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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Grüner Fisher: "Wie entscheidend ist die Fed-Politik?"




05.05.19 10:36
Redaktion boerse-frankfurt.de


Grüner überlegt, wie es mit den US-Zinsen weitergehen könnte. 2. Mai 2019. FRANKFURT (Grüner Fisher). Noch im Dezember 2018 erwarteten die Fed-Offiziellen im Durchschnitt zwei Zinserhöhungen für das Kalenderjahr 2019. In den neuesten Umfragen ist diese Zahl auf null gefallen. Um den Schwachstellen in der US-Wirtschaft entgegenzuwirken, sind sogar eventuelle Zinssenkungen in der Diskussion. Von vielen Marktbeobachtern wird die Entscheidungsfindung der US-Notenbank dabei als wichtiger Einflussfaktor für den weiteren Verlauf der Märkte angesehen. Zugegeben: Die Geldpolitik der US-Notenbank ist entscheidend für das Niveau der kurzfristigen Zinsen, eine zu restriktive Geldpolitik kann sich als mögliche Ursache für einen Bärenmarkt erweisen. Andererseits wird der Einfluss der Fed für die Märkte tendenziell überschätzt, und solange die US-Notenbank wie auf rohen Eiern geht und jeden Schritt ausführlich und mit großer Vorlaufzeit ankündigt, ist das negative Überraschungspotential begrenzt. 

Wird die Fed im Jahr 2019 Zinssenkungen durchführen?


Mehrheitlich wurden Zinssenkungen seitens der Fed zu Zeitpunkten vorgenommen, in denen bereits eine Rezession oder ein Bärenmarkt an den Aktienmärkten eingesetzt hatte. Andererseits zeigt die Historie auch Beispiele für derartige Aktionen der Fed in einem intakten Bullenmarkt auf. Berühmte Beispiele sind die Mitte der 90er Jahre oder die Zinssenkungen unter Alan Greenspan in der zweiten Jahreshälfte 1998. Zum heutigen Zeitpunkt ist die Diskussion um eine Zinssenkung allerdings nicht mehr als Spekulation. Die Fed-Offiziellen verfügen natürlich über diesen Handlungsspielraum, und gänzlich unlogisch erscheint es nicht. Aktuell bewegt sich die Inflation unter ihrer Zielgröße von zwei Prozent, die Zinsstrukturkurve steht am Rande einer Inversion und die Fed ist sich um die kritischen Blicke der Marktbeobachter bewusst. Im Jahr 1998 herrschte eine vergleichbare Situation: Wie man heute weiß, befand man sich in einem reifen, aber völlig intakten Bullenmarkt, obwohl der Aktienmarkt von kräftigen Korrekturen durchgeschüttelt wurde. Asien-Krise, Rubel-Krise, die Pleite des Hedgefonds LTCM, Sorgen um Y2K - die Angst vor einem Bärenmarkt war groß. Man könnte den Eindruck gewinnen, als hätten die Zinssenkungen die Situation gerettet und dem Bullenmarkt mehr Luft verschafft. Ähnlich dazu sehen einige Marktbeobachter die Äußerungen der Fed, den Fuß vom Gas zu nehmen, als Treiber für die schnelle Erholung der Aktienmärkte im Jahr 2019. 

Der Bullenmarkt ist stark genug


Allerdings denken wir, dass derartige Aktionen der Fed gar nicht nötig sind, um eine Fortsetzung des laufenden Bullenmarkts zu erwirken. Die kurzzeitige Inversion der US-Zinsstrukturkurve wird breit diskutiert und verfügt über keinerlei negatives Überraschungspotential, außerdem stellt sie kein Timing-Tool dar. Zudem ist die globale Zinsstrukturkurve der entscheidende Treiber für global vernetzte Banken, diese ist immer noch positiv gekrümmt. Die "Hoffnung" vieler Marktbeobachter auf Zinssenkungen wärmt die alte Märchengeschichte wieder auf, dass der globale Bullenmarkt auf die Unterstützung der Fed angewiesen ist, um zu überleben. Wer sich den Verlauf des QE-Programms im Zusammenhang mit der Kreditvergabe in den USA nochmals genauer anschaut, wird ein anderes Bild erkennen. 

Fazit


Die angeregte Diskussion um die zögerliche Fed beinhaltet zwei positive Faktoren. Zum ersten deutet ihre zögerliche Haltung darauf hin, dass sie ihre Instrumente vorsichtig einsetzt. Zum zweiten verhindert die öffentliche Diskussion, dass die Mehrheit der Anleger durch eine "überraschende" Aktion der Fed auf dem falschen Fuß erwischt werden könnte. 

von Thomas Grüner
2. Mai 2019 © Grüner Fisher

Über den Autor


Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren "Forbes"-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen "Forbes"-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

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