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Kryptomarkt: Miserable Wochenbilanz etwas verbessert




13.05.22 17:20
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Der Kryptomarkt kann sich am Freitag von den heftigen Verlusten der vergangenen Tage erholen und die miserable Wochenbilanz noch etwas verbessern, so Nikolas Kessler von "Der Aktionär".

Doch die beiden Coins, die maßgeblich zu den Marktturbulenzen der vergangenen Tage beigetragen hätten, kämen selbst in diesem Umfeld auf keinen grünen Zweig mehr.

Der gescheiterte Stablecoin TerraUSD (UST) sei am heutigen Freitagnachmittag der einzige Coin in den Top 100 nach Market Cap, der auf 24-Stunden-Sicht einen deutlichen Verlust von mehr als zwei Prozent verzeichne. Mit einem Minus von fast 70 Prozent notiere er aktuell bei rund 0,18 Dollar - und damit meilenweit unter dem Zielwert von einem Dollar. Für einen Stablecoin komme das einer Bankrotterklärung gleich.

Der Schwerster-Coin Terra (LUNA), der durch ein Arbitrage-System eigentlich für Stabilität beim algorithmischen Stablecoin TerraUSD (UST) sorgen sollte, stehe allerdings noch schwächer da. Seit UST in dieser Woche die Koppelung an den Dollar verloren habe, sei es auch mit LUNA in atemberaubendem Tempo bergabgegangen.

Sei der Coin vor rund einem Monat noch zu Höchstkursen von rund 119 Dollar gehandelt worden, habe er inzwischen fast 100 Prozent an Wert verloren und werde derzeit - wenn überhaupt - noch für den Bruchteil eines Cents gehandelt. LUNA sei damit so gut wie wertlos, wer nicht rechtzeitig noch den Absprung geschafft habe, der sitze nun auf einem Totalverlust.

Besonders bitter: Auch wenn der Kursverlauf von Terra an den skandalösen Niedergang des SQUID-Tokens im November 2021 erinnere, habe es sich bei LUNA und UST nach bisherigen Erkenntnissen nicht um irgendein hintersinniges Projekt gehandelt, das bereits mit zwielichtigen Absichten gestartet worden sei. Noch in der Vorwoche habe LUNA zu den zehn größten Kryptowährungen nach Market Cap gezählt, während UST der drittgrößte Stablecoin der Welt gewesen sei.

Entsprechend geschockt seien viele Marktteilnehmer, dass auch prominente und einst so aussichtsreiche Projekte relativ kurzfristig in sich zusammenfallen könnten. Die Auswirkungen des Desasters bei Terra seien in dieser Woche am gesamten Kryptomarkt zu spüren gewesen.

Der erste Schock lege sich zwar langsam und viele Coins würden eine Erholungsrally starten, doch das Vertrauen sei natürlich erschüttert. Das dürfte die Unsicherheit weiter erhöhen, zumal die Unwägbarkeiten von der Makro-Seite (Inflation, Zinsen, Rezessionsangst und der starke Dollar) sowie die aktuell relativ hohe Korrelation mit dem US-Aktienmarkt als potenzielle Belastung vorerst erhalten bleiben würden. Eine kurz- oder mittelfristige Rückkehr in den Bullenmarkt scheine unter diesen Vorzeichen eher unwahrscheinlich.

Und dennoch: Rückschläge wie in dieser Woche seien kein Grund, sich grundsätzlich vom Kryptomarkt abzuwenden. Crash dieser Größenordnung gebe es beim Bitcoin immer wieder - und früher oder später habe er sich bislang noch jedes Mal davon erholt. So gesehen könne die aktuelle Schwäche eine Chance sein, um bei etablierten Coins wie Bitcoin und Ethereum vergünstig einzusteigen. Aber erst, wenn sich die Lage mit Blick auf die Charts stabilisiert habe.

Terra (LUNA) und TerraUSD (UST) würden indes nur noch als mahnendes Beispiel dienen, dass der Kryptomarkt hochspekulativ und manchmal einfach nur brutal sei. Das gelte es bei der Wahl der Investitionssumme stets zu berücksichtigen. (13.05.2022/ac/a/m)






 
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