Kolumnist: Feingold-Research

Gold – Chance an der 200-Tage-Linie




26.11.20 13:16
Feingold-Research

Die Börsen feiern den Corona-Impfstoff und jagen den Dow Jones auf 30.000 Punkte. Gleichzeitig gerät Gold zunehmend unter Druck. Der Optimismus aus dem Sommer ist mittlerweile aus dem Markt verschwunden. Zu Unrecht, wie wir finden. Gold hat nun die 200-Tage-Linie angelaufen, wo wir eine gute Einstiegschance sehen. In unser Turbo-Depot haben wir am Mittwoch einen Bull auf Gold aufgenommen. Dazu auch das Research der Commerzbank. 


Der Ausverkauf bei Gold ist an der Marke von 1.800 USD je Feinunze zum Stehen gekommen. Dort verlaufen gleich mehrere wichtige charttechnische Unterstützungen wie die 200-Tage-Linie, der Aufwärtstrend seit Mitte 2019 und einige zyklische Hochs der Jahre 2011 und 2012. Zudem benötigte der Goldpreis im Juli zwei Wochen, bis er diesen Bereich nachhaltig überwunden hatte und zu seiner finalen Rally auf das Rekordhoch ansetzte.


Auch der auf 30 gefallene RSI deutet auf eine Stabilisierung hin. Zu einer wirklichen Gegenbewegung ist es bislang aber auch noch nicht gekommen, so dass ein nochmaliger Versuch, den Preis unter 1.800 USD zu drücken, nicht ausgeschlossen werden kann. Sollte dieser erfolgreich sein, könnten darunter liegende Stopps den Preis durchaus noch um einiges weiter fallen lassen. Der scharfe Preisrückgang der letzten Tage hat offenbar die ETF-Anleger aufgeschreckt. Diese ziehen sich weiter in Scharen aus Gold zurück. Für gestern meldete Bloomberg einen erneuten kräftigen Abfluss von 15,4 Tonnen. Dieser entfiel nahezu vollständig auf den SPDR Gold Trust in den USA, der vor allem von institutionellen Investoren als Anlagevehikel genutzt wird.


Seit Monatsbeginn sind damit bereits 73 Tonnen Gold aus den ETFs abgezogen worden. Das wäre der stärkste Monatsabfluss seit Dezember 2016. Seit Jahresbeginn stehen aber noch immer Zuflüsse von knapp 800 Tonnen zu Buche. Ebenfalls deutlich Federn lassen mussten zuletzt die Silber-ETFs. Diese verzeichneten in den vergangenen sechs Handelstagen Abflüsse von 580 Tonnen, davon allein 320 Tonnen vor zwei Tagen. Auch Silber ist im Schlepptau von Gold spürbar unter Druck geraten, hat aber die Tiefs von Ende Oktober und Ende September noch nicht unterschritten. Das Gold/Silber-Verhältnis ist kaum gestiegen, was in derartigen Korrekturphasen eher ungewöhnlich ist.


Quelle: Commerzbank, eigene Recherche



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