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IT-Aktien: Dominiert jetzt Technophobie die Märkte?




16.05.18 11:46
Danske Invest

Kopenhagen (www.aktiencheck.de) - 2018 war für Anleger in IT-Aktien bisher ein recht turbulentes Jahr, so die Experten von Danske Invest.

Der Jahresauftakt sei vielversprechend verlaufen, doch seither seien viele IT-Aktien dramatisch eingebrochen. Insbesondere nachdem der Facebook (ISIN US30303M1027/ WKN A1JWVX)-Skandal ins Rollen gekommen sei. Marc Homsy, Leiter Anlagenvertrieb Deutschland bei Danske Invest, bleibe dennoch optimistisch.

Als sich herausgestellt habe, dass die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern während des US-amerikanischen Wahlkampfs im Jahr 2016 missbraucht worden seien, habe dies weltweite Schocks und zunehmende Skepsis an der Kontrollierbarkeit neuer Technologien ausgelöst. Dies wiederum habe Ängste vor einer strengeren Regulierung geschürt, die die Gewinne von Technologieunternehmen beeinträchtigen könne.

Eine neue Studie der Investmentbank Bank of America Merrill Lynch lasse erkennen, dass 64 Prozent der institutionellen Anleger derzeit eine strengere Gesetzgebung als größte Gefahr für IT-Aktien ansehen würden. Diese Regulierungs-Angst habe neuerliche Nahrung erhalten, da der Facebook-Skandal die allgemeine Technophobie noch verschärft habe. Technophobie ist die Angst, dass neue und komplexere Technologien unserem bestehenden Lebensstil schaden und ihn bedrohen können, so die Experten von Danske Invest. Für viele Technologiegegner habe der Facebook-Skandal in der Behauptung gemündet, dass die Illusion von einem Privatleben im Internet endgültig geplatzt sei.

Gewiss sei diese technologiekritische Sichtweise nicht völlig unberechtigt. Es habe sich jetzt so deutlich wie nie zuvor gezeigt, wie leicht die Nutzerdaten von Facebook, Google und anderen Webseiten und Apps auf kommerzielle oder politische Weise verwendet - oder missbraucht - werden könnten. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde diese Debatte zu neuen Verbraucherschutzbestimmungen führen. Ein solcher Schritt wäre kaum überraschend und auch nicht unbedingt schlecht. Geschichtlich gesehen seien neue Bestimmungen und Gesetze vielmehr ein ganz natürlicher Teil des gesellschaftlichen Wandels, wenn neue Technologien zum festen Bestandteil des täglichen Lebens würden.

Als im Jahre 1901 mit dem inzwischen verblichenen "Oldsmobile" das erste in Großserie hergestellte Benzinauto in den USA auf den Markt gekommen sei, sei es nicht möglich gewesen, über eine rote Ampel zu fahren - die erste elektrische Ampel sei erst 1912 in Salt Lake City eingeführt worden. Auch die Vorschriften für Sicherheitsgurte und Einfädelspuren auf Autobahnen hätten damals einer fernen Zukunft angehört. Doch als sich das Auto immer größerer Beliebtheit erfreut habe, seien Verkehrsregeln, Sicherheitsauflagen und der Führerschein eingeführt worden. Gleichzeitig habe die Menschheit mehr über die negativen Auswirkungen von Autos auf Umwelt und Klima gelernt, was unter anderem zu der Auflage geführt habe, Blei aus Benzin zu entfernen.

Gleichermaßen sei es sowohl natürlich als auch absehbar, dass die Gesetzgebung fortlaufend angepasst werde, wenn neue Technologien immer schneller und selbstverständlicher zum Alltag gehören würden. Die Digitalisierung bietet uns großartige Möglichkeiten und Vorteile, doch von Zeit zu Zeit muss man den technologischen Fortschritt "erden", damit er sich den Normen, die in unserer Gesellschaft gelten, anpasst, so die Experten von Danske Invest. Technologie kennt nur die Grenzen, die wir selbst definieren, so die Experten von Danske Invest.

Die Angst der Anleger vor Regulierung sei trotzdem rational - insbesondere, wenn die Technologiegegner so viel Lärm machen würden, dass am Ende die Politiker zu einer Überregulierung neigen würden. Gleichzeitig begrenze sich eine strengere Regulierung nicht unbedingt nur auf rigide Vorschriften für die Erhebung und Verwendung von Nutzerdaten, sondern könne sich auch auf eine Gesetzgebung gegen den monopolähnlichen Status einiger Technologiekonzerne oder ihre Möglichkeiten für grenzübergreifende Steueroptimierungen niederschlagen.

Ohne Zweifel könne eine strengere Gesetzgebung das Geschäftsmodell und die Gewinne ausgewählter Technologieunternehmen beeinträchtigen. Doch aus einem größeren Blickwinkel betrachtet könne die Zukunft nicht zurückgedreht werden. Selbst die hartnäckigsten Technophoben hätten es nicht geschafft, die Verbreitung des Autos zu verhindern und wieder Pferdekutschen einzuführen. Und genauso wenig können sie die voranschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft aufhalten, so die Experten von Danske Invest. Die guten alten Zeiten seien vorüber. Jetzt stünden die guten neuen Zeiten bevor. (16.05.2018/ac/a/m)







 
 
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