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Kolumnist: Holger Steffen

K+S: Neue Hoffnung?




28.08.18 09:52
Holger Steffen

Zum Wochenbeginn zeigte sich der Dünger-und Salzproduzent K+S in
überraschend starker Verfassung. Überraschend vor allem deshalb, weil
das Unternehmen selbst eher negative Nachrichten melden musste. Doch ein
Deal innerhalb der Kali-Branche sorgte für Auftrieb. Für K+S gab es gute
Nachrichten aus dem Osten. Denn der weißrussische Kaliproduzent
Belarusian Potash Company einigte sich mit seinem Abnehmer Indian Potash
Limited über einen neuen Liefervertrag bis Juni 2019.
Das Besondere daran: Belarusian Potash konnte gegenüber dem indischen
Abnehmer eine Preissteigerung um 50 Dollar je Tonne auf insgesamt 290
Dollar je Tonne durchsetzen. Das lässt auch für andere Verhandlungen
hoffen, die in den nächsten Monaten anstehen. Marktexperten rechnen
damit, dass die Kaliproduzenten zwischen 30-70 Dollar je Tonne an
Preissteigerungen durchsetzen können.

Nach Jahren fallender Preise scheint nun das Preis-Pendel wieder
umzuschlagen, was auch für anstehende Verhandlungen im riesigen
Absatzmarkt China wichtig ist. Das trieb auch K+S an, obwohl das
Unternehmen selbst eher negative Nachrichten verkünden musste. Aufgrund
der andauernden Trockenheit muss K+S seine Kaliproduktion in Osthessen
zurückfahren. Ein Werk hat vorerst sogar komplett die Produktion
eingestellt. Das dürfte dem Kaliproduzenten rund 1,5 Millionen Euro
EBITDA pro Tag kosten. Womit natürlich die bisherige Prognose eines
EBITDA zwischen 660 bis 740 Millionen Euro für das Gesamtjahr zumindest
unter Beobachtung gestellt werden muss.

Dennoch: Aktuell scheint im Markt der Optimismus zu überwiegen, dass K+S
sich den Preissteigerungen für Kali auf dem internationalen Markt
anschließen kann und damit auch die derzeitigen Einbußen zumindest in
einem großen Umfang kompensieren könnte. Das liefert auch für die
Charttechnik eine interessante Vorlage. Gerade erst hatte die Aktie bei
18,78 Euro den tiefsten Stand seit November 2016 erreicht. Zwei positive
Handelstage in Folge sollten dabei sicherlich nicht überbewertet werden.
Sollte sich aber die Überzeugung festsetzen, dass K+S im Kalibereich in
den nächsten Monaten eine bessere Figur macht, könnte sich hier
zumindest ein erster Erholungsansatz ergeben.

Die nächste Herausforderung liegt dabei bereits bei rund 20,57 Euro.
Sollte hier ein Ausbruch nach oben gelingen, warten zwar mit den
entsprechenden gleitenden Durchschnitten weitere Widerstände
(50-Tage-Durchschnitt bei derzeit 21,09 Euro; 100-Tage-Durchschnitt bei
22,40 Euro). Dennoch bietet sich der Titel für eine
Turnaround-Spekulation an.


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