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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Grüner Fisher: „Handelskrieg: Trumps taktisches Spiel“




07.07.19 10:01
Redaktion boerse-frankfurt.de

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Grüner analysiert den Ablauf von Trumps Zollverhandlungen und sieht dahinter ein anderes klares Ziel.


5. Juli 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am Rande des G20-Gipfels beschlossen Donald Trump und Xi Jinping, die Gespräche über ein Handelsabkommen zwischen China und den USA wieder aufzunehmen. Ebenso wurden die von Trump angedrohten zusätzlichen Strafzölle vorerst auf Eis gelegt und Kompromisse im Streitfall Huawei angesteuert. Neue Hoffnung im Handelskrieg oder die berühmte Ruhe vor dem Sturm?


Ein wiederkehrendes Schema

Die Aktienmärkte haben im kurzfristigen Bild positiv auf diese Art der Entspannung reagiert, dennoch sollte man als Anleger die aktuelle Situation eher nüchtern betrachten. In der Ära Trump ist der Handelskrieg ein zuverlässiger Unruheherd, mal glätten sich die Wogen, mal verschärft sich der Ton. Vor allem ist es wichtig zu verstehen, welche Rolle der Handelskrieg in Trumps geopolitischer Agenda spielt. Irrtümlicherweise gehen Marktbeobachter davon aus, dass es sich bei den Strafzöllen um dauerhafte Vorhaben in der US-Wirtschaftspolitik handelt. In der Realität läuft es allerdings nach einem ähnlich wiederkehrenden Schema ab – nicht nur in der Beziehung zu China, sondern auch zu Mexiko oder der EU.


Donald Trump droht mit Strafzöllen, zwingt seine Handelspartner an den Verhandlungstisch und setzt sie unter Druck. Laufen die Verhandlungen dann nicht wie geplant, zieht sich Trump einfach für eine geraume Zeit zurück und lässt zu einem späteren Zeitpunkt neue Verbalattacken folgen. Seine Handelspartner werden dadurch zur Wiederaufnahme der Gespräche gedrängt. Am Ende werden in der Regel Hände geschüttelt, vorangegangene Drohungen fallen gelassen und die neuen Vereinbarungen als Erfolg gefeiert.


Was will Trump erreichen?

In vielerlei Hinsicht ist Donald Trump ein spezieller Präsident, aber eines hat er mit seinen Vorgängern gemeinsam: Das Hauptziel in der ersten Amtszeit ist die Wiederwahl. Um in der Wählergunst im November 2020 ganz oben zu stehen, hält Trump zwei mächtige Instrumente in seinen Händen: die finale Entschärfung des Handelskonflikts mit China und die Annäherung an Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, die wohl eher als De-Eskalation bezeichnet werden kann. Noch im Jahr 2017 sorgten nordkoreanische Raketentests für politische Hochspannung. Ohne chinesische Unterstützung ist es für einen US-Präsidenten allerdings schwierig, einen Deal mit Nordkorea zu schließen – dementsprechend ist es für Trump taktisch betrachtet doppelt interessant, mit angedrohten Strafzöllen Druck auf China aufzubauen. Er bearbeitet damit eines seiner Lieblingsthemen, das US-Handelsdefizit, und eröffnet sich gleichzeitig die Chance, mit Kim Jong-un zu verhandeln.


Ein weiterer Aspekt seiner Verhandlungstaktik ist sicherlich ebenso, dass die erzielten Erfolge „gutes Timing“ besitzen. Außenpolitische Erfolge eines US-Präsidenten in der ersten Amtszeit sind ein wichtiger Faktor für die angestrebte Wiederwahl. Bestenfalls ereignen sich diese in der heißen Phase des Wahlkampfs und sind den US-Wählern zur richtigen Zeit präsent.


Fazit

Lassen Sie sich auch weiterhin nicht durch neue Wendungen im Handelskrieg verunsichern. Wer Strafzölle als politisches Verhandlungsinstrument wahrnimmt und nicht als dauerhafte Einflussfaktoren auf die Wirtschaftspolitik, dem wird es definitiv leichter fallen, die immer noch angsterfüllten Schlagzeilen auszublenden. Donald Trump wird sich die Unberechenbarkeit nicht nehmen lassen, zumindest kann man ihm allerdings ein gewisses Schema unterstellen, das die Gefahr negativer Überraschungen gering hält. Die globale Weltwirtschaft wird es weiterhin schaffen, politische Kapriolen zu absorbieren.


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© 3. Juli 2019, Grüner Fisher Investments


Über den Autor

Thomas Grüner ist Gründer und Vice Chairman der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.


Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.




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