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Kolumnist: Feingold-Research

Gold – was bringt das Corona-Ende?




28.12.20 07:53
Feingold-Research

Meldungen über positive Testergebnisse für mehrere COVID-Impfstoffe sorgten am Aktienmarkt für Euphorie und ließen den Goldpreis durch die technisch wichtige Marke von 1.800 USD/oz fallen. Gold begann den Monat zunächst mit sehr positiven Preisbewegungen. Die Schwäche des US-Dollars führte dazu, dass der Goldpreis aus einem dreimonatigen Konsolidierungsmuster ausbrach und am 9. November sein Monatshoch von 1.965 USD/oz erklomm. Der Ausbruch scheiterte jedoch an dem Tag, an dem Pfizer seine Impfstofftestergebnisse bekannt gab, die besser als erwartet ausfielen. Wir stellen die Analyse von Joe Foster, VanEck für die Südseiten der Börse München vor…




Stetige Rücknahmen in börsengehandelten Produkten des Goldsektors (ETPs), die ab dem 12. November einsetzten, brachten den ersten Monat mit Abflüssen aus Gold-ETPs im Jahr 2020. Der Goldpreis erlitt am 23. November dann einen weiteren Rückgang, als AstraZeneca wiederum seine Impfstofftestergebnisse veröffentlichte, und fiel anschließend am 24. November auf ein Niveau von 1.810 USD/oz, als die Trump-Administration dem Team des designierten US-Präsidenten Biden schließlich nicht mehr länger den Weg zur formalen Einleitung des Regierungswechsels versperrte. Das Niveau von 1.800 USD/oz konnte sich inmitten des Verkaufsdrucks im dünnen Thanksgiving-Feiertagshandel nicht halten. Gold schloss den Monat mit einem Verlust von 101,86 USD (5,4 Prozent) bei einem Stand von 1.776,95 USD/oz.






Goldfirmen verlieren an Boden, wahrscheinlich aber nur
vorübergehend



Goldaktien mussten im Einklang mit dem Edelmetall selbst Einbußen hinnehmen. So verlor der NYSE Arca Gold Miners Index (GDMNTR) 7,65 Prozent und der MVIS Global Junior Gold Miners Index (MVGDXJTR) ging um 7,51 Prozent zurück. Während sich der Goldpreis kurzfristig in einer Schwächephase befindet, erfreuen sich die Goldunternehmen nach wie vor reichlicher freier Cashflows. Viele Unternehmen erhöhten mit den Ergebnissen des dritten Quartals ihre Dividendenausschüttungen. Scotiabank zufolge weisen die von ihr abgedeckten Senior- und Zwischenproduzenten mittlerweile eine Durchschnittsrendite von 2,0 Prozent auf, was laut Bloomberg-Daten die Durchschnittsrendite des S&P 500 von etwa 1,5 Prozent übertrifft. Unterdessen gibt es immer mehr Unternehmen, die in der Lage sind, ihre Dividendenausschüttungen während des gesamten Goldzyklus aufrechtzuerhalten. Newmont und Barrick legen derzeit neue Rahmenbedingungen für die Ausschüttung überschüssiger Barmittel fest. Yamana hat indes einen Dividenden-Reservefonds eingerichtet. Diese Bemühungen unterscheiden die Unternehmen vom Edelmetall selbst, das keine Dividende zahlt, sowie von Unternehmen in anderen Sektoren mit geringeren Renditen.

Auf kurze Sicht negative technische Faktoren?



Gold reagiert negativ auf alles, was die Märkte davon überzeugt, dass die Wirtschaft, die finanzielle Solidität von Unternehmen und Privathaushalten und das Leben im Allgemeinen ohne
Inflation zur Normalität zurückkehren können. Dieses risikofreie Szenario wird aktuell an den Märkten angesichts der Meldung eingepreist, dass Impfstoffe im Jahr 2021 allgemein verfügbar sein werden, und führte dazu, dass Gold kurzzeitig unter das Preisniveau vom Juni 2019 – dem Beginn des derzeitigen Bullenmarkts – fiel (siehe Grafik).



Dieser Ausverkauf und das Durchbrechen der Unterstützungslinie von 1.800 USD/oz deuten darauf hin, dass der Bullenmarkt kurzfristig nicht so stark ist, wie von uns zunächst angenommen. Der Verkauf von Gold-ETPs legt nahe, dass einige Investoren Gold ausschließlich als Pandemie-Handel erachteten und dabei die längerfristigen wirtschaftlichen, finanziellen und anderen Auswirkungen ignorierten. Da die Nachfrage von Seiten der Schmuckbranche und der Zentralbanken durch die Pandemie geschwächt wurde, dürfte Gold weiterhin unter Druck bleiben, bis die ETP-Ströme wieder positiv werden. Folglich sieht es so aus, als ob sich die gegenwärtige Konsolidierung in der ersten
Hälfte des Jahres 2021 fortsetzen könnte.

Rückkehr zur Normalität alles andere als garantiert



Wir halten die Ansicht des Marktes, dass die Welt aus der Pandemie so hervorgehen kann, als sei nie etwas geschehen, für absurd. Es wird bleibende Schäden geben, da COVID auch im Frühjahr weiterhin verheerende Auswirkungen haben wird. Moody’s Analytics zufolge sahen sich die Regierungen der Bundesstaaten und Kommunen im Jahr 2020 mit einem Fehlbetrag von 70 Mrd. USD konfrontiert, der sich auf 268 Mrd. USD im Jahr 2021 und 312 Mrd. USD im Jahr 2022 ausweiten könnte. Rosenberg Research schätzt, dass fast 30 Millionen amerikanische Haushalte im Jahr 2021 von dem Ende der Arbeitslosenunterstützung, Räumungsmoratorien und Stundung von Wohnungsbaudarlehen betroffen sein werden. Viele der Arbeitslosen werden keine Stelle haben, zu der sie zurückkehren können, und je länger sie arbeitslos bleiben, desto mehr leiden ihre Fähigkeiten. Derselben Untersuchung zufolge ist die Sparquote mit 13,6 Prozent fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie. Anstatt eine potenzielle Ausgabenquelle darzustellen, ist ein hohes Sparniveau wohl eher Ausdruck eines neuen Konservatismus gegenüber Investitionen und Konsum. Junge Menschen, die davorstehen, volljährig zu werden, haben innerhalb von 12 Jahren bereits zwei historische Krisen erlebt. Vielleicht übernehmen sie eher die Werte ihrer Urgroßeltern aus der Depressionszeit und nicht die ihrer zur Boomer- oder zur Gen-X-Kohorte zählenden Eltern.

Längerfristig gibt es unbekannte Nebenwirkungen aufgrund der allgemeinen klinischen, psychologischen, sozialen und wirtschaftlichen Schocks der Pandemie. Als Altlast von COVID-19 könnte es zu veränderten politischen Einstellungen, globalen Lieferketten, Nachfragemustern, Arbeitsgewohnheiten, Risikoeinstellungen und Geschäftspraktiken kommen.




Während die Nachricht von Impfstoffen von allen begrüßt wird, ist eine Rückkehr zur Normalität alles andere als garantiert. Viele Risiken bleiben bestehen, die u. E. den Goldpreis auf neue Höchststände treiben können.






Lassen Sie uns die Gründe hierfür eruieren…



Über die Pandemie hinaus gibt es eine Vielzahl von Risiken, die das Finanzsystem bedrohen könnten. An erster Stelle steht die massive Verschuldung, die seit der globalen Finanzkrise ein Problem und mit der Pandemie noch rasanter gestiegen ist. Hier einige der Merkmale der globalen Schuldenlast, die Anlass zur Sorge geben:
  • Das Institute of International Finance (IIF) schätzt, dass die globale Verschuldung bis einschließlich des dritten Quartals auf 272 Bio. USD gestiegen ist und bis zum Jahresende einen
    Rekordwert von 365 Prozent des globalen BIP erreichen wird. Die Industrieländer haben in neun Monaten einen Anstieg um 50 Prozentpunkte auf 432 Prozent des BIP verzeichnet. Gemäß IIF sei nicht klar, wie der Schuldenstand wieder gesenkt werden könne, ohne die Wirtschaftstätigkeit erheblich zu beeinträchtigen.
  • Laut Bloomberg sind seit dem Ausbruch der Pandemie einige der angesehensten Unternehmen Amerikas zu Zombies geworden, d. h. sie sind nicht mehr in der Lage, genug zu verdienen, um ihren Zinsaufwand zu decken. Zombies, die insgesamt 20 Prozent der 3.000 größten Unternehmen des Landes ausmachen, haben einen Schuldenberg in Höhe von fast 1 Bio. USD angehäuft. Die unbeabsichtigte Folge der Stützung des Anleihenmarktes durch die Fed könnte sein, dass der Kapitalfluss zu unproduktiven Unternehmen gelenkt wird, was Beschäftigung und Wachstum auf Jahre hinaus dämpfen würde.
  •  Die jüngste Schätzung des US-Bildungsministeriums zeigt, dass die Kreditverluste bei Studentendarlehen mittlerweile 435 Mrd. USD erreicht haben. Dies entspricht 32 Prozent der ausstehenden Studentendarlehen. Dies nähert sich dem Verlust von 535 Mrd. USD an Subprime-Hypotheken im Jahr 2008.
  • Der weltweite Bestand an negativ verzinslichen Anleihen erreichte im November einen Rekordstand von 17,05 Bio. USD. Rosenberg Research schätzt, dass dies 26 Prozent der weltweiten Schuldtitel mit Investment Grade ausmacht.



Die echten Joker: Vermögensblasen, die Inflation



Das vielleicht am meisten beunruhigende und am wenigsten vorhersehbare der finanziellen Risiken betrifft die Auswirkungen der Liquidität, die durch die quantitative Lockerung der Fed und die Defizitfinanzierung der Regierung in das Finanzsystem gepumpt wurde. Das massive Ausmaß wird in den Grafiken zur Veränderung der Geldmenge M2 und der Gesamtverschuldung ersichtlich:



Nach dem Amtsantritt des designierten Präsidenten Biden werden sowohl von der Fed als auch vom Finanzministerium noch mehr Impulse erwartet. Viel zu viel Geld in einem Finanzsystem birgt das Risiko unbeabsichtigter Folgen wie Vermögensblasen, Währungsschwankungen oder Inflation. Schon jetzt entwickeln sich Blasen bei großen Technologieaktien, Börsengängen (IPOs) und Wohnimmobilien. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (Umschlagshäufigkeit des Geldes) ist derzeit extrem niedrig, was die Inflation in Schach hält. Eine Rückkehr zu normalen Niveaus bei einem stärkeren Wirtschaftswachstum könnte einen Inflationszyklus auslösen.

Gold sollte weiterhin in Ihrem Portfolio sein



Die demografische Alterung wird in den nächsten 20 Jahren die Finanzierung von Sozialausgaben und vieler Renten erfordern, wobei die Verpflichtungen weit über deren Zahlungsfähigkeit hinausgehen. Das traditionelle Portfolio bestehend aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen funktioniert hier nicht mehr, da die Zinssätze bei Null liegen. Viele Anleger suchen nach Alternativen, um die Renditen zu erzielen, die ihnen ihre Anleihenallokationen nun nicht mehr bieten können. Gold, Private Equity und Bitcoin gehören zu der begrenzten Anzahl alternativer Anlageklassen, die diesbezüglich zur Auswahl stehen. Gold ist die einzige Anlagekategorie mit einer etablierten Geschichte als Vermögensspeicher und Absicherung gegen Extremrisiken. Alle Gewichtungen von Unternehmen, Branchen und Subbranchen beziehen sich auf den 30. November 2020, sofern nicht anders angegeben. Quelle: VanEck, FactSet.

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