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Ein Licht am Ende des Tunnels




18.11.20 10:12
AXA Investment Managers

Köln (www.aktiencheck.de) - Es scheint, als hätten wir den Punkt erreicht, an dem auch rational ein Wachstum jenseits der Bereiche Online-Shopping, Kommunikation, Zahlungssysteme und Distribution erwartet werden kann, so Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments.

Wenn alles gut verlaufe, sollten die Volkswirtschaften kommendes Jahr durch einen Coronavirus-Impfstoff wieder vollständig öffnen können. Der Übergang vom defensiven Bullenmarkt zu einem offensiveren, zyklischen Markt könnte die Folge sein. Wichtig sei dafür jedoch, wann sich die soziale Mobilität wieder normalisieren werde - und das sei noch nicht prognostizierbar. Gegenwärtig seien die Infektionszahlen in den Vereinigten Staaten noch sehr hoch und würden weiter steigen. Die Euphorie, die durch das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen und die Ankündigung des Impfstoffs ausgelöst worden sei, werde einer nüchternen Analyse darüber weichen, wie lange und kontinuierlich der Weg zur Erholung sein werde.

Während dieser voraussichtlich auch holprige Abschnitte beinhalten werde, böten die Anleihenmärkte einen guten Einstiegspunkt, um einen gewissen Schutz vor solchen "unvermeidlichen Enttäuschungen" zu bieten. Entscheidend sei: Für alle sei nun ein deutliches Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Das habe Auswirkungen auf die Zinserwartung. Eine schnellere Rückkehr zur Normalität könnte den Zeitraum verkürzen, bis die Federal Reserve und andere Zentralbanken ihre Politiken anziehen würden, auch wenn das noch einige Jahre dauern könnte. Die Forward-Zinsen, heute gehandelte zukünftige Zinssätze, seien gestiegen, und die Zinskurve sei steiler geworden. Das Portfolio für einen möglichen offensiveren Bullenmarkt sollte durch mehr Unternehmens- und Hochzinsanleihen, eine Priorisierung von Value- gegenüber Growth-Titeln und Engagements in durch Covid-19 günstig gewordene Anlagen charakterisiert sein.

Die Marktbewegungen in der Woche nach den US-Wahlen und der Verkündung zu einem ersten, möglichen Impfstoff seien enorm gewesen. In dem kurzen Zeitraum zwischen dem Geschäftsschluss am Freitag, den 6. November - als das Wahlergebnis aus Pennsylvania noch nicht bekannt gewesen sei - und dem Geschäftsschluss am 11. November sei der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) um 1,8 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg verschleiere jedoch einige mindestens so interessante Entwicklungen: Der Value-Index habe den Growth-Index um 5,3 Prozent übertrumpft, Europäische Titel hätten US-Titel um einen ähnlichen Wert übertroffen und Japan habe China um rund 10 Prozent übertroffen. Im Anleihesegment hätten hochverzinsliche Papiere die amerikanischen und europäischen Staatsanleihen um 1,3 Prozent übertroffen. Die entscheidende Frage sei daher nun, ob diese Rotation in der Marktführerschaft sowie der von Value-Werten getriebene zyklische Aufschwung nachhaltig sein würden. (18.11.2020/ac/a/m)





 
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