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Kolumnist: Börse Stuttgart AG

Immer wieder Donald Trump




09.08.19 16:43
Börse Stuttgart AG

Euwax bonds


Gerade erst hatte sich die Enttäuschung bei den Anlegern über die Zinssenkung der US-Notenbank Fed um „nur“ 0,25 Basispunkte gelegt, da sandte US-Präsident Donald Trump drei Tweets ab, die die großen Indizes erneut gen Süden schickten. Ab 1. September sollen von Seiten der USA neue Zölle im Wert von 10 % auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden erhoben werden.


In Folge fiel die Rendite der 30-jährigen Bundesanleihe in den negativen Bereich – zum ersten Mal überhaupt. Auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen rutschte zeitweise bis auf -0,61 %, ebenfalls ein historischer Tiefstand (siehe „Bundes-/Staatsanleihen“). In der Tat werden die Sorgenfalten an den Finanzmärkten nach dieser neuerlichen Eskalation im Handelsstreit größer. So fiel der chinesische Yuan im Nachgang an die Zoll-Ankündigung unter sieben Yuan pro US-Dollar. Diese Marke galt als „rote Linie“, die seit 2008 nicht mehr unterschritten wurde. Donald Trump witterte umgehend eine Währungsmanipulation durch China – womöglich Anlass genug für zukünftige, weitere Attacken aus dem Weißen Haus. Dabei wäre es auch möglich, dass es sich bei der Abwertung des chinesischen Yuans weniger um eine Manipulation seitens der chinesischen Notenbank handelt, sondern um eine Marktreaktion: So könnte sich auch die Erwartung einer schwächeren chinesischen Konjunktur als Folge der US-Strafzölle negativ auf den Wechselkurs auswirken.


Für die US-Administration scheint der Fall jedoch klar zu sein. Je billiger die chinesische Währung, desto günstiger auch deren Exporte auf den weltweiten Märkten – alles Absicht also. Gut möglich also, dass Donald Trump daher weiterhin versucht, auf die Fed einzuwirken, um durch weitere Zinssenkungen auch eine Abwertung des US-Dollars zu erreichen.
Die Gefahr einer weiteren Eskalation des ohnehin schon brodelnden Handelskonflikts ist dabei nicht nur auf die beiden wirtschaftlichen Großmächte beschränkt. Ein Übergreifen des Konflikts auf die Devisen- und Rohstoffmärkte hätte fatale Folgen für die Weltwirtschaft. Gut möglich auch, dass bald wieder die EU in das Visier des US-Präsidenten rückt. Dieser hält Wirtschaftskriege nach wie vor als „leicht zu gewinnen“ – zumindest, wenn es gegen schwächere Kontrahenten wie Mexiko oder Kanada geht. Welche langfristigen Folgen dieser bisherige Kurs nach sich zieht, scheint jedoch nicht unbedingt allen Beteiligten auf US-Seite klar zu sein. Die negativ rentierenden Bundesanleihen scheinen also nach und nach von der Ausnahme zur Regel zu werden – zumindest so lange, bis sich dieser Konflikt entschärft und sich die Weltwirtschaft erholt.


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