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Kurseinbruch an Aktienmärkten - Taper Tantrum 2.0?




14.02.18 11:38
Legal & General IM

London (www.aktiencheck.de) - Nach einem ungewöhnlich guten Start ins neue Jahr sind die Aktienkurse zuletzt deutlich eingebrochen. Für Emiel van den Heiligenberg, Head of Asset Allocation bei Legal & General Investment Management, markiert dies jedoch noch nicht den Beginn eines Bärenmarkts.

"Die aktuelle Volatilität spiegelt die zwei widerstreitenden Markt-Dynamiken: Das weltweit synchronisiertes Wachstum und die global geringer werdende Liquidität", sage Heiligenberg. "Der starke Januar war Ausdruck des Wachstums, die erste turbulente Februarwoche zeigt die Liquiditäts-Sorgen." Grund dafür sei die anziehende Inflation: Anleger befürchteten, dass die Aufhebung der geldpolitischen Stimulationsmaßnahmen früher in Kraft treten könnten als gedacht.

Der US-Arbeitsmarktbericht, der in der vergangenen Woche den stärksten Lohn-Anstieg seit 2009 verkündet habe, habe die Beunruhigung noch verschärft. "Die makroökonomischen Aussichten geben jedoch keinen Anlass für noch deutlichere Kursrückgänge bei Risiko-Anlagen oder gar Staatsanleihen. Die aktuellen Marktturbulenzen eröffnen vielmehr Chancen, vielversprechende Anlagen in einer Vielzahl von Vermögenswerten zu finden", so van den Heiligenberg. "Unserer Einschätzung nach wird die positive Konjunkturdynamik die strukturellen Risiken und Schwierigkeiten dämpfen."

"Die aktuelle Situation erinnert an das so genannte Taper Tantrum von 2013: Auf die Ankündigung der FED, den Ankauf von Vermögenswerten eventuell zurückzufahren, reagierten Anleger mit breiten Abverkäufen. Diese Episode erwies sich schließlich als Kaufgelegenheit für die am stärksten betroffenen Anlageklassen", fahre van den Heiligenberg fort.

Genau wie damals, als eine Bedrohung für die damals vorherrschende Positionierung der Investoren für Aufruhr an den Märkten gesorgt habe, wären auch heute der übertriebene Optimismus der Anleger und die damit einhergehenden Positionierungen die Ursache für den Rücksetzer von den Rekordhochs an den Aktienmärkten verantwortlich, glaube van den Heiligenberg.

"Angesichts der starken Weltwirtschaft und der Erwartung einer anziehenden Inflation in den USA sind steigende Renditen ein Stück weit gerechtfertigt. Allerdings sollten strukturelle Probleme - einschließlich langfristiger Trends in den Bereichen Demografie und Inflation sowie des weltweiten Schuldenüberhangs - die Zinsen jedoch vor allem am Ende der im Zaum halten", so der Experte.

Sollte der Abverkauf an den Finanzmärkten weiter voranschreiten, könnten die Notenbanken dazu übergehen die Drosselung ihrer Ankäufe sanfter anzugehen - ähnlich wie in 2013. Diese Annahme halte van den Heiligenberg allerdings für verfrüht: "Wir glauben nicht, dass eine Aktienmarktkorrektur von fünf Prozent Bedenken bei den politischen Entscheidungsträgern hervorruft, vor allem nicht nachdem die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten mehr als fünf Prozent hinzugewonnen haben." Dem Research der Bank of America Merrill Lynch zufolge habe es noch nie einen Markthöchststand gegeben, dem nicht eine Korrektur von mehr als fünf Prozent vorausgegangen sei.

Die aktuellen Marktentwicklungen entsprächen mehr dem typischen "spätzyklischen" Verhaltensmuster von Anlegern. In der späten Phase zeigten sich die Märkte volatiler und empfindlicher gegenüber Drawdowns, da die Positionierung der Anleger konzentierter werde und die Motivation steige, dem unvermeidlichen Bärenmarkt zuvorzukommen.

"Vorerst neigen wir dazu, uns gegen den jüngsten Abverkauf zu lehnen und würden unser Engagement in Duration und Aktien erhöhen, sollte sich der Markt weiter abschwächen. Auf dem US-Dollar bleiben wir übergewichtet. Dies steht im Gegensatz zum Marktkonsens und stellt eine nützliche Absicherung gegen zunehmende Inflationssorgen dar", schließe Heiligenberg. (14.02.2018/ac/a/m)







 
 
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