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Gründe für eine Aktiengesellschaft - was sollten Start Ups beachten?




20.05.19 15:00
aktiencheck.de

Mann schreibt vor Laptop

Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Vor allem Start-Ups sehen sich früh mit der Frage konfrontiert, unter welcher Rechtsform agiert werden soll. Unter anderem ist es hierbei die Aktiengesellschaft, die AG, die scheinbar eine besondere Faszination ausstrahlt. Doch wieso ist diese Rechtsform eigentlich so verlockend? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden? Und gibt es vielleicht auch Nachteile?

Grundsätzlich gilt, dass die Hürden, die vor einer tatsächlichen Gründung überwunden werden müssen, teilweise sehr hoch sind. So hoch, dass viele junge Gründer kapitulieren und sich für eine andere Rechtsform entscheiden.

Und dennoch: der Markt der Aktiengesellschaften boomt. Grund genug, sich mit den Vorteilen dieser besonderen Rechtsform auseinanderzusetzen und in Erfahrung zu bringen, inwieweit es sich lohnt, so viel Zeit und Energie in die entsprechenden Gründungen zu stecken.

Welche Voraussetzungen müssen für die Gründung einer AG erfüllt werden?


Generell kommt die Frage "AG oder nicht?" in der Regel eher bei größeren Gründungsvorhaben zum Einsatz. Dies liegt unter anderem daran, dass das benötigte Startkapital mit 50.000 Euro vergleichsweise hoch ausfällt. Ein Vorteil für das Start Up: mit Hinblick auf die Haftung gilt, dass diese sich ausschließlich auf das Firmenvermögen bezieht.

Besonders junge Gründer stehen daher immer wieder vor dem Zwiespalt, dass zwischen ihnen und ihrem Vorhaben das besagte Startkapital steht. Die Ideen, wie dieses aufgebracht werden könnte, sind oft durchaus vielseitig. Immerhin könnte es auch sein, dass eine fehlende Summe X über das Spielen im Online Casino gewonnen werden kann? Fest steht, dass besagtes Spielen von den Strapazen einer Gründung und all dem Stress ablenken kann. Immerhin hat sich der Glücksspielmarkt im Internet im Laufe der Jahre kontinuierlich verändert. Auch Online Casinos mit PayPal findet man mittlerweile.

Draufsicht auf Schreibtisch

Welche Vorteile bietet eine AG?


Start-Up zeichnen sich nicht nur mitunter durch individuelle Ideen und Produkte, sondern auch durch ihre Zielstrebigkeit aus.

Wer von Vornherein weiß, dass er mit seiner Idee punkten und sein Geschäft "groß aufziehen" möchte, sollte sich mit den Vorteilen der AG auseinandersetzen. Diese liegen unter anderem in den folgenden Punkten…:

  • Die Gesellschafteranteile der AG können in der Regel ganz unkompliziert übertragen werden. Auch wenn hier besondere Voraussetzungen im Zusammenhang mit nichtverbrieften Aktien, Namensaktien und Co. eingehalten werden müssen, handelt es sich hierbei um einen vergleichsweisen einfachen Prozess.
  • Sollte ein Gesellschafterwechsel vollzogen werden, hat dies keinen Einfluss auf das Fortbestehen des Unternehmens.
  • AGs können unabhängig von Banken agieren. Denn: die Finanzierung basiert auf dem Anteilsverkauf an der Börse. Wer mehr Kapital benötigt, kann eine Kapitalerhöhung realisieren.

Weiterhin erfreuen sich AGs im Allgemeinen eines hohen Vertrauensvorschusses. Oder anders: Unternehmen, die die Form einer AG gewählt haben, wirken auf den Anleger bzw. Verbraucher oft seriöser als die Konkurrenz.

Gleichzeitig muss der Vorstand einer AG nicht fürchten, mit Hinblick auf etwaige Entscheidungen seinen Aktionären gegenüber weisungsgebunden zu sein. Dennoch muss sich der Vorstand gegenüber dem entsprechenden Aufsichtsrat verantworten.

Zusammengefasst zeigen die oben erwähnten Vorteile, dass es -gerade für junge Unternehmen mit einem entsprechenden Startkapital- Sinn macht, sich mit dem Gedanken an die AG als Rechtsform auseinanderzusetzen.

Dennoch sollten vor einer finalen Entscheidung auch etwaige Nachteile bedacht werden.

Welche Nachteile sind mit der Gründung einer AG verbunden?


Ist die AG gegründet, hat das betreffende Unternehmen bereits einen großen Verwaltungsaufwand betrieben. In einer Zeit, in der viele Firmen derart unter Zeitdruck stehen, dass im 24 Stunden Tag kein Raum für das Erstellen eines Businessplans bleibt, könnte es sein, dass es sich hierbei um den ersten Stolperstein handelt.

Weitere Nachteile einer AG zeigen sich in den folgenden Punkten…

  • zu Anfang kann es schwer sein, ein Grundkapital von 50.000 Euro aufzubringen. Zudem müssen viele Dokumente, die im Zuge der Gründung wichtig werden, notariell (und damit gegen Gebühr) beglaubigt werden.
  • Mit Hinblick auf das Treffen von Entscheidungen innerhalb der AG kann Geduld gefragt sein. Denn: hier müssen Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung miteinander verhandeln. Je nach Themenbereich und Meinungsverteilung kann es sich hierbei durchaus um längere Prozesse handeln.
  • Im Zuge der entsprechenden Entscheidungen und Vorgängen müssen natürlich auch die geltenden Aktiengesetze beachtet werden.
  • Regelmäßige Hauptversammlungen könnten den "normalen" Geschäftsalltag beeinflussen.
  • AGs müssen vergleichsweise transparent arbeiten. Dies hat zur Folge, dass sich nicht nur potenzielle Anleger, sondern auch Konkurrenten über das Unternehmen informieren können.

Gleichzeitig gilt es natürlich auch immer zu beachten, dass andere Faktoren, wie der Handelsstreit, mitunter grundlegenden Einfluss auf die Wirtschaft und die Aktionen der Anteilseigner haben können.

Welche Rechtsform ist die beste Lösung?


Leider gibt es keinen standardisierten Ratschlag, der einem Unternehmen die jeweils beste Rechtsform vorschlagen würde. Vielmehr ist bei der Frage "AG oder nicht?" ein Potpourri aus Faktoren zu beachten.

Einerseits entscheidet natürlich die Einstellung der Gründer über die letztendliche Entscheidung. Unter anderem sollten Fragen wie…:

  • Bin ich dazu bereit, einen derart hohen, verwaltungstechnischen Aufwand auf mich zu nehmen?
  • Kann ich die 50.000 Euro Startkapital aufbringen?
  • Welche Aktiengesetze müssen beachtet werden?
  • Wie viel möchte ich über die Vorgänge in meinem Unternehmen der Öffentlichkeit (und damit auch der Konkurrenz) preisgeben?

beantwortet und unter allen Gründern besprochen werden.

Unter anderem kann auch ein Steuerberater dabei helfen, die Lage noch ein wenig besser einzuschätzen. Dies gilt auch vor allem dann, wenn sich ein bereits bestehendes Unternehmen nach mehreren Jahren überlegt, die Rechtsform zu wechseln, um damit beispielsweise auch sein Image in der Gesellschaft zu verbessern und seiner Marke einen noch seriöseren Anstrich zu verleihen.

Letzten Endes handelt es sich hierbei jedoch auch um eine Entscheidung, die -fernab aller Zahlen und Kurse- auch ein Stückweit aus dem Bauch heraus getroffen werden sollte. Denn: Geschäftsentwicklungen sind oft so undurchsichtig und unvorhersehbar wie der Aktienmarkt. Oder anders: der Sprung ins kalte Wasser, gemischt mit ein wenig Glück kann dazu beitragen, dass aus einer schleppend startenden AG eines Tages ein großes, erfolgreiches Unternehmen wird. (20.05.2019/ac/a/m)








 
 
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