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Kommt das Ende des Dollars als Weltwährung?




26.06.20 11:35
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Dollar nicht mehr so stabil ist, wie er es einmal war, da sich die zugrunde liegende Stellung der USA innerhalb der Weltwirtschaft verändert, so die Experten von LYNX Broker.

Hinzu komme der unsichere Ausgang des Wahlkampfs, die weiteren, noch nicht absehbaren Auswirkungen der Pandemie sowie die Unruhen in Folge des Mordes an George Floyd, die das Land erschüttern und Vertrauen kosten würden. Auch diese Faktoren könnten den Dollar weiter schwächen.

Seit Jahrzehnten verteidige der US-Dollar seine Position als Leitwährung gegen alle Widrigkeiten. Ein Großteil der grenzüberschreitenden Finanztransaktionen und des internationalen Handels werde in US-Dollar abgewickelt und für die USA sei er das strahlende Symbol ihrer Vorherrschaft in der Weltwirtschaft. Auch nur daran zu denken, dass er seine Stellung als Weltwährung verlieren könnte habe lange Zeit als Sakrileg gegolten. Doch mittlerweile würden sich dunkle Wolken am Horizont abzeichnen und die Stimmen, dass das Ende des Dollar nahen könnte, würden sich häufen.

"Der Dollar als Reservewährung manifestiert die Vormachtstellung der USA in der Weltwirtschaft. Durch die Corona-Pandemie leidet die Wirtschaft in den USA, wie auch andernorts, jedoch gewaltig. Von einer historisch niedrigen Arbeitslosigkeit Anfang des Jahres sind die Zahlen seit März auf rund 49 Millionen gestiegen. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft immer stärker am Tropf von Politik und Zentralbanken hängt. Das gab es in dem Ausmaß früher nicht", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. "Hinzu kommt, dass all die Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft Geld kosten - viel Geld. Die Bilanz der FED wurde so innerhalb kürzester Zeit von rund vier Billionen auf 7,2 Billionen aufgebläht und die Staatsverschuldung steigt bei gleichzeitig sinkenden nationalen Sparquoten. Das schwächt die USA in ihrer Rolle als Wirtschaftsmacht Nummer 1."

In der vergangenen Woche habe die Leistungsbilanz noch einen Rückgang des Defizits um 0,1 Milliarden Dollar von 104,3 Milliarden im vierten Quartal 2019 auf 104,2 Milliarden US-Dollar gezeigt. Auch der ICE US-Dollar-Index DXY, ein Maß für die Stärke des US-Dollar im Vergleich zu sechs konkurrierenden Währungen, sei gemessen am Vorjahr noch leicht im Plus, allerdings sei er allein in den vergangenen 30 Tagen um fast drei Prozent gefallen. "Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Dollar nicht mehr so stabil ist, wie er es einmal war, da sich die zugrunde liegende Stellung der USA innerhalb der Weltwirtschaft verändert. Hinzu kommt der unsichere Ausgang des Wahlkampfs, die weiteren, noch nicht absehbaren Auswirkungen der Pandemie sowie die Unruhen in Folge des Mordes an George Floyd, die das Land erschüttern und Vertrauen kosten. Auch diese Faktoren könnten den Dollar weiter schwächen."

Die Fragen würden nun lauten: Müssten Anleger Angst vor einem Absturz des Dollar haben und welche Alternativen könnten ihm nachfolgen, falls er seinen Status als Leitwährung verliere? "Ein großer Konkurrent des Dollar ist natürlich der Euro, allerdings sind auch im Euroraum die Auswirkungen der Pandemie gewaltig. Hinzu kommen die bekannten strukturellen Probleme der Gemeinschaftswährung. Auch der Yuan steht in den Startlöchern, allerdings wird dieser streng von der chinesischen Regierung kontrolliert und ist daher vielen Anlegern suspekt. Zudem hat auch hier die Pandemie die Wirtschaft stark geschwächt", führe Sadowski aus.

Er sei sicher: "Ob der Dollar die weltweite Leitwährung bleibt oder eine andere Währung übernimmt, hängt auch davon ab, wie mit dem Virus umgegangen wird und wie schnell die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Gewinnen die USA dieses Rennen, dürfte sich erstmal nichts ändern. Meine Empfehlung ist daher, Vorsicht walten zu lassen, aber nicht in Panik zu verfallen. Es kann jedoch nicht schaden, sich auch über mögliche Alternativen zum US-Dollar zu informieren." (26.06.2020/ac/a/m)






 
 
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