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Kolumnist: Björn Junker

Imagin Medical bringt Erkennung von Blasenkrebs auf ein neues Level




20.06.18 13:32
Björn Junker

Der Entwickler von Medizintechnik, Imagin Medical (CSE: IME; FRA: DPD2), erprobt eine neues digital-optisches System, das eine schärfere Abgrenzung von erkranktem Gewebe bei Blasenkrebs ermöglicht. Das so genannte i/Blue Imaging System beschleunigt Diagnose und Operation und soll außerdem den erneuten Krebsbefall (Rezidive) vermindern.


"Wir haben die Entwicklung unseres Prototyps abgeschlossen, eine fortschrittliche optische und Lichtsensortechnologie, die in Verbindung mit Weißlicht- und Nahinfrarot-Fluoreszenz bessere Bilder in weniger als 15 Minuten liefern soll, anstatt einer Stunde wie bei herkömmlichen Systemen vor dem Einsatz im Operationssaal ", sagte Jim Hutchens, President und CEO, in einem Interview mit dem auf medizinische Themen spezialisierten Blogger Kilmer Lucas auf der Plattform BioTuesdays, die Kilmer seit 2009 betreibt. Im Folgenden geben wir Auszüge aus dem Gespräch zwischen Imagin CEO Jim Hutchens und Kilmer wider. http://www.biotuesdays.com/features/2018/6/12/imagin-medical-taking-bladder-cancer-imaging-to-next-level


"Wir sind davon überzeugt, dass die Zeitersparnis die Effizienz der Operation erhöht und die Kosten für das Gesundheitswesen senkt, da die Behandlung auch in der kostengünstigeren Umgebung einer Arztpraxis durchgeführt werden kann", sagte Hutchens.


"Das i / Vision wird die am häufigsten verwendeten fluoreszierenden Kontrastmittel wie Indocyaningrün (ICG) aufnehmen und könnte Imagin ermöglichen, sich auf weitere Spezialgebiete wie allgemeine Chirurgie, Gynäkologie, kolorektale und thorakale Eingriffe auszudehnen", so Hutchens.


Endoskope mit weißem Licht werden seit Jahrzehnten verwendet. Weißes Licht ist sehr effektiv für die Darstellung krebsartiger Tumore, die über die Blasenwand hinausragen, weniger gut ist dagegen die Sichtbarmachung der Tumorränder oder von Tumoren, die auf der Blasenoberfläche liegen.


Es gibt schon eine neuere endoskopische Technik, die Kontrastmittel mit weißem Licht und einen Blaufilter verwendet, um Fluoreszenz zu induzieren. Zwar helfe dies den Krebs zu visualisieren, so Hutchens, allerdings müssten Chirurgen zwischen verschiedenen Bildern hin- und her wechseln, um flache Karzinome zu erkennen und die Ränder der Tumore sichtbar zu machen. Hinzu komme die Unannehmlichkeit, dass eine Stunde gewartet werden muss, bis die Kontrastmittel in der Blase sichtbar sind, bevor die Operation beginnen kann.


"Endoskope mit unserem i / Blue Imaging System haben das Potenzial, Blasenkrebs in weniger als 15 Minuten zu sehen, mit einer Optik, die 100-mal empfindlicher ist", betont Hutchens. Prämaligne Läsionen und Tumorgewebe entlang der Ränder würden hervorgehoben und für die Entfernung identifiziert.


Der Vorteil des i / Blue Systems sei, dass sich das Hin- und Herschalten zwischen weißem Licht und Fluoreszenzbild erübrigt. Der operierende Arzt sehe nur ein einziges digital erzeugtes Bild in Echtzeit. "Wir glauben, dass dies eine bahnbrechende Bildgebungstechnologie für ein bedeutendes medizinisches Problem darstellt", sagte Hutchens.


Das geistige Eigentum des Unternehmens wird durch drei US-Patente geschützt, die vom Lawrence Livermore National Laboratory, einem Bundesforschungslabor, lizenziert wurden. Derzeit werde das Gerät für die Vermarktung neu konfiguriert, wobei weitere potenziell patentierbare Features eingebaut werden.


Blasenkrebs ist die sechsthäufigste Krebsart in den USA, ist jedoch die Krebsart, deren Behandlung am teuersten ist. Es gibt eine Rückfallquote von mehr als 50 Prozent bei dem häufiger auftretenden Nicht-Muskeltypus Blasenkrebs. Insgesamt werden in den USA 81.000 neue Fälle pro Jahr gezählt. Laut der Statistik der American Cancer Society sterben rund 17.000 Patienten sterben jährlich an Blasenkrebs.


“Blasenkrebs ist ein Hot-Button-Urologie-Problem auf der Suche nach Innovation", fasst Hutchens zusammen. ”


Dr. Edward Messing, Inhaber des Lehrstuhls für Urologie an der University of Rochester Medical Center führt derzeit eine Erstuntersuchung mit dem i / Blue Imaging System durch. Das auf zehn Patienten angelegte Projekt soll zeigen, dass das System Blasenkrebs innerhalb von 15 Minuten erkennen kann. Mit dem Abschluss der Studie wird in den nächsten Monaten gerechnet.


Die Studie dient zur Vorbereitung des FDA-Genehmigungsprozesses im Spätsommer. Das Unternehmen wird wahrscheinlich die Vorab-Zulassung von i / Blue durch eine klinische Studie beantragen, die seine Leistung mit anderen derzeit auf dem Markt befindlichen Geräten vergleicht.


Imagin will seine klinischen Programme an der Universität von Rochester und der Universität von Kalifornien in Davis sowie mit privaten Arztgruppen durchführen.


"Wenn alles nach Plan läuft, hoffen wir, unser Produkt auf dem Kongress der American Urology Association in Chicago im Mai 2019 auf den Markt zu bringen oder zumindest seine Wirksamkeit unter Beweis zu stellen", sagt Hutchens.


Imagin will die neue Technologie zuerst im im Operationssaal etablieren und dann auf urologische Arztpraxen ausdehnen, in denen die Diagnose von Blasenkrebs durchgeführt wird. „Die Einrichtung von bis zu vier Centers of Excellence würde sofort Glaubwürdigkeit auf dem Markt etablieren“, glaubt Hutchens.



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