Hany Rashwan: "Bitcoins könnten Gold als Wertanlage ersetzen"




06.04.21 15:06
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - In den USA investieren Versicherer oder Stiftungen längst in Kryptowährungen, so die Experten von "FONDS professionell".

Auch österreichische Finanzbetriebe stünden vor dem Einstieg, sage Hany Rashwan, dessen Unternehmen Bitcoin und Co. erstmals über die Börse erwerbbar mache, im Interview mit FONDS professionell.

Hany Rashwan sei in der US-Techno­logiebranche als Gründer mehrerer Start-ups eine bekannte Größe. Sein jüngstes Unternehmen 21Shares sitze aber in Europa - im Schweizer "Tech-Kanton" Zug. 21Shares mache Kryptowährungen über reguläre Wertpapierbörsen handelbar. Auch die österreichische Fondsbranche und andere institutionelle Marktteilnehmer seien interessiert, sage Rashwan im Interview mit FONDS professionell. "Wir haben einige sehr gute Beziehungen und sollten in Kürze größere Abschlüsse bekannt geben", sage er zu den Aktivitäten in Österreich.

21Shares biete ETPs (Exchange Traded Products) an, die voll durch reale Krypto-Assets hinterlegt seien. Die Vorteile gegenüber dem Direktinvestment: Handel über streng regulierte Börsen, Order über den gewohnten Broker, Wegfall von Wallets (elektronische Geldbörsen), keine Wertvernichtung bei verlorenen Krypto-Schlüsseln - und vor allem können damit erstmals ­institutionelle Investoren einsteigen, deren Anlagerichtlinien ein Direktinvestment in Kryptowährungen verbieten würden. Österreich zähle neben der Schweiz und Deutschland zu den ersten Märkten, auf denen diese ETPs erhältlich seien. Das Geschäft in Österreich und Deutschland werde gerade ausgebaut.

Die Voraussetzungen für den Einstieg institutioneller Investoren in Kryptowährungen seien sehr gut, sage Rashwan und verweise unter anderem auf neuere Berichte, wonach große Universitätsstiftungen etwa jene von Harvard, Yale oder der Brown University auch direkt in Kryptowährungen investieren würden. Bereits länger sei bekannt gewesen, dass diese Endowments an Venture-Capital-Fonds beteiligt seien, die Krypto-Unternehmen kaufen würden. Solche Signale würden das Vertrauen anderer Investoren stärken. Auch hätten große Versicherungen wie die Massachusetts Mutual in großem Umfang Kryptowährungen gekauft. Dazu komme, dass ehemalige Bitcoin-Gegner wie J.P. Morgan oder Guggenheim nun davon ausgehen würden, dass der Bitcoin-Wert auf 200.000 beziehungsweise 600.000 US-Dollar steigen könnte. "Der Spielraum für dieses Thema wird größer. Es ist kein Karriererisiko mehr, wenn man das empfiehlt", so Rashwan.

Großinvestoren würden bei Kryptowährungen genauso wie bei anderen Assetklassen langfristig denken und nicht die kurzfristigen Marktchancen suchen. Kryptoassets würden unter anderem als Hedge gegen Zentralbankpolitiken und geopolitische Risiken betrachtet, oder als Generationenwette: Millennials würden weniger gern Gold als ihre Eltern kaufen. "Wir haben fast keine Gespräche, in denen es nicht darum geht, für ­einen langen Zeitraum zu kaufen. Wir denken, das wird das neue Gold - auch wenn es noch eine Weile dauern wird".

Dass Bitcoin bisher kaum als Zahlungsmittel diene, tue dem Nutzen als Wertsicherungshafen keinen Abbruch: Für die Bezahlfunktion hätten die Bitcoin-Nachfolger, insbesondere Ethereum bessere Lösungen geliefert: So genannte Stable Coins, also Token, die realen US-Dollars oder Euros auf geprüften, regulären Bankkonten entsprechen würden. Mit diesen Stable Coins, die mittlerweile im Wert von zig Milliarden US-Dollar existieren würden, werde "echtes Geld" weltweit innerhalb weniger Minuten überwiesen. Meist würden sie auf die Blockchain der Kryptowährung Ethereum aufbauen.

"Der wirklich coole Aspekt ist, dass sich daraus gerade ein System der dezentralisierten Finanz entwickelt", so Rashwan. "Wir werden dezentrale Protokolle sehen, die von keiner dritten Partei mehr geprüft werden: für Kredite, Investments, Versicherungen, Market Maker und so weiter", so Rashwan. Dieser "Decentralized Finance"-Markt sei von null vor einem Jahr auf derzeit 35 Milliarden Dollar gewachsen. Das sei erst der Anfang. ""DeFi" wird alles ändern. Auf das sollten Sie wirklich achten", so der 21Shares-Mitgründer. (06.04.2021/ac/a/m)






 
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