Erweiterte Funktionen


ISM Index klettert im August auf höchsten Stand seit Mai 2004




05.09.18 08:40
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Das Institute for Supply Management (ISM) gab bekannt, dass der nationale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im August um 3,2 auf 61,3 Punkte gestiegen ist, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Der Konsens habe mit einem kleinen Minus gerechnet. Die Märkte hätten kaum auf die Daten reagiert. Der Dollar notiere zum Euro quasi unverändert, bei US-Staatsanleihen habe es minimalste Kursverluste gegeben.

Nach dem unerwartet deutlichen Rückgang des ISM Index im Juli sei auch der nun für August vermeldete kräftige Anstieg völlig überraschend gekommen. Die höchste bei Bloomberg abgegebene Analystenschätzung habe bei 59,5 Punkten gelegen. Die diversen regionalen Stimmungsumfragen für das Verarbeitende Gewerbe hätten sich im August uneinheitlich entwickelt: Einem Rückgang in Chicago, Dallas und Philadelphia habe ein Anstieg in New York und Richmond gegenübergestanden. Das habe eher einen in etwa unveränderten Wert für den ISM Index erwarten lassen.

Die Unterkomponenten des Gesamtindex hätten sich in Summe sehr stark entwickelt. Sowohl die Beurteilung der Produktionsentwicklung (+4,8 auf 63,3 Punkte) als auch die Einschätzung des Auftragseingangs (+4,9 auf 65,1 Punkte) hätten stark zugelegt. Auch die Einschätzung der Beschäftigungsaussichten (+2,0 auf 58,5 Punkte) habe sich spürbar aufgehellt. 16 der 18 abgedeckten Industriezweige würden im August von einer Produktionsausweitung berichten, zwei Industriezweige hätten eine rückläufige Geschäftstätigkeit gemeldet.

Die vom Institute for Supply Management aufgelisteten Kommentare einiger der befragten Unternehmen würden klar zeigen, dass das Verarbeitende Gewerbe boome: "Eine ungebrochen hohe Nachfrage führt an vielen Standorten dazu, dass der Markt leer gefegt ist. Unsere Produktionsstätten stehen daher unter hohem Druck, mehr zu produzieren und die Maschinen voll auszulasten. Unser Einkauf tut sich schwer, für die Produktion kritische (Ersatz)Teile zu beschaffen, da deren Lieferzeit zugenommen hat." Außerdem werde erneut auf steigenden Preisdruck hingewiesen: "Reger Auftragseingang, aber die Preise für Chemierohstoffe stiegen unvermindert." und "Starke Geschäftstätigkeit. Der Auftragseingang ist gestiegen. Die Einkaufspreise sind gestiegen."

Auch die bereits eingeführten bzw. angedrohten Importzölle würden die Unternehmen weiterhin beschäftigen: "Das Schwierigste, mit dem wir es zu tun haben, ist das Unbekannte. Der Umgang mit den Zöllen auf Stahlkäufe und das Nichtwissen, ob und wann sie enden werden, erschwert die Planung." Probleme bei der Mitarbeitersuche seien dagegen im August nicht so deutlich thematisiert worden wie im Juli.

Mit 61,3 Punkten habe der ISM Index im August den höchsten Stand seit Mai 2004 erreicht. Noch höhere Werte habe es in den vergangenen 40 Jahren überhaupt nur in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1983 gegeben. Die US-Konjunktur scheine unvermindert zu boomen. Die bereits vorhandenen Engpässe in quasi allen Wirtschaftsbereichen würden zunehmen. Wegen dieser Engpässe gebe es verglichen mit der aktuellen Situation so gut wie kein Aufwärtspotenzial mehr. Halte dieser Zustand an, dürfte sich dies immer stärker in der Preisentwicklung niederschlagen. Deutliche Hinweise hierauf würden sich schon in den Unternehmenskommentaren finden. Verschärft werde diese Situation noch durch die preistreibenden Effekte der eingeführten Schutzzölle. Die negativen Effekte der aktuellen US-Handelspolitik werden sich bei zahlreichen Unternehmen zwar schon bemerkbar machen, eine Gefahr für die Konjunktur würden sie allerdings derzeit nicht darstellen.

Die US-Notenbank dürfte aus den heutigen Zahlen vor allem lesen, dass die Konjunktur weiter boome. Die möglichen negativen Effekte der Handelsstreitigkeiten auf die Konjunktur würden verglichen mit den zunehmenden Inflationsrisiken unserer Meinung nach in den Hintergrund rücken. Die Analysten würden daher eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit sehen, dass die FED den Leitzins auf ihrer Sitzung am 26. September erneut um 0,25% anheben werde. (Ausgabe vom 04.09.2018) (05.09.2018/ac/a/m)







 
 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.



Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...