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Hoffen, bangen, hoffen - bis in alle Ewigkeit?




02.11.22 10:41
Euroswitch

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Das Auf und Ab an den Märkten macht es dem Anleger nicht leicht. Auch wenn das Börsenjahr 2022 weiterhin volatil und spannend bleiben dürfte, ist Thomas Böckelmann, leitender Portfoliomanager der Vermögensmanagement Euroswitch, der leicht positiv gestimmt.

"Als Anleger darf man mit Hoffen in die Zukunft blicken, denn die Reaktivierung des europäischen Zinses ist ein Segen - erstmals seit vielen Jahren gibt es wieder Opportunitäten und Zinssätze, die in Einzelfällen sogar für die Risiken kompensieren." Zwar seien mit jeder weiteren Zinserhöhung die Risiken für die Wirtschaft gestiegen, aber laut Experten dürften Anleihen theoretisch wieder für ein positives Diversifikationspotenzial in einem Wertpapierdepot sorgen.

Der Monat Oktober habe an den meisten Kapitalmärkten Erleichterung gebracht. Aktien und Anleihen seien im Wert trotz widersprüchlicher Weltwirtschaftsdaten, weiterer Zinsanhebungen, geopolitischer Enttäuschungen und eines teilweise dramatischen Starts in die Berichtssaison der Unternehmen gestiegen - so hätten die großen US-Technologiewerte in nur einer Handelswoche fast 1.000 Mrd. US-Dollar an Börsenwert verloren.

Marktteilnehmer hätten sich von der laufenden Berichtssaison richtungsweisende Erkenntnisse zum Umgang mit strukturellen Wertschöpfungs- und Lieferkettenbrüchen sowie mit der Inflation erhofft. "Mit Bangen wurden die Ausblicke der Unternehmen für die kommenden Monate angesichts des unverändert unsicheren und zunehmend rezessiven Umfeldes erwartet", so Böckelmann. Gemessen an den Befürchtungen hätten die Unternehmen bislang die reduzierten Erwartungen mehrheitlich überfüllen können, welches positiv mit durchschnittlich steigenden Kursen honoriert worden sei.

Überall auf der Welt drohe Rezession, dennoch würden mit Ausnahme Japans die größten Notenbanken auf ihrem Weg weiterer Zinsanhebungen bleiben. "Trotz unterschiedlicher Inflationsursachen und Komponenten der Inflation - vorläufige wie strukturelle - ist das Agieren der Notenbanken dennoch schlüssig und richtig", so Böckelmann.

Und weiter: "Im Endeffekt geht es um die Begrenzung der Inflationserwartungen bei den Wirtschaftssubjekten - private Konsumenten wie Unternehmen -, um langfristige Schäden zu vermeiden. Insofern ist es wichtig, jetzt schnell mit großen Schritten die Zinsen anzuheben, um sich einerseits wieder Respekt und Vertrauen zu verschaffen, andererseits wieder Munition im Köcher zu haben, falls die Rezession härter ausfällt als befürchtet."

Eine Prognose wage der Experte noch nicht, aber die messbaren Inflationserwartungen (in fünf Jahren für weitere fünf Jahre) seien erfreulich stabil und auch eine Wirtschaftsschwäche sorge dafür, dass sich das relative Wachstum der Inflation abschwäche - vereinzelt sinke die Inflation schon wieder.

Laut Böckelmann dominiere aktuell die Hoffnung, angesichts der Wirtschaftsschwäche würden die Notenbanken nicht zu lange zu heftig an der Zinsschraube drehen. Das erkläre auch die im Oktober gestiegenen Aktienkurse und gefallenen Marktrenditen. "Aber Vorsicht - jede Äußerung oder auch Nicht-Äußerung kann aus der Hoffnung wieder das große Bangen werden lassen," so der Fondsmanager. (02.11.2022/ac/a/m)







 
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