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Infineon: Übernahme strategisch sinnvoll - Aktienanalyse




03.06.19 12:09
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Infineon-Aktienanalyse von Michael Schröder, Redakteur des Online-Anlegermagazins "Der Aktionär":

Michael Schröder von "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des Halbleiter-Konzerns Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, Nasdaq OTC-Symbol: IFNNF) unter die Lupe.

Infineon Technologies wage den bisher größten Übernahmeversuch seiner Geschichte. Der Chiphersteller wolle für neun Milliarden Euro den US-Konkurrenten Cypress Semiconductor übernehmen. Durch den Zukauf würde der DAX-Konzern weltweit zur Nummer acht unter den Chip-Herstellern aufsteigen - und die Nummer eins bei Chips für den Automobilmarkt werden.

In den vergangenen Jahren habe Infineon vor allem auf Wachstum aus eigener Kraft gesetzt und dabei viel Geld in den Ausbau eines Werks in Österreich gesteckt. Nun greife der Chiphersteller noch tiefer in die Kasse und plane die mit Abstand größte Akquisition der rund 20-jährigen Unternehmensgeschichte. Infineon habe sich zwar die Unterstützung der Cypress-Führungsspitze gesichert und wolle die Übernahme spätestens Anfang 2020 abschließen. Dazu müssten die Aktionäre das Angebot jedoch erst annehmen - und die zuständigen Aufsichtsbehörden zustimmen.

"Es ist ein stolzer Preis, da ist kein Zweifel", räume Vorstand Reinhard Ploss ein. Allerdings habe sein Konzern im Vergleich zu Wettbewerbern den Vorteil, dass es diese Summe trotz des Abschwungs in der Branche finanzieren könne. Hätten andere eine ähnlich gute Ausgangsposition gehabt, wäre der Preis noch höher ausgefallen, schätze Ploss.

"Die geplante Übernahme von Cypress ist ein großer und richtungsweisender Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung von Infineon", so Ploss. Die Technologieportfolios beider Gesellschaften würden sich ergänzen und großes Potenzial in wachstumsstarken Zielmärkten Automotive, Industrie und Internet der Dinge (IoT) eröffnen, argumentiere der Vorstand. Ploss erwarte, dass die positiven Umsatzeffekte durch die Übernahme langfristig bei mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr lägen. Zusätzlich sehe er ein Sparpotenzial von jährlich 180 Millionen Euro. Nach der Transaktion peile er ein Umsatzwachstum von neun Prozent, eine Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent und eine Investitionsquote von 13 Prozent an.

Cypress Semiconductor sei in den vergangenen Jahren unter anderem dank einer Übernahme stark gewachsen. 2018 habe der Konzern rund 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) umgesetzt und dabei 355 Millionen Dollar verdient. Infineon sei im Geschäftsjahr 2017/18 auf einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro gekommen - der Gewinn habe bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. Die Marge auf Basis des Segmentergebnisses habe im vergangenen Geschäftsjahr bei 17,8 Prozent gelegen.

Um die für die Übernahme notwendigen neun Milliarden Euro zu stemmen, wolle der Konzern bis zu rund 2,7 Milliarden Euro - also rund 30 Prozent - über den Kapitalmarkt einsammeln. Die restliche Summe des Übernahmepreises solle über neue Kredite und vorhandene Barmittel finanziert werden. Die strategischen Liquiditätsreserven würden nicht benötigt. Wie genau er das Eigenkapital besorgen wolle, habe sich Finanzchef Sven Schneider bisher offen gehalten. Es könne etwa auf eine Kapitalerhöhung mit oder ohne Bezugsrecht oder auf eine Pflichtwandelanleihe hinauslaufen. Infineon habe keinen Zeitdruck, denn die Kreditzusagen der Banken seien über fünf Jahre gelaufen.

Mit der geplanten Übernahme werde - zumindest teilweise - auch eine Erklärung für den jüngsten Kursrückgang nachgeliefert. Die Aktie sei also nicht nur aufgrund der Sorgen um mögliche Auswirkungen des Handelsstreits auf die Weltwirtschaft gefallen wie ein Stein. Mit dem Kursrutsch zum Wochenstart summiere sich das Minus seit Anfang Mai auf knapp 30 Prozent.

Dabei passe der Zukauf gut ins Bild und sei strategisch absolut sinnvoll. Die Produktportfolios der beiden Konzerne würden sich gut ergänzen. Mit Cypress stärke der DAX-Konzern seine globale Präsenz und baue seine marktführende Position im wichtigen Automotiv-Segment weiter aus. Cypress habe bereits einen großen Teil der Fertigung an andere Firmen ausgelagert und daher selbst einen geringeren Investitionsbedarf. Von diesem Modell wolle Infineon nach der Übernahme profitieren. Die Synergie-Prognose vom Vorstand klinge auf den ersten Blick damit realistisch.

Gehe der Plan vom Vorstand auf, dürfte der Konzern mittelfristig operativ profitieren - und die Aktie deutlich höher notieren.

Anleger mit Weitblick können das aktuelle Niveau daher zum Auf- oder Ausbau einer Position nutzen, so Michael Schröder von "Der Aktionär". Bis zu offiziellen Ankündigung, wie und zu welchen Konditionen das notwendige Eigenkapital aufgenommen werden solle, dürfte sich die Aktie aber recht volatil zeigen. (Analyse vom 03.06.2019)

Mit Material von dpa-AFX

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Akien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen/ genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Börsenplätze Infineon-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs Infineon-Aktie:
14,998 EUR -6,27% (03.06.2019, 12:00)

Xetra-Aktienkurs Infineon-Aktie:
15,05 EUR -6,43% (03.06.2019, 11:45)

ISIN Infineon-Aktie:
DE0006231004

WKN Infineon-Aktie:
623100

Ticker-Symbol Infineon-Aktie:
IFX

Nasdaq OTC Ticker-Symbol Infineon-Aktie:
IFNNF

Kurzprofil Infineon Technologies AG:

Die Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100, Ticker-Symbol: IFX, Nasdaq OTC-Symbol: IFNNF) ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Mikroelektronik von Infineon ist der Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft. Mit weltweit rund 40.100 Beschäftigten erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 (Ende September) einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro. Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol "IFX" und in den USA im Freiverkehrsmarkt OTCQX International Premier unter dem Symbol "IFNNY" notiert. (03.06.2019/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.







 
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DE0006231004 623100 22,10 € 13,45 €
Metadaten
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Analysten: Michael Schröder
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