Goldpreis dürfte moderat fallen




12.06.18 13:15
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Weder die Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und seinen Handelspartnern noch die neue italienische Regierung, deren Pläne durchaus das Potenzial haben, eine neue Eurokrise auszulösen, haben die Goldmarktteilnehmer mit besonderer Sorge erfüllt, so die Analysten der DekaBank.

Sogar die volatile Entwicklung bei den US-Renditen, die Schwankungen an den Aktienmärkten und die Bewegungen beim US-Dollar hätten die Goldmärkte in den vergangenen Wochen eher kalt gelassen. Der Goldpreis (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515) notiere seit Mitte Mai weitgehend knapp unterhalb der 1.300 US-Dollar-Marke. Die Analysten der DekaBank halten die Besonnenheit der Goldmarktteilnehmer für angemessen, denn aus ihrer Sicht werden die derzeitigen Risiken das grundsätzlich konstruktive Bild für Konjunktur und Kapitalmärkte nicht erschüttern können. Daher würden die Analysten nach vor erwarten, dass der Goldpreis mittelfristig angesichts des steigenden US-Zinsniveaus leicht nachgeben werde.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Nach der Finanzmarktkrise und der Staatsschuldenkrise in Europa stünden nun andere Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Auch im Rest der Welt würden die Zinsen beginnen allmählich wieder zu steigen. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Leitzinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem seien andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung höher, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Zugleich sei die politische Unsicherheit weiterhin recht hoch.

Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Faktoren gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen werde. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen.(Ausgabe Juni / Juli 2018) (12.06.2018/ac/a/m)





 
 
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