Gold sucht Klarheit im Inflationsdunst




25.11.21 15:10
VanEck

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Der Goldpreis reagiert eindeutig auf den Inflationsdruck, erklärt Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar.

Die Lage auf dem Goldmarkt im Oktober schien unübersichtlich, da man sich nicht habe entscheiden können, ob einerseits eine straffere FED-Politik ein Risiko für die Wirtschaft darstelle und ob andererseits die Inflation vorübergehend oder langfristig sei.

Die Unsicherheit beim Goldpreis sei jedoch durch die Überzeugung des Marktes ausgeglichen worden, dass eine straffere Geldpolitik der FED die Inflation eindämmen werde und die Wirtschaft robust genug sei, um höhere Zinsen zu verkraften. "Im Gegensatz zum Markt besteht unserer Meinung nach ein erhebliches Risiko, dass die durch die Liquidität angeheizte Wirtschaft und der Aktienmarkt nicht mehr funktionieren, sobald die FED die Liquidität abzieht", schätze Foster die Situation ein. "Wie in unserem September-Kommentar erläutert, glauben wir außerdem, dass strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft zu einem mehrjährigen Inflationszyklus führen dürften."

Zwar habe der Goldmarkt im vergangenen Jahr einige Schwächen gezeigt, ein längerfristiger Blick biete Foster zufolge aber eine positivere Perspektive. "Von 2013 bis 2019 bewegte sich der Goldpreis in einer Spanne zwischen 1.150 und 1.360 US-Dollar pro Unze", so der Goldexperte. "Mitte 2019, als die FED begann, die Zinssätze zu senken, brach der Goldpreis aus diesem Bereich aus. Der Goldmarkt hat nie zurückgeblickt. Zwar ist Gold von seinen Höchstständen von über 2.000 US-Dollar pro Unze weit entfernt, doch stellen die aktuellen Niveaus von etwa 1.800 US-Dollar einen hohen Preis dar, bei dem Bergbaugesellschaften gut zurechtkommen."

Der Goldpreis habe sich behauptet, trotz der erwarteten geldpolitischen Straffung der FED, höherer Renditen, der Stärke des US-Dollars, der Konkurrenz durch andere Anlageklassen und der anhaltenden Nettoverkäufe durch börsengehandelte Goldfonds. "Dies deutet darauf hin, dass Gold von einem Kern von Anlegern gestützt wird, welche die Notwendigkeit von Anlagen sehen, die ihr Vermögen vor unerwünschten Risiken schützen können", folgere Foster.

Die Rolle von Gold als Risikoschutz könnte wieder wichtiger werden: Die letzten drei US-Regierungen hätten keinen Widerstand gegen mutwillige Defizitausgaben geleistet. "Während es ein grundlegendes Gesetz des wirtschaftlichen Überlebens ist, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu leben, scheint ein übermäßiger Verlass auf das Schuldenmachen das bevorzugte Instrument der Steuer- und Geldpolitik zu sein", so Foster. Bei Zinssätzen nahe Null sei das Geld fast umsonst, und der Schuldendienst sei minimal. "Sobald jedoch entweder die Fed oder die Märkte beschließen, dass es an der Zeit ist, die Zinssätze zu erhöhen, könnte die US-Wirtschaft in eine Schuldenfalle geraten." (25.11.2021/ac/a/m)






 
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