Kolumnist: Hannes Huster

Gold und Rohstoffe sind weiterhin antizyklische Investments




02.06.18 09:30
Hannes Huster

Liebe Leserin, lieber Leser,


es gibt die verschiedensten Anleger-Typen an der Börse. Trader, die teilweise im Minutentakt handeln oder jeden Handelstag die Positionen komplett schließen, Spekulanten, trendorientierten Anleger oder antizyklische Investoren. Die Liste kann man noch lange fortsetzen.


„Jede Jeck ist anders“ würde man in Köln sagen.


Wenn wir uns Gold und alles was so dazugehört (Goldaktien, Silberaktien, Rohstoffe, Rohstoffaktien) anschauen, dann muss ich Ihnen sagen, dass so ziemlich alle Anlegertypen, die ich oben genannt habe, in diesen Sektoren derzeit nicht vertreten sind.


Einzig die antizyklischen Investoren sind es, die hier derzeit ihr Glück versuchen.


Verluste, Häme und Spott kommen vor den Gewinnen

Was bedeutet eigentlich antizyklisch zu investieren?


Das allwissende WIKIPEDIA beschreibt die Vorgehensweise wie folgt:


Antizyklisches Investieren (englischcontrarian investing, dt. auch Contrarian-Strategie) ist eine Anlage- bzw. Timing-Strategie, bei der ein Anleger versucht einen Ertrag zu generieren, indem er entgegen der breiten Masse, also antizyklisch handelt. Das bedeutet prinzipiell bei schlechter Konjunktur bzw. schlechter Marktstimmung zu kaufen und bei guter Konjunktur bzw. Stimmung zu verkaufen. Der zur Börsenweisheit gewordene Spruch von Carl Mayer von Rothschild „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“ fasst diese Strategie in markigen Worten zusammen.[1]


Die Grundidee dahinter ist, dass die Meinung der Mehrheit zu einer Übertreibung der Kurse führt, sowohl nach oben, als auch nach unten. Ist z. B. die Mehrheit der Anleger positiv für einen Markt gestimmt und erwartet sie weiter steigende Kurse, so kauft sie Wertpapiere auch noch zu Preisen, die fundamental nicht mehr gerechtfertigt sind (es kommt folglich zu einer Abweichung des inneren Wertes). Ebenso verhält es sich bei Verkäufen in einem Papier. Die Anleger verkaufen aus Angst oder Panik die Papiere immer weiter und sorgen so für Kurse, die weiter fallen, als eine „faire“ Bewertung des Unternehmens es rechtfertigen würde.


Der Strategie legt die Annahme zugrunde, dass sich die Anleger nicht rational verhalten (siehe auch Homo oeconomicus), sondern – wie ein Herdentier – immer das Verhalten der breiten Masse nachahmen, sprich ihr „hinterherrennen“. Dies entspricht irrationalem von Emotionen getrieben Verhaltensweisen. Dies wiederum kann anderen Marktteilnehmern potentiell attraktive Investmentchancen ermöglichen.


Außerdem nimmt die Strategie an, dass sich ein Finanzmarkt in Zyklen bewegt, also auf fallende Kurse auch wieder steigende Kurse folgen – und umgekehrt. Sie kann somit auch als eine Mean-Reversion-Strategie betrachtet werden. Hierin liegt auch die größte Schwierigkeit der Strategie, setzt sie doch voraus, dass der Anleger in der Lage ist – innerhalb einer gewissen Toleranz – den Zeitpunkt des Tiefst- bzw. Höchstpunkts zu bestimmen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass ohnehin bereits tief gefallene Aktien noch weiter fallen können. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von sogenannten „Value Traps“.


Es klingt eigentlich ganz einfach und ergibt schnell Sinn.


Das Problem liegt aber, wie so oft im Leben, im Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis.


Als antizyklischer Investor tut man genau das Gegenteil von dem, was die Masse der Anleger tut. Man stellt sich gegen den Strom, ohne zu wissen, wie stark sich eine aktuelle Trendbewegung noch entwickeln wird und wie lange sie noch anhalten wird.


Die meisten antizyklischen Investoren orientieren sich in Sachen Timing an über lange Zeit gültigen Verhältnissen in den Märkten, langfristige Bewertungsniveaus oder Ähnlichem.


Obwohl das antizyklische Investieren theoretisch total einfach klingt, bringt es die meisten Neulinge schnell zur Verzweiflung.


Viele antizyklische Investoren sind zum Beispiel aus den Aktienmärkten schon lange ausgestiegen. Die Kurs-Rallye, die in 2009 ihren Anfang fand, geht nun schon in ihr 10. Jubiläumsjahr.


Was schmerzt mehr als Verluste? Richtig – entgangene Gewinne.


Hätte ich doch nur diese oder jene Aktie einfach gekauft und behalten…usw.


Diese Schmerzen sind es, die gerade antizyklische Investoren überstehen müssen, bevor sie die Ernte einfahren. Die Häme und den Spott der anderen Anleger  bekommt man völlig gratis hinzu!



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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XC0009655157 965515 1.365 $ 1.161 $
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
FXCM
1.321,34 $ +0,67%  15.02.19
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