Gold nach Preisrückschlag wieder ein Kauf




16.09.20 11:28
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Goldpreis (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515) musste in den vergangenen Tagen ähnlich wie die Technologieaktien einen herben Rückschlag hinnehmen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die Notierungen seien vom historischen Höchststand von USD 2067 pro Feinunze am 06.08.2020 bis auf USD 1911 zurückgesunken. Allerdings seien solche Rückschläge in einem steilen Aufwärtstrend nichts Ungewöhnliches, schließlich sei der Preis vom 10.09.2019 von damals USD 1485 um 38,9% gestiegen. Jetzt scheine er sich auf einer Unterstützungslinie wieder gefangen zu haben. Die fundamentalen Daten, die für eine Anlage in Gold sprechen würden, seien unverändert wirksam.

Eine gegenteilige Botschaft komme von der Bank of England. Gertjan Vlieghe, ein Mitglied des BOE's Monetary Policy Committee, habe letzte Woche Goldinvestoren gewarnt, Gold sei als Frühindikator für künftige Inflation ein schlechter Ratgeber.

Ein enger Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und der Inflationsrate sei allerdings als Argument für Gold gegenwärtig gar nicht behauptet worden. Die Hälfte der weltweiten Goldnachfrage komme von der Schmuckindustrie und nur etwa ein Viertel von der Investmentnachfrage. Der Rest entfalle auf Zahnärzte, Elektronik und sonstige industrielle Verwendungen. Die Schmuckindustrie sei von der Konjunkturentwicklung abhängig. Die Inflationsrate könne also durchaus niedrig sein, obwohl der Goldpreis steige. Ausschlaggebend sei gegenwärtig die Einschätzung der Investoren in die künftige Stabilität der Währung.

In diesem Zusammenhang sei darauf hinzuweisen, dass es mehrere Arten von Inflation gebe: z.B. Vermögenspreise ("asset inflation"); Immobilienpreise; Mieten, Schuldeninflation u. a. Die öffentlichen Schulden der USA z.B. würden sich derzeit auf USD 26,7 Billionen (Quelle: US National Debt Clock.org) mit Tendenz auf USD 30 Billionen (1 Billion = 1012) belaufen. Wenn es der US-Regierung gelänge, jeden Tag USD 1 Million ihrer Schulden zurückzubezahlen, dann wären es USD 365 Millionen pro Jahr oder etwa USD 1 Mrd. in drei Jahren. In 3000 Jahren hätten sie dann USD 1000 Mrd. oder 1 Billion abbezahlt, und in 30.000 Jahren USD 10 Billionen. Für USD 30 Billionen hätten sie 90.000 Jahre benötigt. Zum Vergleich die Neandertaler hätten bei Düsseldorf vor 30.000 Jahren gelebt. Hierfür dürften die USA aber niemals USD 1 neue Schulden machen, um alte zu tilgen, und die Notenbank müsste die Leitzinsen immer bei 0% halten. Man könne daraus leicht folgern: Die US-Regierung werde ihre inflationären Schulden niemals mehr zurück bezahlen. Und welche Kaufkraft möge USD 1 in 90.000 Jahren haben? Unter "Stabilität" einer Währung oder eines Finanzsystems sei etwas anderes zu verstehen. Der Goldpreis dagegen habe seinen Wert in den letzten 5000 Jahren unter Beweis gestellt.

Dies dürfte der eigentliche Grund für den Anstieg des Goldpreises sein. Und die Notenbanken würden ihre ultra-expansive Geldpolitik weiter fortsetzen und mehr Geld als für den Wirtschaftskreislauf erforderlich drucken. Die FED habe dies in Jackson Hole am 27.08.2020 angekündigt, die EZB am 11.09.2020 bestätigt. Dieses "Überschussgeld" suche eine Parkmöglichkeit in den Finanzmärkten. Es fließe hauptsächlich in die Aktienmärkte und in die Edelmetalle. Daran würden auch gelegentliche Rückschläge wie gegenwärtig nichts ändern. Immobilien würden ständig höhere Steuern drohen. Die Aktienmärkte seien am KGV gemessen schon sehr teuer, die Edelmetalle dürften aber wegen ihres Wertes als langfristiges Wertaufbewahrungsmittel noch erheblich höhere Notierungen erreichen.

Die veränderten Einstellungen der Investoren weltweit würden die neuen Daten des World Gold Council über den überaus starken Zufluss in die Gold ETFs zeigen. Diese hätten seit Anfang des Jahres jeden Monat netto einen Zufluss inzwischen von insgesamt 938 t oder USD 51,2 Mrd. gehabt, wodurch sich ein Gesamtbestand von 3824 t oder umgerechnet USD 541 Mrd. errechne. Zum Vergleich: Deutschland verfüge gegenwärtig über 3362 t oder 77,1% seiner Währungsreserven. Das Verhalten der Investoren gegenüber Silber scheine sich jetzt zu ändern. Die fundamentalen Argumente würden für Edelmetalle sprechen. (16.09.2020/ac/a/m)







 
Finanztrends Video zu Goldpreis


 
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.


hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
1.870,27 $ 1.867,66 $ 2,605 $ +0,14% 25.09./05:47
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XC0009655157 965515 2.074 $ 1.446 $
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
FXCM
1.870,27 $ +0,14%  05:47
  = Realtime
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
RSS Feeds




Bitte warten...