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Handelskonflikte überschatten Finanzmärkte




07.08.18 15:36
LOYS

Oldenburg (www.aktiencheck.de) - Sieht man einmal von der übertrieben martialischen Ausdrucksweise ab, so überrascht doch, dass an den Aktienbörsen die Handelsstreitigkeiten einigermaßen gelassen registriert wurden, so die Experten von LOYS.

Der robuste Anstieg US-amerikanischer Eigenkapitaltitel scheine darauf hinzudeuten, dass die Handelsthematik für die USA irrelevant sei oder gar positiv gedeutet werde. Anders sehe es freilich bei deutschen, japanischen und vor allem chinesischen Dividendenpapieren aus. Diese Märkte hätten im bisherigen Jahresverlauf Einbußen hinnehmen müssen, die von Experten mit den amerikanischen Zoll- und Tarifanhebungen begründet würden. Mit einem Kursrückgang von circa 18 Prozent habe vor allem China unangenehme Konsequenzen der Maßnahmen an der Börse gewärtigen müssen. Vor diesem Hintergrund sei es sehr erfreulich, dass sich die fünf LOYS-Aktienfonds in den ersten sieben Monaten des Jahres ganz respektabel aus der Affäre gezogen hätten.

Ungeachtet dessen sei der Welthandel relevant und spannend, so dass Eingriffe in das System von Bedeutung seien. Der US-amerikanische Präsident habe zwar mit seiner Behauptung, die USA hätten hohe Handelsbilanzdefizite mit Deutschland, Japan und vor allem China nicht Unrecht. Zugleich vereinfache er die Angelegenheit durch seine Fixierung auf diese Defizite in unzulässiger Weise.

Das Fondsmanagement der LOYS AG vertrete bereits seit vielen Jahren eine gänzlich andere Meinung zu dieser Thematik. Oft hätten die Experten argumentiert, man müsse in die Vermögensbilanzen und nicht nur in die Handelsbilanz schauen, um herauszufinden, wo die Profiteure der Globalisierung sitzen würden. Sodann zeige sich aber, dass kein Flächenland im Aggregat so sehr von der Ausweitung des Handels (und Dienstleistungen und Finanztransfers) profitiert habe wie die Vereinigten Staaten. Der Wohlstand Amerikas pro Kopf sei ungleich größer als derjenige Japans oder europäischer Industrieländer wie zum Beispiel Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Und von China wollten die Experten gar nicht reden, denn das Land der Mitte sei in vielerlei Hinsicht noch ein Schwellenland.

Die superiore Wohlstandsentwicklung der USA sei nicht zuletzt auch der überlegenen Kapitalallokation amerikanischer Unternehmen geschuldet. Und der Grund für die recht effiziente Kapitalallokation in Amerika sei in der Bedeutung und Stärke des dortigen Finanzmarktes zu suchen. Es seien die amerikanischen Kapitalanleger, die eine Ausrichtung der Unternehmen auf anspruchsvolle Eigenkapitalrenditen verlangen würden und eine entsprechende Kultur gefördert hätten. Dazu zähle auch, dass amerikanische Unternehmen sich bewusst aus margenschwachen und kapitalintensiven Branchen zurückziehen und stattdessen in attraktiven Branchen (nicht selten Dienstleistungssektoren wie, Internet, Finanzen, Kultur, Bildung, Steuern, Recht, oder Beratung) Führungspositionen einnehmen würden.

Die Kehrseite dieser Entwicklung bestehe darin, dass in den USA in den letzten Jahrzehnten viele Arbeitsplätze in der produzierenden Industrie weggefallen seien. Auch die Verteilung des Wohlstandes in den USA sei - gemessen am Gini-Koeffizienten - recht konzentriert. Amerikanische Verteilungsfragen würden aber hier nicht diskutiert zu werden brauchen, sondern seien Teil amerikanischer Innenpolitik.

Die Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands würden von Unternehmen erwirtschaftet und hätten in den letzten Jahrzehnten positive Beschäftigungseffekte gehabt. Angesichts des Fachkräftemangels hierzulande werde der Import von Arbeit durch Exportüberschüsse zunehmend kontraproduktiv.

Hinzu komme: Nicht selten seien amerikanische Anleger die Haupteigentümer börsennotierter deutscher Exportunternehmen. Bayer, Daimler, Münchener Rück, BASF, Linde, Deutsche Bank, SAP und viele andere hätten jeweils Amerikaner als größte Anteilseigner. Von den im Export erzielten Gewinnen gehe also der größte Teil (als Finanztransfer abgebildet in der Zahlungsbilanz) nach Übersee.

Hieran erkenne man einmal mehr, dass Finanzen und Kapitalallokation für die Wohlstandsentwicklung eines Landes sehr bedeutsam seien, wenngleich man in Deutschland dieses Thema seit Jahrzehnten beharrlich ignoriere und einem Exportfetischismus das Wort reiche. Deutsche Anleger würden umgekehrt kaum nennenswerte Anteile an börsennotierten amerikanischen Unternehmen halten.

Im Hause LOYS würden die Experten allzu gut wissen, dass Vermögensaufbau dadurch voran gebracht werde, dass Ersparnisse in den Unternehmen der Wirtschaft arbeiten würden. Wenn dann noch konsequent auf Qualität und Unterbewertung gesetzt werde, dann bedürfe es nur noch eines angemessenen Zeithorizonts, um die Saat aufgehen zu sehen. (07.08.2018/ac/a/m)






 
 
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