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Internationale Finanzmärkte haben Post-Peak-Phase erreicht




04.12.18 16:00
GAM

Berlin (www.aktiencheck.de) - In den vergangenen sechs Wochen ist die Volatilität an den Aktienmärkten deutlich gestiegen, so Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM Investments.

Der Ausverkauf, der Anfang Oktober begonnen und bis in den November angedauert habe, sei von der Sorge getragen worden, dass sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Unternehmenserträge ihren Höhepunkt erreicht hätten. Hinzu gekommen sei die Befürchtung, dass Handelskriege oder die straffere Geldpolitik der US-Notenbank (FED) zu einer weiteren Verschlechterung der Wachstums- und Ertragsaussichten führen könnten.

Dabei habe sich die Volatilität bisher primär auf den Aktienmarkt beschränkt, obwohl sich die Anleihenmärkte angesichts langfristiger US-Zinsen jüngst erholt hätten, die gegenüber ihren bisherigen Höchstständen um etwa 20 Basispunkte gefallen seien. Auch das deute darauf hin, dass die Märkte für 2019 mit einem schwächeren Wachstum rechnen würden. Die Devisenmärkte hingegen hätten sich weniger volatil entwickelt; unter anderem weil erwartet werde, dass die FED die Zinsen weiter erhöhen werde, während andere Zentralbanken wenig oder gar nichts unternehmen würden. Infolgedessen entwickle sich der US-Dollar weiterhin stark, allerdings innerhalb einer engen Bandbreite.

Mit Blick nach vorne sollten wir mit einer anhaltenden Marktvolatilität rechnen. Die FED werde die Zinsen weiter anheben, auch wenn ihre Normalisierung der Geldpolitik sich dem Ende zuneige. Die Europäische Zentralbank werde ihr Ankaufprogramm beenden und sich im nächsten Jahr auf die Beseitigung der negativen Zinssätze konzentrieren. In Japan steige die Kerninflation weiter an. Entgegen den Erwartungen könnte auch die Bank of Japan nächstes Jahr ihre Geldpolitik anpassen. Vor dem Hintergrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums dürfte eine sich ändernde und weniger vorhersehbare Geldpolitik die Märkte regelmäßig verunsichern.

Eine zentrale Sorge sei, dass kein anderer großer Markt in der Lage sei, die USA als Motor des globalen Wirtschaftswachstums zu ersetzen. In China sei zwar die Kreditpolitik gelockert worden, aber eine schnelle Erholung sei unwahrscheinlich. In Europa sei das Wachstum zuletzt durch Sonderfaktoren gebremst worden, beispielsweise die Schwäche der Automobilindustrie, und selbst eine Belebung gegen Ende dieses Jahres bedeute nicht unbedingt eine deutliche Beschleunigung für 2019. Aus Japan seien in letzter Zeit wieder bessere Daten vermeldet worden, unter anderem ein Anstieg der Industrieproduktion, aber aufgrund der Vollbeschäftigung im Land könne die Wirtschaft nicht über einen längeren Zeitraum ein Wachstum über dem Trend generieren.

Zusammengefasst könne man sagen, dass sich die Märkte nun in der Post-Peak-Phase befänden. Das müsse keine Rezession bedeuten, deute aber auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum und damit auf eine Verlangsamung des Ertragswachstums hin.

Kurzfristig hoffen lasse die Aussage der FED, dass ihre Leitzinsen jetzt knapp unter "neutral" lägen. Selbst wenn die FED ihre Geldpolitik bis Anfang 2019 weiter straffe, könnten die Anleger das Ende der Straffung bald ignorieren, was in der Regel ein positives Signal für riskantere Anlageklassen sei.

Für eine substanziellere Erholung der Märkte werde entscheidend sein, ob die USA und China ihren Handelskonflikt lösen könnten. Eine dauerhafte Lösung scheine unwahrscheinlich, aber eine gewisse Risikominderung würde den Märkten helfen, sich von den Tiefstständen der letzten Wochen zu erholen. (04.12.2018/ac/a/m)







 
 
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