Kolumnist: Sven Weisenhaus

Gold - Darum können Sie jetzt wieder auf steigende Kurse setzen




03.07.13 17:47
Sven Weisenhaus


Verehrte Leserinnen und Leser,




die Befürchtungen der Anleger und die Reaktion auf die Aussagen Ben Bernankes im Hinblick auf die weitere Geldpolitik hielten wir für überzogen, weil wir davon ausgehen, dass die US-Notenbank Fed bei der Reduzierung ihrer Anleihekäufe ein sehr behutsames Tempo an den Tag legen wird.


 


Wir blieben längerfristig absolut bullish für den Aktienmarkt und erwarteten in der vorherigen Ausgabe des Geldanlage-Briefs auch kurzfristig eine Gegenbewegung. Diese hat es in der abgelaufenen Handelswoche gegeben. Der DAX konnte einen Wochengewinn von fast 2,2 Prozent erzielen.


 


Übertreibungen der Anleger


 


Doch in diesem Zeitraum gab es weitere heftige Kursverluste – in den Edelmetallen. Und auch hier sehen wir eine Übertreibung, die zu einer Gegenbewegung führen dürfte. Denn während die Anleger den Goldpreis aus Motiven kauften, die sich im Nachhinein als unbegründet herausstellten, erfolgen nun die Verkäufe möglicherweise erneut aus den falschen Gründen.


 


Gold stieg (unter anderem) aus Angst vor Inflation


 


Im Herbst 2011 erreichte der Goldpreis seine Höchststände. Weil die US-Notenbank die Zinsen auf null gesenkt hatte, fürchteten die meisten Anleger, gerade in den USA, eine anziehende Inflation. Tatsächlich zeigten sich jedoch seitdem eher deflationäre als inflationäre Tendenzen und genau dies führte schließlich dazu, dass diese übertriebene Rallye ihr Ende fand und es bis heute zu stark gefallenen Kursen kam.


 


Das Paradoxon


 


Der Einbruch des Goldpreises in den vergangenen Tagen wird derzeit damit begründet, dass die Fed ein Ende der Anleihekäufe in Aussicht gestellt hat. Damit sinken, so die Begründung der Analysten, die ohnehin nicht vorhandenen Inflationsrisiken weiter und das wiederum hätte zu den Verkäufen beim Gold geführt. Doch auch diese Argumentation könnte sich im Hinblick auf die Inflation und den Goldpreis als falsch herausstellen.


 


Inflation entsteht, wenn ...


 


Denn die Fed wird die Zinsen erst dann anheben, wenn die US Wirtschaft in einem ausreichend gesunden Maße wächst. Sollte das Wirtschaftswachstum weiter anziehen, wird sich auch der US-Arbeitsmarkt wieder verbessern. Damit würden wieder viel mehr Menschen mehr Geld haben, um zu konsumieren. Wenn wieder mehr konsumiert wird, dann werden gerade in der vom Binnenkonsum abhängigen US-Wirtschaft auch wieder die Preise steigen. Mit steigenden Preisen können auch wieder höhere Löhne bezahlt werden, und so weiter. Und genau das ist die Grundkonstellation, die zu einer Inflation führen kann.


 


Es hängt weiterhin von der Fed ab


 


Zwar wird die Fed versuchen entsprechend zu reagieren und die Zinsen anheben, aber die Gefahr ist groß, dass sie aufgrund der schwierigen Gesamtsituation dies relativ spät tun wird. Und somit ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch, dass wir in ein, zwei oder vielleicht drei Jahren doch einen erheblichen Anstieg der Inflation in den USA sehen werden.


 


Ausblick
 


Wenn also Inflation ein Grund für den Goldpreisanstieg war, müsste der Goldpreis irgendwann in nächster Zeit wieder anziehen. Die Frage ist nur, von welchem Niveau aus diese Gegenbewegung starten könnte. Mehr dazu im “Marktüberblick“.


 


Die Beruhigungspillen, die jüngst von einigen Vertretern der diversen Notenbanken verteilt wurden, könnten die Volatilität nun (wie zuletzt von uns mehrfach geschildert) sowohl am Aktienmarkt als auch bei den Edelmetallen abnehmen lassen. Insbesondere, weil auch die Politik in die Sommerpause geht und von dieser Seite ebenfalls kursbewegende Faktoren ausbleiben. Hier möchten wir allerdings hinzufügen, dass in Deutschland im Herbst Wahlen anstehen. Es wird also zu entsprechendem “Wahlkampfgetöse“ kommen, womit die Sommerpause kürzer als sonst ausfallen dürfte.


 


Auch dies könnte ein Grund für die vereinzelten, plötzlichen und nicht erklärbaren Kurssprünge sein, die wir für diese Zeit prognostiziert haben (siehe vorherige Ausgabe). Politische Börsen haben aber bekanntlich kurze Beine, weshalb sich die Bewegungen im Weiteren meist egalisieren und sich häufig als Fehlsignale herausstellen.


 


In der nun angelaufenen Handelswoche jedenfalls dürfte es zunächst noch spannend bleiben. Am Mittwoch und Freitag werden, wie zu jedem Monatsanfang üblich, die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Zudem präsentieren die Bank of England und die Europäische Zentralbank ihre Ergebnisse der jeweiligen Ratssitzungen. Wir erwarten hier zwar keine geldpolitischen Kursänderungen, abnehmende Volatilität ist aber in dieser Woche noch nicht zu erwarten.


 


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse


Ihr


Sven Weisenhaus


 


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