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Kolumnist: Feingold-Research

Korrektur oder Trendwende?




27.07.20 09:45
Feingold-Research

Kurs-Korrektur: Ein schwacher Wochenausklang hat an den deutschen Aktienmärkten in der vergangenen Woche für eine negative Wochenbilanz gesorgt. Nachdem es zuvor überwiegend aufwärts gegangen und der Deutsche Aktienindex (Dax) am Dienstag sogar auf das Niveau von vor dem Corona-Crash gestiegen war, realisierten die Anleger am Freitag in großem Stil Gewinne. Wir stellen den Wochenkommentar von Robert Ertl, Börse München vor. Unser Handwerkszeug auf den DAX lautet Bear KA510H und Bull SB9XAN


Zurückzuführen war die Verkaufswelle einerseits auf Bedenken im Hinblick auf die in vielen Ländern wieder steigenden Corona-Infektionszahlen sowie auf Sorgen wegen des Konflikts zwischen China und den USA. Andererseits folgten die Märkte hierzulande dem Beispiel der US-Börsen, wo es bereits am Donnerstag vor allem bei Technologiewerten merklich abwärts gegangen war, am Freitag setzte sich dies fort. Der Auslöser hierfür war ein negativ aufgenommener Zwischenbericht von Intel. Die Investoren reagierten mit Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten, die sich in den Woche zuvor sehr gut entwickelt hatten.


Gewinnmitnahmen drückten die Kurse

Im Wochenvergleich sank der Dax um 0,6 Prozent auf 12.838,06 Punkte. Zu den großen Verlieren am Freitag zählten die Titel von SAP, die ihre in den Tagen zuvor erzielten spürbaren Gewinne komplett abgaben. Der MDax verlor im Wochenvergleich 1,1 Prozent auf 26.650,24 Zähler. Indexwert Thyssenkrupp konnte dabei dem allgemeinen Abwärtstrend trotzen und auf Wochensicht einen Gewinn verzeichnen. Die Titel des Industrieunternehmens profitierten unter anderem von Medienberichten, denen zufolge Konzernchefin Martina Merz einen Komplettverkauf der Stahlsparte nicht mehr ausschließt. Der TecDax büßte im Wochenvergleich 1,6 Prozent auf 3.048,92 Punkte ein.


Anleihen: Berg- und Talfahrt

An den deutschen Anleihemärkten haben die Kurse in der vergangenen Woche eine Berg- und Talfahrt vollführt und sich dabei letztlich nur wenig verändert. In der ersten Wochenhälfte hatten die Einigung auf ein Billionen-Euro-schweres Hilfspaket auf dem EU-Gipfel sowie die Unsicherheiten wegen der weiter zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China den Bundespapiere Auftrieb verliehen. Am Freitag belasteten dann aber besser als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe lag Freitag zu Handelsschluss dann unverändert gegenüber ihrem Vorwochenendstand bei -0,45 Prozent. Die Umlaufrendite sank im Wochenvergleich leicht von -0,48 auf -0,49 Prozent.


US-Märkte mit leichten Verlusten

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche wie ihre deutschen Pendants unter Gewinnmitnahmen gelitten. Der Dow-Jones-Index reduzierte sich im Wochenvergleich um 0,8 Prozent auf 26.469,89 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,3 Prozent auf 3.215,63 Zähler ab. Der technologielastige Nasdaq-100-Index verlor 1,5 Prozent auf 10.483,13 Punkte. Hier spielte neben dem allgemeinen Trend auch der Kurseinbruch von Intel eine Rolle, die Titel sackten allein am Freitag um über 16 Prozent ab.


Ausblick: Korrektur oder Trendwende?

Waren die Gewinnmitnahmen der vergangenen Woche lediglich eine kurze Korrektur oder Beginn einer Trendwende, in dieser Hinsicht herrscht unter Beobachtern der deutschen Aktienbörsen keine Einigung. Während die einen sich eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung vorstellen können, geben sich andere optimistischer. Wohin es in den kommenden Tagen tatsächlich geht, dürfte wenig überraschend einmal mehr stark von der Pandemie-Nachrichtenlage abhängen, daneben könnten die Entwicklungen in den Konflikten zwischen den USA und China Einfluss auf das Marktgeschehen haben.


Berichtssaison mit Dickschiffen

Von Unternehmensseite wiederum stehen etliche Berichte auf der Agenda, die sich der Aufmerksamkeit der Anleger gewiss sein können. So legen hierzulande aus der ersten Börsenreihe die Deutsche Bank und SAP ihre finalen Zahlen vor, wobei beide bereits Eckdaten veröffentlicht haben. Zudem gibt es unter anderem Zahlen von BASFFreseniusLinde und Volkswagen. In den USA gewähren neben vielen anderen die Google-Mutter Alphabet , Amazon , Boeing , McDonald‘s , Pfizer  und Visa  Einblicke in ihre Bücher.Hochkarätiges gibt es auch von Seiten der Konjunkturdaten. Aus Deutschland dürften dabei unter anderem das Ifo-Geschäftsklima sowie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Aufmerksamkeit sorgen, aus der Eurozone das BIP und aus den USA die persönlichen Einkommen und Ausgaben, die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter und ebenfalls das BIP. Die Anleger dürften vor allem darauf achten, wie stark sich die Corona-Krise und die damit einhergehenden Beschränkungen auf die Wirtschaft ausgewirkt haben.


Von der Ratssitzung der US-Notenbank in dieser Woche erwarten sich die meisten Experten zwar keine neuen Maßnahmen, allerdings Hinweise oder Details zu den weiteren Plänen vor allem in Hinblick auf die Stützungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie-Folgen.



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