Kolumnist: Feingold-Research

Lufthansa – jetzt schon einsteigen?




09.09.19 09:34
Feingold-Research

Die Aktie von Deutsche Lufthansa steckt in Turbulenzen. Seit Jahresbeginn sackte das Papier der Airline um knapp ein Drittel ab und seit Anfang 2018 summieren sich die Verluste bereits auf über 50 Prozent. Die Gründe für den Sinkflug waren unter anderem die starke Konkurrenz der Billigflieger in Europa, steigende Kerosinkosten und die Unsicherheit über die weltweite Konjunktur. Im Juni wartete der Kranich mit einer Gewinnwarnung auf. Anleger greifen zum Discounter HZ1W34 oder zum Discount-Call HZ0PUQ. Wer es offensiver mag, dem empfehlen wir den Bull GA5RG0 von Goldman Sachs. Dabei erklärte Carsten Spohr, CEO der Deutschen Lufthansa, dass Eurowings 2019 erneut in die roten Zahlen fliegt und frühestens 2020 die Gewinnzone erreicht. Ende Juli wurden die Zahlen für das zweite Quartal auf den Tisch gelegt. Demnach sank der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 70 Prozent.


Dass die Airline demnächst wieder in den nachhaltigen Steigflug umschwenkt zeichnet sich zwar noch nicht ab. Nach dem Sinkflug der zurückliegenden Monate ist nach Angaben von Thomson Reuters dennoch ein großer Teil der Analysten mittelfristig  optimistisch für die Aktie gestimmt.


Spohr hat bereits Kurskorrekturen vorgenommen und den Ausbau des Flugangebots bei Eurowings zunächst gestoppt und Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Bis 2020 soll die Billigflieger-Tochter in die schwarzen Zahlen fliegen. Einen Beitrag dazu soll der Fokus auf eine standardisierte Flotte der A320-Familie beitragen. Auf diese Weise können Wartungskosten reduziert werden. Darüber hinaus soll Brussels Airlines stärker in das Netzwerk von Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines integriert werden. Ziel ist, die Kosten bis 2022 um 15 Prozent zu senken.


Die Verkehrszahlen für die ersten sieben Monate des Jahres zeigen, dass die Fluggäste durchaus auf die Airlines der Lufthansa-Gruppe fliegen. So stieg die Zahl der Fluggäste bis Juli um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der Sitzladefaktor verbesserte sich auf 81,8 Prozent. Die starken Marken und das Wachstumspotenzial von Eurowings könnten nach Einschätzung der Experten der Treibstoff für eine Erholung sein. Angesichts eines KGV von 4,6 und einer Dividendenrendite von 6,0 Prozent (Quelle: Thomson Reuters) scheint ein Teil der Risiken eingepreist und die Aktie moderat bewertet. Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Auswirkungen des Preiskampfes mit Easyjet und Ryanair könnten das Papier in den nächsten Wochen jedoch noch belasten.


Quelle: Onemarkets, eigene



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