Erweiterte Funktionen


Kolumnist: Volker Schulz

Immobilienaktien bieten deutliches Aufwärtspotenzial




11.06.14 12:22
Volker Schulz

Die jüngsten  Entscheidungen der EZB sind so angelegt, dass sie für relativ lange Zeit Gültigkeit behalten. Eine Umkehr ist aus dieser Situation heraus kurzfristig unmöglich. Zitat Mario Draghi: „Interest rates will stay low. Possibly longer than we previously thought“.  Das Zinsniveau wird voraussichtlich über Jahre nahe Null liegen.


Wenn das allgemeine Zinsniveau nahe Null liegt, müssen institutionelle Investoren entweder Aktien, Unternehmensanleihen oder Immobilien kaufen, um überhaupt noch nach Inflation eine positive Rendite zu erwirtschaften. Da inzwischen auch Unternehmensanleihen kaum noch akzeptable Renditen abwerfen, werden Immobilieninvestments für Großanleger immer wichtiger.

Die Folge sind eine starke Bautätigkeit sowie steigende Immobilienpreise. Eine um 14 % höhere Nachfrage nach Wohnimmobilien im ersten Quartal sagt viel. In der Folge stieg der Preisindex für Wohnimmobilien im ersten Quartal in Deutschland um 4,2 %, nachdem die Preise im vierten Quartal um 3,4 % nach oben geklettert waren. Bei den Gewerbeimmobilien konnte mit einem bundesweiten Transaktionsvolumen von über 10 Mrd. ¤ das bereits starke Vorjahresergebnis um gut 45 % überboten werden. Der Ordereingang stieg um 11 %. Die Renditen für deutsche Büroobjekte liegen derzeit zwischen 4,3 und 4,8 %, allerdings mit fallender Tendenz, da die Preise steigen. Bei einem Renditeniveau von 1,4 % für deutsche 10jährige Bundesanleihen wird aber die relative Attraktivität dieser Anlageklasse schnell sichtbar.

Deshalb hat die Bauindustrie jetzt ihre Prognose für 2014 von erwarteten 3,5 % Wachstum auf 4,5 % angehoben.  Von diesem Trend profitieren nicht nur die Immobilienaktien, sondern alle Titel die irgendwie am Bausegment hängen.  Dazu gehören natürlich die großen Bestandshalter wie Dt. Wohnen, Gagfah, LEG Immobilien die DT. Annington oder der Gewerbeimmobilienspezialist DIC Asset. Die Angaben zum Net Asset Value für das erste Quartal wurden durchweg angehoben. Im Schnitt um etwa 6 bis 8 %. Aber auch die FFO (Funds From Operations) - Kennziffer konnte im Schnitt knapp zweistellig zulegen. Die Zahl zeigt, wie viel Cash-Flow im operativen Geschäft vor Verkäufen und Aufwertungen erwirtschaftet wird. Auch Immobilien-Dienstleister wie unser Musterdepotwert Patrizia Immobilien sitzen wie die Made im Speck. Letztere ist ein Spezialist für Immobilienspezialfonds und verwaltet derzeit schon ein  Fondsvolumen von über 13 Mrd. ¤. Institutionelle Investoren rennen Patrizia förmlich die Türen ein. Jetzt intensiviert man auch in die Expansion ins Ausland. Attraktiv sind zudem Hornbach-Baumarkt sowie die Bauzulieferer Westag & Getalit, Uzin Utz oder Innotec TSS.


Im Mittelpunkt in dieser Woche steht Gagfah.  Der US-Finanzinvestor Fortress verkauft seine verbliebene Beteiligung von 27,6%. Finanzkreisen zufolge werden die knapp 60 Millionen Aktien aus dem Besitz von Fortress zu je 12,34 ¤ platziert. Die Bücher sollen stark überzeichnet sein. Damit ist der Deckel weg. Weitere Anteilsverkäufe wird es nicht geben. Gagfah steht jetzt auf eigenen Beinen, mit einer klaren Strategie, sinkenden Leerstandquoten und deutlich höheren Bewertungsanpassungen im Wohnungsportfolio.


Fazit: Die deutsche Immobilienbewertung zeigt einen atemberaubenden Ausgangspunkt für die Einschätzung der weiteren Zukunft. Selbst wenn man unterstellt, dass darin aufgrund der deutschen Wiedervereinigung Verzerrungen entstanden sind, ist von einer Überbewertung oder einer Immobilienblase noch lange nicht zu reden. Kaufen Sie Immobilienaktien. Die meisten notieren zum Teil noch deutlich unter ihrem Net Asset Value.




Bernecker

___________________________________________________________________________





powered by stock-world.de




 
 

Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...