Aktien des Tages

K+S-Aktie: Geht das böse Wallstreet-Spiel jetzt weiter? Wie unabhängig sind die Kreditwächter?

Kassel (www.aktiencheck.de) - Die Aktie des Kali- und Salzhersteller K+S (ISIN DE000KSAG888/ WKN KSAG88) bekommt derzeit Feuer von allen Seiten.

Erst waren es die Russen die aus allen Rohren geschossen haben. Den Anfang machte Vadislav Baumgertner, CEO des weltweit führenden Kali-Konzerns Uralkali, mit seinem großspurig verkündeten Austritt aus dem Preis-Kartell Belarus Potash Company. Wem die Folgen dieses Handelns nicht gleich klar geworden waren, half er gerne auf die Sprünge. Den Kali-Preis wolle er mit der Kündigung der Zusammenarbeit in den Keller schicken. Bis hinunter auf USD 300 pro Tonne.

Gestern dann waren es die ehemaligen weißrussischen Junior-Partner von Uralkali, die das Feuer eröffneten. Innerhalb von wenigen Tagen hatte der Kali-Konzern Belaruskali eine Vertriebskooperation mit dem Handelsunternehmen Muntadschat über gewaltige drei Mio. Tonne pro Jahr aus dem Hut gezaubert.

Und nun haben die US-amerikanischen Kreditwächter von S&P den Düngemittel-Konzern auf die Abschussliste gesetzt. Die Bonität des Kali-Konzerns stehe unter Beobachtung heißt es. Eine Herabstufung des Ratings sei vor dem Hintergrund des zu erwartenden Preisrutsches auf dem Kali-Markt nicht auszuschließen. Sorgen bereiten würden vor allem auch die Milliarden-Investitionen des Legacy-Projekts in Kanada.

Das alles wirkt schon wie ein gut inszeniertes Schauspiel. Man fragt sich wirklich, wer das Drehbuch für diesen Krimi geschrieben hat. Haben am Ende doch die großen Wallstreet-Banken ihre Finger mit im Spiel? Auf jeden Fall werden die Kurse der Kali-Branche auf Talfahrt geschickt. Und schlimmer noch, dem Kasseler Kali-Produzenten K+S droht nun noch das Aus seines Hoffnungsprojektes Legacy in Kanada. Das Projekt wäre aufgrund der niedrigen Produktionskosten von lediglich CAD 90 pro Tonne (inklusive Logistikkosten CAD 155 pro Tonne) überlebensnotwendig für K+S. Wenn die Rating-Agentur S&P den Daumen über den Kasselern senkt, dann wird es wohl nichts mit dem 4 Mrd. Euro Projekt.

Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Die K+S-Aktie verliert aktuell im Tradegate-Handel 0,42% auf 17,029 Euro. (06.08.2013/ac/e/a)

Archivbeitrag vom 06.08.2013. Angaben und Einschätzungen beziehen sich auf den damaligen Stand.

Märkte im Blick
Weiterlesen
Börsenradar