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Gute Aussichten für Dividenden trotz Ukraine-Krieg und China-Lockdown




11.05.22 11:45
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Obwohl sich die wirtschaftlichen Aussichten aufgrund der erhöhten geopolitischen Risiken durch den Krieg zwischen der Ukraine und Russland verschlechtern und durch die Lockdowns in China der Druck auf die Weltwirtschaft weiterhin hoch ist, erwarten wir bis Ende 2022 ein weiterhin gutes Gewinn- und Dividendenwachstum bei Unternehmen, das jedoch auf ein historisch betrachtet normaleres Niveau zurückkehren wird, so Ilga Haubelt, Head des Equity Income Teams bei Newton Investment Management - eine Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management.

Die meisten Prognosen würden davon ausgehen, dass das diesjährige Dividendenwachstum des MSCI ACWI-Index bei 6,5 Prozent liegen werde. Das wäre zwar fast die Hälfte unter dem Wachstum von 2021, sei aber immer noch positiv. Im letzten Jahr habe die Steigerung bei 12,8 Prozent gelegen (Quelle: Refinitiv, April 2022). Das stärkste Wachstum würden die Experten in Sektoren erwarten, die von steigenden Rohstoffpreisen profitieren würden oder in der Lage seien, die Inflationskosten weiterzugeben. Darüber hinaus würden sie davon ausgehen, dass die strukturellen Wachstumssektoren Gesundheitswesen und Technologie in diesem Jahr ein anhaltendes Gewinn- und Dividendenwachstum verzeichnen würden.

Die stetige Erholung der Dividenden werde dadurch unterstützt, dass viele Unternehmen während der Pandemie vorsichtig gewesen seien und die Ausschüttungsquoten gesenkt hätten. Sie hätten einen geringeren Prozentsatz ihrer Gewinne an die Aktionäre in der Erholungsphase 2021 weitergegeben. Das Dividendenwachstum sei daher hinter der Gewinnerholung zurückgeblieben. Das sei positiv, denn dadurch könne eine mögliche Konjunkturabschwächung abgepuffert werden. Es bedeute gleichzeitig, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen ihre Dividenden kürzen müssten, gesunken sei. Darüber hinaus seien die Bilanzen der Unternehmen solide: Die Barmittel seien 2020 weltweit angestiegen, und viele Firmen hätten diese 2021 nicht verwendet. Die jüngsten Ereignisse hätten die Themen lokale Lieferketten und Deglobalisierung bei Regierungen und Unternehmen noch dringlicher gemacht.

Makroökonomisch betrachtet habe man sich von einem deflationären Umfeld mit geringer Volatilität zu einem volatileren inflationären Umfeld bewegt. Deflation und niedrige Volatilität hätten dazu geführt, dass Anleger - trotz sinkender Anleiherenditen - Wachstumstitel mit langer Laufzeit gegenüber Ertragstiteln bevorzugt hätten. Mit dem Übergang in ein neues inflationäres Umfeld seien die niedriger bewerteten Dividendenaktien wahrscheinlich weniger anfällig für Inflation - nicht zuletzt wegen der engen Korrelation zwischen Inflation und steigenden Dividendenzahlungen. Nach Ansicht der Experten werde sich der Markt an eine höhere Inflationsrate gewöhnen müssen, als man sie in der jüngsten Vergangenheit erlebt habe. (11.05.2022/ac/a/m)





 
 
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