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Investieren in schwierigen Zeiten: Sieben Grundsätze für Anleger




30.03.22 10:50
Capital Group

Los Angeles (www.aktiencheck.de) - Auch während disruptiven globalen Ereignissen und extremen Marktentwicklungen ist es an den Märkten wichtig, langfristig zu denken - diese Erkenntnis betont Matthias Mohr, Managing Director Financial Intermediaries bei Capital Group.

"Unsere Kunden fragen uns derzeit, ob sie ihr Portfolio umschichten, ihre Asset Allocation ändern oder auf eine Bodenbildung der Kurse warten sollen," erläutere Mohr. "Unser Rat ist wie immer, sich auf intelligentes Investieren zu konzentrieren - einen langfristigen Anlagehorizont zu haben und sich auf relevante Forschung, solide Daten und bewährte Strategien zu konzentrieren."

Der Experte nenne sieben Grundsätze, mit denen sich Anleger sicher durch unruhige Zeiten manövrieren würden:

1. Marktrückgänge würden zum Investieren dazugehören

Langfristig seien Aktien tendenziell stetig gestiegen, aber die Geschichte habe gezeigt, dass Rückgänge an den Aktienmärkten ein unvermeidlicher Teil der Investitionstätigkeit seien. Die gute Nachricht sei aber, dass Korrekturen (definiert als ein Rückgang von 10 Prozent oder mehr), Bärenmärkte (ein längerer Rückgang von 20 Prozent oder mehr) und andere schwierige Phasen nicht ewig andauern würden.

"Wenn die Märkte ins Wanken geraten, neigen manche dazu, ihr Engagement in Aktien zu reduzieren," so Mohr. "Doch die Historie zeigt, dass sich Zeiten der Unruhe und steiler Marktrückgänge in der Folge als die besten Zeiten für Investitionen erwiesen haben."

2. Die Zeit am Markt sei wichtig, nicht der Zeitpunkt des Investments

Niemand könne kurzfristige Marktbewegungen genau vorhersagen und Anleger würden riskieren, dass sie die Zeiten bedeutender Kurssteigerungen dadurch verpassen würden. Denn auf jeden Rückgang des S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) von 15 Prozent oder mehr von 1929 bis 2020 sei eine Erholung gefolgt, die durchschnittliche Rendite im ersten Jahr nach den Rückgängen habe bei 55 Prozent gelegen. "Selbst wenn man nur ein paar Handelstage verpasst, könne das einen hohen Tribut fordern," analysiere Mohr.

3. Vorsicht vor emotionalem Investieren

"Emotionale Reaktionen auf Marktereignisse sind völlig normal," sage Mohr. Anleger sollten demnach damit rechnen, dass sie nervös würden, wenn die Märkte fallen würden. "Aber es sind die Maßnahmen, die in solchen Phasen ergriffen werden, die den Unterschied zwischen Anlageerfolg und -ausfall ausmachen können." Eine Möglichkeit, rationale Anlageentscheidungen zu fördern, bestehe darin, die Grundlagen der Verhaltensökonomie zu verstehen. Das Erkennen von Verhaltensweisen könne Anlegern helfen, potenzielle Fehler zu erkennen, bevor diese gemacht würden.

4. Strategie festlegen und daran festhalten

Die Erstellung und Einhaltung eines durchdachten Investitionsplans sei eine weitere Möglichkeit, kurzsichtige Investitionsentscheidungen zu vermeiden - insbesondere, wenn sich die Märkte nach unten bewegen würden. Der Plan solle mehrere Faktoren berücksichtigen, darunter die Risikotoleranz sowie kurz- und langfristige Ziele.

"In unbeständigen Zeiten wie diesen ist es leicht, sich auf das Kurzfristige zu konzentrieren," so Mohr. "In diesem Umfeld ist es jedoch wichtig, den Zeithorizont zu erweitern und langfristig zu denken."

5. Diversifizierung sei wichtig

Ein diversifiziertes Portfolio biete zwar keine Gewinngarantie oder die Sicherheit, dass die Anlagen nicht an Wert verlieren würden, aber es trage zur Risikominderung bei: "Durch die Streuung der Anlagen auf eine Vielzahl von Anlageklassen können Anleger die Auswirkungen der Volatilität auf ihr Portfolio abfedern," erkläre Mohr. "Die Gesamtrenditen werden nicht die höchsten Werte einer einzelnen Anlage erreichen - aber sie werden auch nicht die tiefsten Werte erreichen." Die Diversifizierung könne dazu beitragen, die Volatilität zu verringern. Und dies könne einen Teil des Stresses vermeiden, der in solchen Phasen entstehe.

6. Festverzinsliche Wertpapiere könnten Gleichgewicht bringen

"Aktien sind wichtige Bausteine eines diversifizierten Portfolios, aber Anleihen können ein wichtiges Gegengewicht darstellen," meine Mohr. Das liege daran, dass Anleihen in der Regel eine geringe Korrelation zum Aktienmarkt aufwiesen, was bedeute, dass sie sich nicht in die gleiche Richtung wie Aktien bewegen würden. Sie würden also dazu beitragen, Aktienmarktverluste auf das Gesamtportfolio abzumildern.

7. Langfristige Investoren würden vom Markt belohnt

Sei es vernünftig, jedes Jahr 30 Prozent Rendite zu erwarten? "Nein, natürlich nicht," betone Mohr. "Aber es gilt auch: Auch wenn Aktien in den letzten Wochen gesunken sind, sollten Sie auch nicht davon ausgehen, dass dies immer so weiter geht." Die Verhaltensökonomie lehre, dass aktuelle Ereignisse einen übergroßen Einfluss auf unsere Wahrnehmungen und Entscheidungen haben.

"Es ist immer wichtig, eine langfristige Perspektive beizubehalten," resümiere Mohr. Besonders dann, wenn die Märkte rückläufig seien. Obwohl Aktien kurzfristig steigen und fallen würden, hätten sie sich über längere Zeiträume für die Anleger gelohnt. Selbst wenn man Abschwünge einbeziehe, habe die durchschnittliche jährliche Rendite des S&P 500 über alle 10-Jahres-Zeiträume von 1937 bis 2021 bei 10,57 Prozent gelegen. (30.03.2022/ac/a/m)







 
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