Höft & Wessel Internationalisierung bietet weitere Umsatzpotenziale


09.11.11 09:46
aktiencheck.de EXKLUSIV

Hannover (aktiencheck.de AG) - Die Höft & Wessel AG (ISIN DE0006011000 / WKN 601100) ist ein deutsches Unternehmen der Informationstechnik mit Sitz in Hannover. Der Geschäftsbereich Skeye stellt mobile Datenerfassungsgeräte für Handel und Logistik sowie Point-of-Sale-Lösungen, der Geschäftsbereich Almex Fahrkartenautomaten, elektronische Fahrscheindrucker, Check-in-Automaten und Mautstellenterminals sowie der Geschäftsbereich Metric Parkautomaten und Parkraumsysteme her.

Die von der Höft & Wessel AG präsentierten Neunmonats- bzw. Q3/2011-Zahlen lagen unter den Erwartungen. Während der Umsatz im dritten Quartal mit 19,41 Mio. EUR unterhalb bzw. für die ersten neun Monate 2011 mit 62,8 Mio. EUR leicht oberhalb des Vorjahreswertes gelegen hat, ist das EBIT stark zurückgegangen. Das Q3-EBIT hat mit -1,9 Mio. EUR genauso wie das Neunmonats-EBIT mit -3,2 Mio. EUR deutlich im roten Bereich gelegen. Die Gesellschaft wies auf Konzernebene für die ersten neun Monate 2011 einen Verlust von 3,48 Mio. EUR aus. Trotz eines Großauftrags lag der Auftragsbestand nach neun Monaten im Jahresvergleich mit 53,5 Mio. EUR um 13,5% niedriger.

aktiencheck.de EXKLUSIV führte ein kurzes Interview mit Herrn Hansjoachim Oehmen, dem Vorstandsvorsitzenden der Höft & Wessel AG.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Angesichts der recht schwachen Zahlen nach den ersten neun Monaten haben Sie die Prognosen für das Gesamtjahr 2011 nach unten revidiert und erwarten nun einen Umsatz von rund 93 Mio. EUR und lediglich ein ausgeglichenes EBIT. Worauf führen Sie diese bisher ziemlich enttäuschende Entwicklung bei Ihrer Gesellschaft im Geschäftsjahr 2011 zurück? Schlägt sich vielleicht auch die Schuldenkrise inzwischen deutlich in der Geschäftslage der Höft & Wessel AG nieder?

Höft & Wessel: Wir gehen zwar für das laufende vierte Quartal von einer ähnlich guten Geschäftsentwicklung wie im Vorjahr aus, werden aber das Betriebsergebnis und auch den Umsatz des Vorjahres bis zum Jahresende nicht mehr erreichen können. Für das Geschäftsjahr 2011 gehen wir nunmehr von einem leichten Umsatzrückgang auf rund EUR 93 Mio. und von einem ausgeglichenen Betriebsergebnis bzw. EBIT aus. Drei Gründe sind hierfür ausschlaggebend: Verzögerungen beim Ausbau des internationalen Partnervertriebs, Projektverschiebungen in das Folgejahr und Ergebnisbelastungen aus gestiegenen Projektkosten. Im kommenden Jahr erwarten wir dann wieder ein deutlich positives Ergebnis für die Höft & Wessel-Gruppe.

Auswirkungen der Schuldenkrise auf das Geschäft von Höft & Wessel können wir hingegen nicht ausmachen. Gleichwohl kann es natürlich sein, dass der eine oder andere Kunde deshalb nicht investiert oder seine Investitionen verschiebt.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Der Internationalisierungstrend setzt sich bei der Höft & Wessel AG weiterhin dynamisch fort, denn mittlerweile werden rund 60% Ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaftet. Ihre Auslandsgeschäfte konzentrieren sich dabei vor allem auf die USA, Großbritannien und die EU. Wollen Sie demnächst auch in anderen Märkten expandieren? Welche Rolle spielen z.B. die Schwellenländer in den Wachstumsplänen Ihrer Gesellschaft?

Höft & Wessel: Ausgehend von unserer starken Position in Europa, insbesondere in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz, sowie auch in den USA, wollen wir mit unseren Produkten und Systemen auch in weiteren Märkten Fuß fassen. Wir verfolgen hier eine rein originäre Wachstumsstrategie, die aufbaut auf lokale Vertriebspartner in den jeweiligen Ländern und zum Teil auf eigene Vertriebsmanager vor Ort. Während wir zum Beispiel in Australien, Kanada oder Südafrika auf erfahrene Partner vor Ort setzen, haben wir vor wenigen Monaten für das Nachbarland Frankreich einen eigenen Manager mit Büro in der Nähe von Paris eingestellt. Auch die Schwellenländer spielen alleine aufgrund ihrer wirtschaftlich zunehmenden Bedeutung eine immer größere Bedeutung. Die Internationalisierung bietet Höft & Wessel weitere Umsatzpotenziale, die sich aber erst langsam entwickeln werden und dann mittelfristig zum Tragen kommen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Vor ein paar Monaten hat Ihre Führung die Straffung der Konzernstrukturen angekündigt. Danach sollten die Geschäftsbereiche nach der Reduzierung des Vorstands auf zwei Mitglieder enger zusammengeführt, die Synergien gehoben und die Kosten reduziert werden. Wie weit sind diese Umstrukturierungsmaßnahmen inzwischen fortgeschritten und wann rechnen Sie mit ersten spürbaren Effekten auf Ihr Zahlenwerk?

Höft & Wessel: Diese Maßnahmen laufen natürlich intern. Da wir hierbei möglichst kein "Porzellan" zerschlagen wollen, machen wir dies in Ruhe und entsprechend zielgerichtet. Hierbei werden wir unsere Prozesse verbessern und Kosten einsparen. Im nächsten Jahr wird sich das dann auch im Außenauftritt des Unternehmens niederschlagen. Wichtig ist dabei, die Kunden immer im Fokus zu behalten. Wir gehen als Folge eines kompakteren und geschlosseneren Auftritts des gesamten Unternehmens von Synergieeffekten zwischen den Geschäftsbereichen und damit einem besseren Auftritt in unseren Märkten aus. Dies sollte dann am Ende zu einer höheren Aufmerksamkeit und Wahrnehmung führen. Zudem ist dies dem zunehmenden internationalen Antritt förderlich. Diese Maßnahmen brauchen ihre Zeit, bevor sich positive Effekte einstellen.

aktiencheck.de EXKLUSIV: Die Aktionäre der Höft & Wessel AG durften sich noch vor nicht allzu langer Zeit über eine um 25% höhere Dividende von 0,10 EUR für das Geschäftsjahr 2010 freuen. Ihre Gesellschaft wollte eigentlich eine langfristige und nachhaltige Dividendenpolitik verfolgen, doch angesichts der negativen Entwicklung in 2011 könnte Ihre Strategie nun einen Dämpfer erhalten. Müssen sich Ihre Aktionäre in Bezug auf die Ausschüttungspolitik vielleicht schon auf eine Korrektur vorbereiten?

Höft & Wessel: Wir werden wie jedes Jahr Anfang des nächsten Jahres Bilanz ziehen und dann Ende März unseren Jahresabschluss für das laufende Geschäftsjahr veröffentlichen. Erst dann wissen wir, wo wir tatsächlich stehen. Für die Ausschüttung einer Dividende brauchen wir im Einzelabschluss der AG entsprechende Erträge. Wenn wir diese haben, werden wir auch wieder eine Dividende ausschütten.

aktiencheck.de EXKLUSIV bedankt sich für dieses Interview und wünscht der Höft & Wessel AG weiterhin viel geschäftlichen Erfolg. (09.11.2011/ac/e/i)






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