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Kolumnist: Redaktion boerse-frankfurt.de

Grüner Fisher: "Gefährliche Polarisierung"




15.10.17 12:06
Redaktion boerse-frankfurt.de


Grüner betrachtet die Zuspitzungen in der politischen Landschaft und leitet daraus Börsenempfehlungen ab. 13. Oktober FRANKFURT (Grüner Fisher). Es begann mit "Trump oder Clinton" - die US-Präsidentschaftswahl 2016 teilte die US-Bevölkerung in zwei politische Lager. 50:50. Sie lieferte letztendlich ein ähnlich knappes Ergebnis wie das Brexit-Referendum. Hopp oder Top, Ja oder Nein? Eine tief gespaltene Gesellschaft. Es entsteht dabei auch für Anleger das Gefühl, sich ganz klar für eine Variante entscheiden zu müssen, ohne Kompromisse. Die mögliche Unabhängigkeit Kataloniens ist die "neueste Edition" dieses gefährlichen Trends. Medien dagegen begrüßen diese 50:50-Szenarien und tragen ihren Teil zur emotionalen Polarisierung bei. 

Spielt der FC Barcelona bald in einer eigenen Liga?


Politische Entwicklungen beginnen typischerweise oft mit einer "Ja oder Nein"-Fragestellung, um dann in endlosen Verhandlungsrunden eine Kompromisslösung nach der anderen zu produzieren. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte, und man sollte kritisch hinterfragen, ob die anfangs formulierten Extremszenarien überhaupt sinnvoll zu Ende gedacht sind. Was passiert tatsächlich bei einer Unabhängigkeit Kataloniens? Würden neue Zoll-Barrieren und Grenzkontrollen die Tourismus-Branche hart treffen? Wie steht es um Europa und um die europäische Gemeinschaftswährung? Wird der FC Barcelona zum katalonischen Serienmeister? Wer in erster Linie nur für die Unabhängigkeit kämpft, wird sich mit diesen Sachverhalten nicht auseinandersetzen wollen. Doch der herbe Realitäts-Check ist unvermeidlich, wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen Spanien eine Unabhängigkeitserklärung überhaupt zulassen würde. Sicherlich nicht mit einer Komfort-Lösung, die Andalusien oder die Balearen zu ähnlichem Pioniergeist animieren würde. Die politische Bühne ist voll von emotionalen Themen, und für Anleger gilt: Es ist Vorsicht geboten! 

Polarisierung hat an der Börse nichts verloren


An den Aktienmärkten ist das ähnlich: Zu Beginn einer Geldanlage steht bei vielen Anlegern die Frage: "Aktien - Ja oder Nein?" im Vordergrund. Polarisierung hat jedoch an der Börse nichts verloren! Extreme Meinungen bergen extreme Risiken, und so ist auch an der Börse eine "gemäßigte" und sorgfältig durchdachte Herangehensweise erfolgsversprechender. Die bessere Frage lautet: "Welchen Aktienanteil muss ich innerhalb meines Vermögens wählen, um die Wahrscheinlichkeit zu maximieren, meine langfristigen Anlageziele zu erreichen?" Es geht um Disziplin, globale Diversifikation und sinnvolles Risikomanagement - nicht um Schwarz-Weiß-Malerei, eine der beliebtesten Fehlerquellen für Anleger. 

Fehlervermeidung führt zum Ziel


Wer sich in emotionalen Diskussionen "polarisieren" lässt, neigt dazu, extreme Meinungen zu vertreten. Der Faktencheck fällt aus. Nachhaltiges Investieren fällt schwer, man wird empfänglich für emotionale Anlageentscheidungen und geht ungerechtfertigte Risiken im Portfolio ein. Die "Marktrendite" wandert nicht automatisch in die Depots der Anleger! Research-Institute wie DALBAR zeigen eine ernüchternde Diskrepanz auf - zwischen dem, was möglich war, und dem, was Anleger letztendlich erreicht haben. Fehlervermeidung wird deshalb auch in den zukünftigen Krisenszenarien darin bestehen, sich nicht in emotionale Hopp oder Top-Situationen drängen zu lassen, sondern sorgfältige und disziplinierte Anlageentscheidungen zu treffen. 

Fazit


Lassen Sie sich nicht durch politische Störfeuer und emotionale 50:50-Szenarien beirren - der laufende Bullenmarkt belohnt Geduld, Disziplin und "kompromissbereite" Anleger bereits seit über acht Jahren und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern! 

13. Oktober 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor


Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.




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