Kolumnist: Till Kleinlein

Gold: Nicht kopflastig agieren!




16.11.18 14:12
Till Kleinlein

Für Anhänger des glänzenden Edelmetalls war dieses Jahr wahrlich nicht einfach. Anfang des Jahres gab es mehrere Versuche die breite Widerstandszone um 1.360 US-Doller je Feinunze zu überwinden, doch schließlich mussten die Gold-Anhänger wieder die Flinte ins Korn werfen. Somit bleibt es dabei: Seit nunmehr 5 Jahren kommt der Gold-Kurs nicht über die 1.400-Dollar-Marke.
Normalerweise kein Problem für die Anleger, denn es gab einige schöne Short-Signale, die eben auch genutzt werden konnten. Doch bei Gold sieht dies für viele Trader anders aus: Kein Anlageobjekt wird derart stark als Krisenwährung angesehen, und so gab es in diesem Jahr viele Situationen, bei denen Anleger Verluste erleiden mussten, weil sie zu emotional oder zu verkopft agiert haben. Nach dem Motto: In diesem lausigen Umfeld muss doch Gold steigen, sind Long-Einstiege eben nicht aus der Charttechnik heraus begründet worden, sondern weil der Verstand auf sonst verlässliche Zusammenhänge setzte. Doch der Handelskrieg der USA mit China und Europa, um nur ein schwerwiegendes Krisenthema aufzutischen, hat den Goldpreis nicht in Richtung Norden geschickt. Auch allgemeingültige Börsen-Gesetzmäßigkeiten müssen immer auch von charttechnischen Signalen begleitet werden, und diese fehlten in diesem Jahr für eine lange Zeit. Wer eine charttechnische Bestätigung für einen Long-Einstieg nicht abwarten konnte, hat teils viel Lehrgeld bezahlen müssen. Für erfahrene Trader, die aber nur bei charttechnischen Bestätigungen agieren, war 2018 ein gutes Gold-Jahr.

EURUSD
XAUUSD (Gold) im aktuellen Tageschart – Quelle: CFX Trader

Im Oktober gab es das erste Long-Signal in diesem Handelsjahr – zumindest in meinem Swing-Trading-Ansatz. Die mittelfristige Abwärtstrendlinie (rote Linie) wurde überwunden, und da dies nahezu zeitgleich mit der Rückeroberung der 1.200er-Marke stattfand, war dies auch ein starkes Signal (erster grüner Kreis). Dieser Trade wurde bereits mit einem kleinen Gewinn beendet (roter Kreis), da die Aufwärtsbewegung bereits um 1.235/40 US-Dollar augenscheinlich an Dynamik verlor.


Kürzlich gab es dann aber bereits das nächste Long-Signal (zweiter grüner Kreis): Auch diesmal haben wir es mit einem starken Signal zu tun, denn wieder hat die starke 1.200er-Marke ihre Hände im Spiel. Die jüngste Korrekturbewegung endete an der grünen Aufwärtstrendlinie – der neue mittelfristige Trend. Die Aufwärtstrendlinie wurde dann auch noch von der 1.200er-Marke als Unterstützung gestärkt. Sobald Gold noch ein wenig steigt, kann dieser Trade schon nicht mehr anbrennen. Eine Teilgewinnmitnahme und ein Stoppnachziehen in die Gewinnzone für die Restposition steht dann an. Sofern der zaghafte Aufwärtstrend intakt bleibt, ist eine Annäherung mit der 200-Tage-Linie als mittelfristiges Anlaufziel ins Auge zu fassen – verläuft gegenwärtig bei etwa 1.263 US-Dollar. ... zum Artikel.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Ihr
Till Kleinlein 

Dies ist keine Handelsempfehlung!



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