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ISM Index legt im November unerwartet deutlich zu




04.12.18 11:29
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Das Institute for Supply Management (ISM) gab heute bekannt, dass der nationale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im November um 1,6 auf 59,3 Punkte gestiegen ist, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Damit sei auch die über Konsens liegende Prognose der Analysten noch übertroffen worden.

Die Märkte hätten kaum auf die Daten reagiert. Der Dollar notiere zum Euro sogar 0,1 Cent schwächer. Bei US-Staatsanleihen habe es keine nachhaltige Reaktion gegeben.

Die Einschätzung der Analysten: Die regionalen Stimmungsumfragen für das Verarbeitende Gewerbe aus Chicago, Dallas, Philadelphia, New York und Richmond seien im November sehr uneinheitlich ausgefallen. Zwischen starkem Minus und starkem Plus sei alles vertreten gewesen. Die Analysten der RBI hatten ihre Prognose für den ISM Index angesichts des am Freitag vermeldeten drittstärksten Anstiegs des Chicago PMI in den letzten zehn Jahren kurzfristig noch von einem kleinen Rückgang auf einen kleinen Anstieg gedreht. Der Blick auf die Unterkomponenten offenbare, dass der Anstieg des Gesamtindex vor allem aus der Beurteilung des Auftragseingangs (+4,7 auf 62,1 Punkte) resultiere. Weniger stark aufgehellt hätten sich die Beurteilung der Produktionsentwicklung und der Beschäftigungsaussichten. 13 der 18 abgedeckten Industriezweige würden im November von einer Produktionsausweitung berichten, drei Industriezweige hättem eine rückläufige Geschäftstätigkeit gemeldet.

Die vom Institute for Supply Management aufgelisteten Kommentare einiger der befragten Unternehmen hätten im Wesentlichen unverändert drei Themenschwerpunkte: Einfuhrzölle, gut gehende Geschäfte und Arbeitskräftemangel. Glaube man den Aussagen der Unternehmen, könnten die Geschäfte ohne die Strafzölle auf Stahl und Aluminium sowie auf chinesische Importe wohl sogar noch besser laufen: "Strafzölle und gestiegene Rohstoffkosten haben unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich negativ beeinflusst.", "Die Geschäfte laufen weiter gut. Der negative Einfluss der Zölle ist vollständig in den Zahlen für das dritte Quartal abgebildet. Die Verlagerung von Produktionsstandorten von China in andere Niedriglohnländer wurde angestoßen." und "Die Produktion läuft weiter auf hohem Niveau." Zahlreiche Unternehmen würden weiter mit einem leergefegten Arbeitsmarkt kämpfen: "Der Mangel an Arbeitskräften in unserer Region wirkt sich negativ auf unsere Produktionsmenge aus." und "Der Mangel an erfahrenen Arbeitskräften wirkt sich negativ auf die Produktion aus." Erstmals seit Monaten gibt es aber auch einen Kommentar, der von einer nachlassenden Geschäftstätigkeit kündet: "Wir beobachten eine Reihe sich abschwächender Wirtschaftsbereiche, was wir mit Sorge betrachten."

Mit 59,3 Punkten liege der ISM Index weiter klar über dem durchschnittlichen Niveau der letzten 25 Jahre von 52,5 Punkten. Im Verarbeitenden Gewerbe laufe es also noch immer sehr gut. Es scheine aber erste Abkühlungserscheinungen zugeben. Neben dem oben erwähnten Unternehmenskommentar deute auch die Zahl der Wirtschaftsbereiche, die von einer Produktionsausweitung würden auf eben solche hin berichten. Deren Zahl sei nämlich seit einigen Monaten rückläufig. Zudem steige die Zahl der Industriezweige, die von einer rückläufigen Produktion sprechen würden. Die Analysten der RBI gehen daher davon aus, dass der ISM Index in den nächsten Monaten tendenziell wieder sinken wird.

Die US-Notenbank dürfte aus den heutigen Zahlen vor allem lesen, dass die Konjunktur weiter boome. Die möglichen negativen Effekte der Handelsstreitigkeiten auf die Konjunktur würden verglichen mit den zunehmenden Inflationsrisiken nach Meinung der Analysten in den Hintergrund rücken. Die Analysten sähen daher unverändert eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die FED den Leitzins am 19. Dezember erneut um 0,25 Prozentpunkte anheben werde. (Ausgabe vom 03.12.2018) (04.12.2018/ac/a/m)







 
 
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