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Kolumnist: HypoVereinsbank onemarkets

Interview: Anleger sollten jetzt darüber nachdenken, Positionen aufzubauen




23.04.20 14:00
HypoVereinsbank onemarkets

UniCredit-Aktienstratege Christian Stocker und Markus Bilger, Leiter Anlageprodukte bei HypoVereinsbank onemarkets, über kurz- und mittelfristige Perspektiven an den Aktienmärkten und bei welchen Anlagen sie Chancen sehen.





onemarkets: Nach einem freundlichen Jahresauftakt brachen die Aktienmärkte im März ruckartig ein. Haben wir das Schlimmste überstanden?


Christian Stocker: Es ist noch zu früh, das zu beurteilen. Schließlich wissen wir nicht, wie lange die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Coronainfektionen anhalten werden. Eines scheint jedoch klar: Im zweiten Quartal 2020 wird das Bruttoinlandsprodukt zweistellig fallen. In der zweiten Jahreshälfte könnten wir dann eine deutliche Aufholbewegung sehen. Wie bereits gesagt, hängt das maßgeblich davon ab, wie lange die Restriktionen bestehen bleiben.


onemarkets: Ihre Prognose für den DAX®?


Stocker: Mit dem drastischen Kurseinbruch an den Finanzmärkten wurden die konjunkturellen Auswirkungen auf die Unternehmen zum großen Teil eingepreist. Im Bereich von 8.500 Punkten beim DAX® zeigten zuletzt zahlreiche Investoren ein Interesse daran, wieder einzusteigen. Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Wochen zwischen 8.500 und 10.000 Punkten schwanken werden und im zweiten Halbjahr eine Erholung sehen könnten.


onemarkets: Was erwarten Sie von der Berichtssaison zum ersten Quartal?


Stocker: Wir gehen davon aus, dass einige Unternehmen kräftige Einbrüche beim Umsatz und Gewinn melden werden. Allen voran Luftfahrt-, Tourismus- und Automobilunternehmen. Im Laufe der Finanzkrise 2008/09 sanken die Gewinne um rund 35 Prozent. Seit die Weltgesundheitsorganisation am 20. Januar 2020 mit der täglichen Bekanntgabe der Zahl der Corona-Infizierten startete, wurden die Gewinnschätzungen um rund 12 bis 13 Prozent nach unten revidiert (Stand: Ende März 2020). Vor uns liegt also noch ein langer Weg, um ein vergleichbares Niveau wie zur Zeit der Finanzkrise zu erreichen.


onemarkets: Die Notenbanken planen den Kauf von Wertpapieren in Milliardenhöhe. Bringt das was?


Stocker: Das hilft sicherlich, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Eine weitaus größere Wirkung dürften jedoch die fiskalpolitischen Maßnahmen haben. Hier ist auch Deutschland federführend. Die gewährten Garantien belaufen sich auf rund 24 Prozent der Wirtschaftsleistung des Jahres 2019. Hinzu kommt ein Konjunkturprogramm, das rund sechs Prozent des letztjährigen Bruttoinlandprodukts entspricht. Die Pakete von Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern sind zwar bei Weitem nicht so groß. Aber auch sie sollten dazu beitragen, dass eine nachhaltige Wirtschaftskrise abgewendet werden kann, vorausgesetzt, die Kontaktbeschränkungen werden in absehbarer Zeit wieder gelockert.


onemarkets: Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren?


Stocker: Trotz des volatilen Marktumfelds sollten Anleger jetzt darüber nachdenken, Positionen aufzubauen. Wer darauf wartet, bis das Coronavirus besiegt ist, hat den Zug womöglich schon verpasst. Börsen nehmen solche Entwicklungen rund ein halbes Jahr vorweg.


onemarkets: Welche Sektoren sollten Anleger derzeit im Blick haben?


Zu unseren favorisierten Branchen zählen aktuell defensive Sektoren wie Nahrungsmittel- und Konsumgüterhersteller. Mittelfristig erwarten wir jedoch auch größeres Kurspotenzial bei Zyklikern. Der UC European Sector Rotation Strategy Index ist aktuell zu 50 Prozent in zyklische und zu 50 Prozent in defensive Sektoren investiert, was auch den zuletzt wieder erhöhten Schwankungen an den Börsen Rechnung trägt (Anm. d. Red.: Infos zum UC European Sector Rotation Strategy Index finden Sie im Beitrag hier ).


onemarkets: Die Strategie hat sich in der Vergangenheit als sehr gut erwiesen. Wie können Anleger davon profitieren?


Markus Bilger: Historische Entwicklungen sind natürlich kein Indiz für künftige Entwicklungen, aber in der Tat: Die Wertentwicklung des UC European Sector Rotation Strategy Index kann sich sehen lassen. Interessierten Investoren bieten wir mehrere Anlagelösungen an, darunter zum Beispiel auch einen Fonds (Anm. der Red.: Mehr zur UC European Sector Rotation Strategy sowie den Anlagemöglichkeiten finden Sie hier). Aber jeder Investor ist anders. Das gilt für seinen Anlagehorizont wie auch seine Risikoneigung. Strukturierte Produkte bieten Investoren die Möglichkeit, Risiken eines Direkteinstiegs teilweise deutlich zu reduzieren.


onemarkets: Können Sie uns ein Beispiel nennen?


Bilger: Besonders beliebt sind aktuell sogenannte Step-Invest-Zertifikate beispielsweise auf den UC European Sector Rotation Strategy Index. Statt eines einmaligen Direkteinstiegs kann der Anleger in Etappen investieren. Kommt es, wie von Herrn Stocker angesprochen, zu kurzfristigen Rücksetzern, profitiert der Investor in dem Moment vom vergünstigten Einstieg. Wir bieten Step-Invest-Zertifikate auch auf viele andere Indizes an. Etwa auf den UC European Sector Rotation Risk Control Index oder den BAIX – Bayerischen Aktienindex. Auch auf ausgewählte Fonds haben wir Step-Invest-
Zertifikate im Angebot.


onemarkets: Die HypoVereinsbank hat aktuell rund 170.000 Anlage- und Hebelprodukte auf dem Markt. Welche stehen neben dem Step-Invest-Zertifikat sonst noch hoch im Kurs?


Bilger: Der Markt für strukturierte Anlageprodukte in Deutschland ist einzigartig. In keinem Land der Welt ist die Vielfalt so groß. Viele Anleger schrecken angesichts des Risikos von Engagements in Aktien zurück. Strukturierte Produkte wie Express-Aktienanleihen Protect sind beispielsweise mit zusätzlichen Barrieren ausgestattet. Diese liegen bei Emission der Papiere oftmals 30 bis 50 Prozent unter dem dann aktuellen Kurs des Basiswertes (Anm. d. Red.: Der Basiswert ist das Bezugsobjekt, das dem Produkt zugrunde liegt). Notiert der Basiswert am letzten Bewertungstag oberhalb dieser Marke, bekommt der Anleger neben einer attraktiven Zinszahlung den Nennwert in voller Höhe zurück. Der Investor gewinnt somit auch, wenn die zugrunde liegende Aktie bzw. der Index moderat sinkt. Kunden der HypoVereinsbank können übrigens gemeinsam mit ihrem Berater über unser Tool my.onemarkets in nur wenigen Minuten ein individuell konzipiertes Produkt entwickeln und emittieren.


onemarkets: Sie haben es bereits angesprochen: Hohe Rendite und hohe Sicherheit sind zusammen kaum möglich. Investoren suchen somit nach Alternativen. Was sagen Sie Ihnen?


Bilger: Für immer mehr Investoren sind Anleihen mit Mindestrückzahlung durchaus eine interessante Anlagealternative. Je nach Ausstattung bieten sie eine Mindestrückzahlung in Höhe von zum Beispiel 90 Prozent des Nennbetrags. Gleichzeitig profitieren sie bis zu einem gewissen Grad von den Entwicklungen am Aktienmarkt. Der Anlagehorizont beträgt meist zwischen fünf und acht Jahren. Dies heißt jedoch nicht, dass Anleger gezwungen sind, die Wertpapiere so lange zu halten. Die strukturierten Wertpapiere von HypoVereinsbank onemarkets können börsentäglich gehandelt werden. Auch hier gilt: Wer kein passendes Produkt bei uns findet, kann in einer unserer Filialen gemeinsam mit dem Berater ein individuell zugeschnittenes Produkt inklusive eigener Wertpapierkennnummer erstellen. Probieren Sie es aus!


onemarkets: Herr Stocker, Herr Bilger, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.


Bildnachweis:


  • UniCredit Bank AG

Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.


Diese Informationen stellen keine Anlageberatung, sondern eine Werbung dar. Das öffentliche Angebot erfolgt ausschließlich auf Grundlage eines Wertpapierprospekts, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") gebilligt wurde. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Empfehlung zu verstehen, diese Wertpapiere der UniCredit Bank AG zu erwerben. Allein maßgeblich sind der Prospekt einschließlich etwaiger Nachträge und die Endgültigen Bedingungen. Es wird empfohlen, diese Dokumente vor jeder Anlageentscheidung aufmerksam zu lesen, um die potenziellen Risiken und Chancen bei der Entscheidung für eine Anlage vollends zu verstehen. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.


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Der Beitrag Interview: Anleger sollten jetzt darüber nachdenken, Positionen aufzubauen erschien zuerst auf onemarkets Blog (HypoVereinsbank - UniCredit Bank AG).



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