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Kolumnist: Holger Steffen

K+S: Warten auf die Wende




08.02.19 08:12
Holger Steffen

Gestern musste die Aktie des Salz- und Kalidünger-Produzenten K+S erneut
einen kräftigen Rücksetzer von über 4 % verkraften. Dies in der
Hauptsache wegen eines deutlich schwächeren Börsenumfeldes. Da half es
auch nicht, dass eigentlich positive Nachrichten aus der eigenen Branche
kamen.
Diese guten Nachrichten lieferte der K+S-Konkurrent Nutrien, der seine
Zahlen zum Abschlussquartal und zum Gesamtjahr 2018 präsentierte. Dank
höherer Preise und einer starken Nachfrage konnte er sowohl beim Umsatz
als auch beim operativen Gewinn spürbare Zuwächse verzeichnen.

Was für die Wettbewerber bzw. ihre Wahrnehmung am Kapitalmarkt noch
wichtiger war: Nutrien zeigte sich recht zuversichtlich beim Blick auf
das Kalidünger-Geschäft in diesem Jahr. Dabei verwies das kanadische
Unternehmen insbesondere auf relativ geringe Lagerbestände in den
Großmärkten Brasilien und China und ein stetiges Verbrauchswachstum bei
Düngemitteln.

Nun kommt es darauf an: Denn am heutigen Freitag liefert mit Yara
International ein weiterer Hersteller von Düngemitteln seine Zahlen ab.
Sollten auch diese gut ausfallen und der norwegische Konzern ebenfalls
einen positiven Ausblick auf das Jahr geben, könnte das erheblichen
Rückenwind auch für K+S bedeuten. Allerdings dürften die Anleger vor
einer ernsthaften neuen Positionierung in diesem Wert noch die
Geschäftszahlen 2018 abwarten.

Diese sind für Mitte März avisiert. K+S musste im vergangenen Jahr
bereits seine Ertragsziele zurücknehmen, nachdem der übermäßig trockene
Sommer in Deutschland zu Produktionsausfällen insbesondere in den Werken
an der Werra geführt hatte. Zwar hatte K+S im Dezember angekündigt,
wegen der Wiederaufnahme der Produktion die vermuteten Gewinneinbußen
etwas aufholen zu können.

Doch die Investoren erwarten von dem 2018er Ergebnis momentan nicht
sonderlich viel. So geht der Konsens der Marktschätzung derzeit von
einem Rückgang beim EBITDA um rund 6,3 % auf 593 Millionen Euro aus. Der
Umsatz soll immerhin um 9,5 % zulegen können. Allerdings wurden hinter
diese Schätzung zuletzt auch wieder Fragezeichen gesetzt, da bis vor
kurzem der Winter hierzulande erneut sehr milde ausgefallen war und
entsprechend kaum Bedarf für Streusalz bestand.

So dürfte die nähere Perspektive für die Aktie vor allem vom Ausblick
abhängen. Kann K+S dem Markt nachvollziehbar ein ähnlich positives Bild
zeichnen wie die Konkurrenz bisher, könnte auch der Wert wieder an Kraft
schöpfen. Wobei er immer noch relativ nah dran ist an wichtigen
charttechnischen Marken. Denn der Bereich 17,50/18 Euro ist derzeit zwar
eine harte Widerstandszone, deren Überwindung allerdings dann ein
deutliches Aufwärts-Momentum entfachen könnte.

Unter diesen Voraussetzungen bestätigen wir unsere letzte Einschätzung
aus dem Dezember, wonach Anleger zwar bei K+S noch nicht einsteigen
sollten. Doch im Sinne einer kommenden Turnaround-Spekulation sollte
dieser Wert weiter beobachtet werden, um gegebenenfalls oberhalb von 18
Euro prozyklisch aufzuspringen.



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