobilien systematisch zu steigern. Zugleich investieren wir in einem höheren Umfang in neue Immobilien in Wachstumsregionen als wir Immobilien in reifen Märkten verwerten. Davon versprechen wir uns eine erhebliche Wertsteigerung in der Zukunft. Unterm Strich wächst also unser Immobilienvermögen. Derzeit befinden sich 693 Standorte im Eigentum der METRO Properties.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Den Erlös aus dem Immobilenverkauf will die METRO AG in den Erwerb neuer Standorte in den Wachstumsmärkten Osteuropas und Asiens investieren. Die internationale Expansion Ihres Konzerns soll damit weiter vorangetrieben werden. Sehen Sie künftig die größte Wachstumsfantasie für Ihr Geschäft außerhalb der etablierten Märkte in Westeuropa? Welche Rolle in Ihrer Geschäftsstrategie spielt mittel- und langfristig der Heimatmarkt Deutschland?

METRO: Unsere Vertriebslinien konzentrieren sich bei ihrer internationalen Expansion vorrangig auf Märkte mit steigender Wirtschaftskraft und positiver Kaufkraftentwicklung. Dazu zählen insbesondere die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens und Osteuropas. In Ländern wie Russland, der Türkei, China, Indien oder demnächst in Indonesien haben wir die Chance, am steigenden Lebensstandard und an der zunehmenden Kaufkraft von Millionen Menschen zu partizipieren. In den weitgehend saturierten Märkten Westeuropas hingegen können wir Umsatzsteigerungen vor allem durch neu ausgerichtete Vertriebskonzepte wie Belieferung und den Ausbau der Eigenmarken erzielen. Dennoch ist Deutschland der größte Markt für die METRO Group, in dem wir mehr als ein Drittel unseres Umsatzes erzielen und über 100.000 Mitarbeiter beschäftigen. Unsere breite internationale Aufstellung stärkt die Unabhängigkeit von konjunkturellen Schwächephasen in einzelnen Ländern beziehungsweise Regionen, macht uns aber nicht immun.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der METRO AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (17.10.2011/ac/e/i)






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