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Kapitalmarktausblick 2019: Politische Unwägbarkeiten belasten - Schwellenländer könnten profitieren




05.12.18 13:33
SÜDWESTBANK AG

Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Welche Ereignisse und Entwicklungen werden 2019 prägen, fragen sich die Experten der SÜDWESTBANK AG.

Gespannt würden die Anleger aufs neue Jahr blicken. Die Experten der SÜDWESTBANK rechnen weiterhin mit einem maßgeblichen Einfluss der globalen Konjunktur sowie der Geld- und Geopolitik auf die Kapitalanlagen.

Für das Jahr 2019 rechne der internationale Währungsfonds mit einem globalen Wirtschaftswachstum von erfreulichen 3,6 Prozent. Die wirtschaftliche Belebung der Vorjahre könne größtenteils konserviert und in das Jahr 2019 transportiert werden. Die "Sorgenkinder" Europas wie zum Beispiel Italien und Großbritannien würden nach wie vor einigen politischen Sprengstoff bergen. "Sollten sich diese Spannungsfelder im Laufe des kommenden Jahres lösen, gehen wir von weiteren Kursgewinnen aus", sagt Jens Stumpp, Bereichsleiter Asset Management bei der SÜDWESTBANK.

Ausschlaggebend für die starke Dollar-Aufwertung im Jahr 2018 seien historisch hohe Zinsdifferenzen und globale Handelskriege gewesen. Um seinem Volk einen "Deal" präsentieren zu können und den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden, wird der Präsident der Vereinigten Staaten nach Meinung der Experten der SÜDWESTBANK eine Einigung mit China herbeiführen und den Dollar wieder abschwächen. Für die USA sei nach einem Wachstum 2018 von knapp 3,0 Prozent 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent zu rechnen. Wichtige Frühindikatoren wie der Arbeitsmarkt oder der private Konsum befänden sich nach wie vor auf historischen Höchst- bzw. Tiefständen.

"Da mit einer abnehmenden Zinsphantasie der Federal Reserve zu rechnen ist, halten wir eine Stärkung des Euro gegenüber dem US-Dollar für wahrscheinlich", erkläre Stumpp. Die seit jeher positive Leistungsbilanz der Eurozone zu den USA und die abnehmende Attraktivität der Zinsdifferenz sollten nach Ansicht des Bereichsleiters den Euro in einen Korridor zwischen 1,15 und 1,20 Euro zum US-Dollar anheben.

Als Treiber der globalen Wirtschaft sehen die Experten der SÜDWESTBANK vor allem die Emerging Markets. Ein sich abschwächender Dollar entlaste die zumeist im "Greenback" verschuldeten Unternehmen und Staaten. Darüber hinaus würden lokale Währungen reales Geldwachstum bieten und vor allem Investoren aus den entwickelten Volkswirtschaften anlocken. "Ein Risiko besteht allerdings weiterhin darin, dass sich der "Handelsstreit" zwischen den USA und China in einen "Handelskrieg" ausweitet", so Stumpp. "Die Folgen wären ein sich stark abschwächendes globales Wirtschaftswachstum, das sich bis hin zu einer globalen Rezession entwickeln könnte." Der IWF gehe aller Krisenherde zum Trotze von einem Wachstum der Emerging Markets von rund 4,7 Prozent im Jahr 2019 aus. Allen voran sollte im kommenden Jahr vor allem Indien robuste BIP-Wachstumszahlen ausweisen. Bereits verabschiedete Wirtschaftsreformen und eine gesunde Altersstruktur im Land würden die Binnennachfrage stärken und das Land unabhängiger gegenüber Exporten aufstellen.

Aufgrund der schwachen Rohstoffmärkte stünden vor allem Russland und Brasilien im kommenden Jahr vor Herausforderungen. Der neu gewählte Präsident Jair Bolsonaro habe bisher nicht die dringend benötigten Reformen angekündigt. Bleiben die Erholungen an den Rohstoffmärkten aus, wird dies nach Einschätzung der SÜDWESTBANK-Experten zusätzlich das Wirtschaftswachstum belasten. Auch der immer wieder aufkeimende Ukraine-Konflikt und die daraus resultierenden Wirtschaftssanktionen sowie fallende Öl- und Gaspreise würden die Wachstumsprognose Russlands senken.

Vor allem in den Emerging Markets komme es auf die Politik an. Würden die richtigen Entscheidungen getroffen, könnten die Emerging Markets im kommenden Jahr das globale Wirtschaftswachstum antreiben.

Aus der Eurozone kämen wenige positive Impulse. Die Wirtschaft sei 2018 mit einer Dynamik von knapp unter 2 Prozent gewachsen. "Für das Jahr 2019 rechnen wir mit einem Wachstum von unter 1,5 Prozent", meine Stumpp. Vor allem der ungewisse Brexit und der Haushaltsstreit in Italien würden die Investitionsbereitschaft der Unternehmen belasten. Darüber hinaus stelle der Diesel-Skandal die einstige deutsche Vorzeigebranche vor große Herausforderungen. Der deutsche Beitrag zum BIP-Wachstum der Eurozone falle niedriger aus als in den vergangenen Jahren. Die für die Eurozone maßgeblichen und elementar wichtigen Exporte würden unter diesen "hausgemachten" Problemen leiden, der sich stärker abzeichnende Euro verstärke die Problematik weiter.

"Kommt es zu einem ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der EU, würden fast alle Waren und Dienstleistungen automatisch mit Zöllen belegt werden. Eine Rezession nicht nur in Großbritannien wäre die wahrscheinlichste Folge", erkläre der Bereichsleiter. Auch der Schuldenstreit zwischen der EU und Italien drücke auf die Stimmung an den Märkten. Bereits heute würden 10-jährige italienische Staatsanleihen über denen der USA rentieren. Die zu zahlende Risikoprämie mache einen ausgeglichenen Haushalt fast unmöglich. Fällig werdende Staatsanleihen müssten teurer refinanziert werden, hinzu komme die sich abschwächende Wirtschaftsdynamik. Gibt es keine Einigung zwischen der EU und Italien, droht nach Meinung der SÜDWESTBANK-Experten eine weitere Ausweitung der Risikoprämien und ein sich weiter abkühlendes Wirtschaftswachstum. (05.12.2018/ac/a/m)






 
 
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