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Großbritannien: Robuste Wachstumszahlen täuschen




22.05.19 15:25
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Die britische Wirtschaft hatte mit einem Quartalswachstum in Höhe von +0,5% in den ersten drei Monaten des Jahres einen außerordentlich guten Jahresstart, so die Analysten der NORD LB.

Doch die hohe Zahl täusche darüber hinweg, dass es Lasten für die Folgequartale gebe. So habe etwa vorgezogener Konsum sowie ein Lageraufbau zu dem positiven Ergebnis geführt. Aber auch die Einfuhr von Edelmetallen sei zum Jahresstart ein Faktor gewesen, der sich in den Daten deutlich niedersgeschlagen habe - die Unsicherheit lasse grüßen. Immerhin hätten die Investitionen nach langer Pause einmal zugelegt und neben Privatem Konsum und dem überraschend hohen Staatskonsum das Wachstum der Wirtschaft auf der Insel getragen. Es gebe aber einige Altlasten, die die kommenden Quartale beeinträchtigen würden. Die in Erwartung des Brexit aufgebauten Vorräte würden nun zumindest nicht mehr so stark anwachsen. Der Dienstleistungssektor habe schon im ersten Quartal geschwächelt und werde sich nicht weiter bessern. Die globale Nachfrage sei gedrückt und die Investitionslaune der Unternehmen dürfte dies angesichts Handelskrieg und weiter ungelösten Brexit auch sein. Die Beschäftigung sei zwar anhaltend hoch und entsprechend sollte auf den Binnenkonsum zumindest kurzfristig Verlass sein, doch auch hier könnte Unbill drohen, wenn ein harter Brexit komme. Zudem dürfte - wie bemerkt - auch der Verbraucher die eine oder andere Kaufentscheidung vorgezogen haben.

Brexit: Britische Politik unter Druck - es bewege sich dennoch nichts

Die beiden großen Parteien seien unter Druck. Bei den lokalen Wahlen hätten sie jeweils große Verluste verzeichnen müssen und so die Rechnung für das Hick-Hack um den Brexit kassiert. Noch größeres Ungemach drohe bei den Europawahlen, bei denen Nigel Farages Brexit-Partei möglicherweise mehr Stimmen bekommen könnten als Labour und Tories zusammen. Dennoch würden es May und Corbyn weiter schaffen, nicht aufeinander zuzugehen. Die Premierministerin werde möglicherweise relativ bald einen weiteren Versuch starten, den Brexit-Vertrag durch das Unterhaus zu lotsen und damit abermals scheitern. Die Wahlergebnisse würden jedenfalls bedeuten, dass die Neuwahlen-Option vom Tisch sei. Alle anderen dürften noch offen sein - bis hin zu einem Führungswechsel bei den Tories, für den sich derzeit einige Politiker positionieren würden. (22.05.2019/ac/a/m)





 
 
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