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IPOs 2018: Wer ist 2018 tatsächlich an die Börse gegangen?




08.10.18 17:00
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Zu Jahresbeginn hatten wir einen Ausblick auf geplante Börsengänge 2018 getan und konstatieren können, dass möglicherweise mehr passieren wird als in den mageren Jahren zuvor, so Dr. Lutz Tantow, Analyst der Nord LB.

Healthineers und DWS als Ausgründungen von Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) und Deutsche Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) hätten es getan - die LKW-Sparte von VW (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) und BASF (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11)-Tochter Wintershall würden noch auf sich warten lassen. International seien Xiaomi (ISIN KYG9830T1067/ WKN A2JNY1), Spotify (ISIN LU1778762911/ WKN A2JEGN) und Dropbox (ISIN US26210C1045/ WKN A2JE48) die großen Namen, die es durchgezogen hätten. Was sei sonst aus den vielversprechenden IPO-Plänen 2018 bislang geworden?

Mit dreimal so vielen Unicorn-Börsengängen als 2017 allein in den ersten acht Monaten sei 2018 schon jetzt das erfolgreichste IPO-Jahr des bisherigen Jahrhunderts. Unter 23 Unicorns 2018 lägen die USA mit 9 Börsengängen ganz vorn was die Anzahl betreffe; größere Volumina seien allerdings woanders generiert worden: Von den sechs Unternehmen, die sich für den Börsengang entschieden hätten und mehr als USD 10 Mrd. wert seien, sei nur Dropbox aus den Staaten. Chinesische Firmen wie Xiaomi, Pinduoduo (ISIN US7223041028/ WKN A2JRK6) und iQiyi würden dominieren. Uber und Airbnb würden erst für 2019 planen. Und der Börsengang des staatlichen saudischen Ölkonzerns Aramco sei erst einmal abgeblasen worden - dabei habe man erwartet, er könnte alle Rekorde brechen.

Zwar habe es in Deutschland mit Creditshelf (ISIN DE000A2LQUA5/ WKN A2LQUA) in Q3 nur einen Börsengang gegeben, aber im ersten Halbjahr seien es schon 15 IPOs mit einem Emissionsvolumen von insgesamt rund USD 9 Mrd. (= EUR 7,65 Mrd.) gewesen. Laut Ernst+Young seien das mehr als 2017, als 14 Unternehmen den Schritt aufs Parkett gewagt hätten und dabei USD 3,7 Mrd. eingesammelt hätten. Noch im Oktober sei die Erstnotiz des Münchner Elektro-Motorroller-Herstellers Govecs vorgesehen, der Bremsenhersteller Knorr-Bremse habe seinen Börsengang für kommenden Freitag terminiert. Der Arzneimittelimporteur Abacus und die Beteiligungsgesellschaft Primepulse wollten ebenfalls noch dieses Jahr an die Börse.

"Etliche Unternehmen - sowohl klassische Industriekonzerne als auch Technologieunternehmen - stehen derzeit in den Startlöchern. Gut möglich, dass in den kommenden Monaten noch einige namhafte Börsenneulinge dazukommen", habe EY-Experte Martin Steinbach gesagt. Damit wachse der deutsche IPO-Markt gegen den Trend: Weltweit sei die Zahl der Börsengänge im dritten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 22% auf 302 gesunken. Das Emissionsvolumen sei jedoch - vor allem dank einiger sehr großer Börsengänge in China - um 9% auf fast USD 48 Mrd. gestiegen.

Am 3. Oktober sei Aston Martin an die London Stock Exchange gegangen. Trotz Edel-Image werde dem weltweit führenden Hersteller von Luxus-Sportwagen (James Bond) Sand im Getriebe bescheinigt.

Am morgigen Dienstag wolle Westwing mit einer avisierten Preisspanne zwischen EUR 26 und EUR 29 an die Börse gehen - das würde dem Online-Möbelhändler mindestens 132 Mio. Euro einbringen. Die Nachfrage sei so groß, dass z.B. Großaktionär Rocket Internet (ISIN DE000A12UKK6/ WKN A12UKK) (30%) nicht bereit sei Aktien abzugeben und die Zeichnungsfrist verkürzt worden sei. Westwing wolle die Erlöse zur Expansion im Ausland und zur Tilgung von Schulden verwenden.

Nun könnte man meinen, es sei derzeit ein besonders lukrativer Zeitpunkt für Börsengänge. Der Spezialanlagenbauer Exyte aus Stuttgart sei da anderer Ansicht und habe ganz aktuell sein geplantes IPO erst einmal abgesagt. Bis zu 1 Mrd. Euro habe das Unternehmen platzieren wollen, doch die Stimmung an den Aktienmärkten sei momentan nicht ideal, werde behauptet. Diese Einschätzung sei sicherlich individuell auf Exyte zu beziehen und nicht generalisierbar. (08.10.2018/ac/a/m)






 
 
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