Kolumnist: Börse Stuttgart AG

Hohe Nachfrage nach chinesischen Euro-Bonds




15.11.19 15:29
Börse Stuttgart AG

Euwax bonds

Premiere nach 15 Jahren: Erstmals seit 2004 emittierte China letzte Woche drei neue Staatsanleihen, die in Euro laufen (WKNs: A2R99K, A2R99L und A2R99M). Das Emissionsvolumen der drei Anleihen belief sich auf insgesamt vier Milliarden Euro – und China hätte bei den Investoren sogar 20 Milliarden Euro einsammeln können, so hoch war die Nachfrage nach den Anleihen mit einer Laufzeit von sieben, zwölf und 20 Jahren. China profitiert durch diese Emission von den niedrigen Zinsen im Euro-Raum. Bei der neuen, zwölfjährigen Anleihe beispielsweise beträgt der Kupon 0,5 %. Für ein vergleichbares Papier in der chinesischen Währung Yuan würde der Kupon bei etwa 3,0 % liegen. Zudem ist die jüngste Emission von Euro-Bonds ein Signal für die weitere Öffnung des Landes für westliche Anleger. So könnten nach dem chinesischen Staat auch Unternehmen aus der Volksrepublik Anleihen in Euro begeben und sich Geld am europäischen Anleihemarkt beschaffen.

Für Anleger sind die China-Bonds interessant, da sie im Vergleich zu vielen anderen Anleihen aus dem Euro-Raum noch eine nennenswerte Rendite bieten, China gleichzeitig aber auch ein vorzeigbares Rating von „A+“ aufweist. Anleihen in Euro mit einer Rendite von etwa 0,5 % und einem Rating als solider Schuldner – kein Wunder, dass sich die Bonds großer Nachfrage erfreuen. Jedoch weisen alle drei Neuemissionen einen handelbaren Mindestbetrag von 100.000 Euro auf. Damit kommen sie für Privatanleger kaum in Frage. Wer dennoch in chinesische Anleihen investieren möchte, findet an der Börse Stuttgart über 40 Anleihen in der chinesischen Währung Yuan. Darunter finden sich etliche Anleihen mit einem handelbaren Mindestbetrag von einer Million CNY, also rund 130.000 Euro, die daher eher institutionellen Anlegern vorbehalten sind. aber auch eine Anleihe (WKN: A19WEV) mit einem handelbaren Mindestbetrag von 10.000 CNY, also etwa 1.300 Euro.

Stichwort China: Das Reich der Mitte wirkt sich auch auf die Renditen deutscher Staatsanleihen aus – zumindest über den Umweg Donald Trump. Die Äußerungen des US-Präsidenten sorgten am Mittwoch wieder für Unsicherheit an den Märkten. So hatte Trump keine neuen Details zum Stand eines Handelsabkommens zwischen den USA und China geliefert und den Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine schnelle Einigung damit erstmal einen Dämpfer verpasst. In Folge fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf -0,3 %.


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