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Kolumnist: Sebastian Hoffmann

Herzlich willkommen im Abwärtstrend




04.08.11 16:09
Sebastian Hoffmann

STOCK-WORLD Investments: Nachdem es in den ersten Handelsstunden der laufenden Woche noch danach aussah als könnten die Kurse erneut die Februar- und Juli-Höchststände ins Visier nehmen, kippte die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett am Montagmittag schlagartig. Am Tagesende standen dann sogar nur noch 6.954 Punkte zu Buche, womit aus dem morgendlichen Gewinn von 1,7% ein handfestes Minus von 2,86% geworden war. Aber es kommt noch schlimmer, denn aus charttechnischer Sicht wurden mit diesem gewaltigen Intraday-Reversal  und dem Rutsch unter die wichtige 7.000-Punkte-Marke per Tagesschlusskurs gleich vier massive Verkaufssignale auf einmal ausgelöst.


Der DAX fällt wie ein Stein


Das erste Kursziel auf der Unterseite, das aus dem Rückfall in den seit August 2009 gültigen Aufwärtstrendkanal resultiert, wurde dabei bereits nach zwei Handelstagen abgearbeitet. Im Zog einer abermals schwachen Wall Street – drohte zeitweise der neunte Verlusttag in Folge – schlugen die Kurse gestern mit 6.600 Punkten auf dem Niveau der unteren Kanalbegrenzung auf. Erwartungsgemäß konnte der Ausverkauf an dieser Unterstützung vorübergehend gestoppt werden. Kurzfristig eröffnet sich dabei jetzt sogar ein Zeitfenster für eine schnelle Erholungsbewegung bis in den Bereich von 6.850/6.900 Punkten (Mitte des Trendkanals). Nutzen sollte man diese Bewegung allerdings nur für den Short-Einstieg, zumal die übergeordneten Trendpfeile nun klar Richtung Süden zeigen.


Jahrestiefs statt Jahreshochs


Noch in der vergangenen Woche fehlten dem DAX in der Spitze lediglich 3% um auf neue Jahreshochs durchzustarten. Nun 700 Punkte tiefer, würde diese Differenz auf der Unterseite ausreichen um neue Jahrestiefs zu markieren. Hauptverantwortlich für diesen dramatischen Verfall sind zwei charttechnische Ereignisse, die vor allem die langfristige Perspektive nun deutlich eintrüben. So wurden mit dem Rückfall in den August-Aufwärtstrendkanal nicht nur kurzfristige Verkaufssignale bis in den Bereich der unteren Kanalbegrenzung bei 6.600 Punkten freigesetzt, sondern auch die Schulter-Kopf-Schulter-Formation (wir berichteten bereits) vollendet. Übergeordnet wurde damit jetzt Abwärtspotenzial bis in den Bereich der 2010er-Sommer-Tops zwischen 6.300 und 6.400 Punkten freigesetzt.


Die langfristigen Trends drehen auf Verkauf


Gleichzeitig ist der DAX in dieser Woche deutlich unter die 200-Tage-Linie zurückgefallen, womit sich das deutsche Leitbarometer nun auch in der langfristigen Perspektive im Abwärtstrend befindet. Kursziele lassen sich anhand der 200-Tage-Linie zwar nicht bestimmen, aber dennoch ist nun davon auszugehen, dass sich unterhalb des GD200 der Verkaufsdruck auch langfristig deutlich verstärken wird. Der Weg zurück in den Aufwärtstrend – hierfür ist im Augenblick mindestens ein Anstieg über 7.200 Punkte nötig – dürfte daher äußerst schwierig und vorerst ohne fundamentalen Background unwahrscheinlich werden. 


Fazit: Der DAX befindet sich jetzt in einem Bärenmarkt, der durch die Vollendung der SKS-Formation und den Rutsch unter die 200-Tage-Linie eingeleitet wurde. Das Abwärtspotenzial, das sich aus dem Rückfall in den 2009er-August-Aufwärtstrendkanal ergeben hat, wurde gestern bereits vollständig abgearbeitet. Das deutsche Leitbarometer kann daher – zumal die Technik nun auch als deutlich überverkauft einzustufen ist – für ein paar Tage in eine Erholungsbewegung übergehen. In diese Bewegung hinein planen wir unsere verbliebenen DAX-Calls glattzustellen und auf höherem Niveau Put-Positionen aufzubauen. Solange der DAX dabei nicht aus dem Trendkanal herausfällt ist eine erneute Seitwärtsbewegung zu präferieren, wobei der Ausbruch nach oben nun durch zahlreiche Widerstände gedeckelt wird. Aufgrund der langfristigen Verkaufssignale ergeben sich übergeordnet nun Kursziele im Bereich der 2010-Sommer-Tops zwischen 6.300 und 6.400 Punkten. Das bullishe Chartbild, das bis zum Wochenanfang Gültigkeit besessen hat, ist nun hinfällig.


DAX


Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.
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