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Konjunkturausblick 2022: Positive Erwartungen und ein Kernrisiko




23.11.21 16:06
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Der wirtschaftliche Start in das neue Jahr wird in Deutschland, der Eurozone und China holprig verlaufen, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.

Anhaltende Lieferengpässe, knappe Transportkapazitäten, steigende Produktionskosten und Verunsicherungen aufgrund des Wiederaufflammens der Corona-Pandemie würden die kurzfristigen Geschäftsaussichten zahlreicher Unternehmen belasten. Wenn sich die Staus einiger wichtiger Containerhäfen weltweit abbauen würden und spätestens mit dem Ende des Winterhalbjahres die einschränkenden Corona-Maßnahmen auf der Nordhalbkugel auslaufen würden sowie sich bestehende Energieengpässe relativieren würden, sei im weiteren Jahresverlauf mit einem dynamischen globalen Wachstum zu rechnen.

In China sorge zudem noch die ungewisse Abwicklung des insolventen Immobilienentwicklers Evergrande (ISIN KYG2119W1069/ WKN A2APDK) für Verunsicherung. Allerdings sei davon auszugehen, dass die chinesische Regierung eine mögliche Negativspirale mit massiven Auswirkungen auf Banken, private Anleger und Immobilienkäufer sowie den gesamten Immobiliensektor verhindere. Die Zielsetzung des kontrollierten Ablassens von Luft aus der immensen Immobilienblase werde weiterverfolgt, wodurch die Wachstumserwartungen für die chinesische Volkswirtschaft mittelfristig niedriger ausfallen würden. Letztlich dürfte der angestrebte Umbau zu einer stärkeren Binnenmarktorientierung und einer abnehmenden wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA und Europa dafür sorgen, dass China zu einem stabileren Antriebsmotor der Weltwirtschaft werde.

Die US-Volkswirtschaft hingegen starte mit erheblichem Rückenwind in das neue Jahr, angetrieben durch einen dynamischen privaten Konsum im Zuge einer sich deutlich verbessernden Situation am Arbeitsmarkt und die Aussicht auf billionenschwere Staatsausgaben zur Modernisierung der Infrastruktur und zwecks Dekarbonisierung der Wirtschaft. Auch in vielen anderen Staaten seien erhebliche Investitionen zur Erhöhung der Robustheit von Lieferketten, der Steigerung der Resilienz von Gesundheitssystemen und zwecks klimafreundlichem Umbau der Volkswirtschaften zu erwarten.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate liege in den USA allerdings auch das Kernrisiko für die weltwirtschaftliche Entwicklung, da die FED vor einem geldpolitischen Drahtseilakt stehe. Die zuletzt angestiegenen Inflationsperspektiven würden grundsätzlich eher eine schnellere als die bisher avisierte Reduktion der Volumina der Wertpapierkaufprogramme und gegebenenfalls auch frühere Leitzinsanhebungen rechtfertigen. Gleichzeitig möchte man zu schnell steigende Zinsen vermeiden, um die Refinanzierungsfähigkeit privater und staatlicher Schulden nicht zu gefährden und keine Turbulenzen an den Kaptalmärkten auszulösen. Auch viele Schwellenländer hätten mit einem zinsinduziert steigenden US-Dollar sowie abfließendem Kapital zu kämpfen. Trotz der positiven fundamentalen Aussichten sei damit das Risiko eines geldpolitischen Fehlers nicht unerheblich und hätte potenziell erhebliche Folgen. (23.11.2021/ac/a/m)







 
 
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