Goldpreis dürfte moderat fallen




14.02.18 14:51
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Trotz Turbulenzen an Aktienmärkten aufgrund verstärkter Inflationssorgen drückten ein festerer Außenwert des US-Dollar und steigende Renditen für US-amerikanische und deutsche Staatsanleihen den Goldpreis nach unten, so die Analysten der DekaBank.

Die Anleger hätten sich aus Wertpapieren, die mit physischem Gold hinterlegt seien (Gold-ETFs), zurückgezogen. Nur bei den spekulativ orientierten Goldmarktteilnehmern halte sich die Zuversicht. Ihre Netto-Long-Positionierung sei nach wie vor stark ausgeprägt und berge das Risiko von weiteren Goldpreisrückgängen, wenn diese Positionen abgebaut würden. Die jüngst veröffentlichten Daten vom World Gold Council zum globalen Goldmarkt im vierten Quartal 2017 würden zwar einen leichten Anstieg der Goldnachfrage bei einer recht stabilen Angebotsentwicklung zeigen, aber wieder einmal habe die Menge des angebotenen Goldes die Nachfrage überstiegen. Der Ausblick der Analysten der DekaBank bleibe unverändert: Sie würden einen leichten Goldpreisrückgang im Prognosezeitraum erwarten.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien am Goldmarkt abgehakt. Nun stünden andere Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Auch im Rest der Welt würden die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Leitzinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem seien andere große Notenbanken wie die EZB mit dem Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik extrem vorsichtig. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung höher, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Zugleich sei die politische Unsicherheit weiterhin recht hoch. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Faktoren gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten der DekaBank erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen werde. Auf lange Sicht würden sie dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (14.02.2018/ac/a/m)





 
 
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