Kolumnist: Miningscout.de

Gold: Achterbahnfahrt am Goldmarkt




15.06.22 07:59
Miningscout.de

Terminmarkt: COT-Report vom 10.06.2022

Der neueste COT-Report wurde am Freitag um 21:30 Uhr seitens der US-Terminmarktaufsicht veröffentlicht mit dem Stichtag der Datenerhebung des 10. Mai. Diese wöchentlich erscheinenden Daten werden seitens der CFTC immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten erhielten noch vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber, Platin und Palladium. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt zulassen.


Die großen vier Händler an der COMEX deckten sich mit 2-3 Tagen der Weltproduktion ein, während die Positionierung der Spekulanten unverändert blieb, doch der Preis um 21$ anstieg. Dies zeigt Neutralität bis leichte Stärke am physischen Markt.


Mittlerweile wurde die Positionierung der BIG4 schön reduziert, doch ist sie immer noch untypisch hoch für ein Tief. Es scheint immer noch so, als würden sich die BIG4 in den nächsten Wochen und Monaten erst zu niedrigeren Preisen eindecken wollen, wenn das Sentiment bärisch ist im Rahmen weiterer Zinsanhebungen in den USA. Dies spricht gegen eine Trendumkehr bei 1.800$. Doch gibt es auch einen Silberschweif am Horizont, da die Manipulation beim Gold dennoch schon schön zurückgefahren wurde in den letzten Wochen, was gut ist.


Der COT-Index OI notiert bei 80 Punkten, da die Positionierung so hoch ist wie zuletzt vor 3 Jahren. Damit ist das grundsätzlich gut und würde für ein Ende der Korrektur am Terminmarkt ausreichen, wenn sich das geldpolitische Umfeld wieder ändern würde. Möglich, dass wir dies erst im September oder später erleben werden, weshalb die nächsten 3-4 Monate noch zäh werden dürften. Die COT-Daten sprechen unverändert dafür, dass es noch das Risiko eines finalen Sell Offs unter 1.800$ gibt. Dennoch befindet sich die Korrektur in ihrer letzten Phase.



Die Terminmarktdaten für Gold sind so gut wie seit 3 Jahren nicht mehr und kommen langsam in den Kaufbereich Die mutmaßliche Manipulation am Goldmarkt wurde schon schön zurückgefahren, doch fehlt noch eine letzte Eindeckung in einem letzten Rücksetzer

Die letzten beiden Handelstage waren eine wahre Achterbahnfahrt am Goldmarkt rund um die Handelsspanne zwischen 1.840$ auf der Unterseite und 1.870$ auf der Oberseite mit vielen falschen Ausbrüchen. Eine ähnliche Volatilität sahen wir vor Ausbruch des Krieges in der Ukraine am Goldmarkt.


Die Unterseite der Handelsspanne wurde zu oft gebrochen und wurde damit irrelevant, weshalb sich die Handelsspanne ausgeweitet hat auf 1.870$ auf der Oberseite und 1.800$ auf der Unterseite. Unter 1.800$ öffnet sich die Falltür, womit sich ein neues Korrekturziel bei ca. 1.700$ auftun würde. Dort dürfte sich dann eine perfekte antizyklische Kaufchance auf allen Zeitebenen ergeben.


Die COT-Daten für Gold und Silber sind bereits größtenteils bereinigt, weshalb das Tief und eine Trendumkehr näherkommen. Ideal wäre ein finaler Abverkauf in den nächsten Wochen bis zu drei Monaten, in dem die zittrigen Hände herausgeschüttelt werden und wir als antizyklische Käufer auftreten könnten. Es ist jedoch möglich, dass die Unterstützung bei 1.800$ halten wird. In diesem Fall würde der Goldpreis wieder bis an den Widerstand bei 1.870$ ansteigen und mit einem Ausbruch darüber ein prozyklisches Kaufsignal liefern.


In der Handelsspanne zwischen 1.800$ und 1.870$ gibt es keinen Handlungsbedarf und man sollte abwarten, da die Kursbewegungen in der Handelsspanne unberechenbar sind. Ein bullischer Ausbruch aus der Handelsspanne würde ein Kaufsignal bis 1.900$ erzeugen und ein bärischer Ausbruch ein finales Verkaufssignal bis 1.700$, wo wir auf die Käuferseite wechseln würden.


Kurzfristig handelt der Goldpreis in einer engen Handelsspanne zwischen 1.840$ und 1.870$. Die nächste Unterstützung liegt bei 1.800$

Der Tageschart zeigt, dass der Goldpreis im Februar nach dem Bruch des letzten langfristigen Abwärtstrends stark anstieg und fast das Allzeithoch erreicht hatte. Bereits vor dem Ausbruch des Krieges zeigte sich Stärke, die ungewöhnlich war und auf Insiderkäufe zurückzuführen sein dürfte.


Das Allzeithoch wurde um wenige US-Dollar verfehlt und der erwartete Rücksetzer kam, wobei Gold wieder zurück auf 1.800$ fiel, dem Niveau vor dem Krieg in der Ukraine. Die Geschichte zeigt, dass Gold oftmals kurzfristig fällt, gerade dann, wenn es die Masse es für unmöglich hält und das Sentiment sehr bullisch ist, was wir zuletzt sahen.


Sollte die Unterstützung bei 1.800$ nicht halten, so wäre ein Abverkauf bis 1.680$/1.700$ durchaus denkbar, weshalb Trader darauf achten sollten keine Long-Position unter 1.800$ zu halten.


Das mögliche Zeitfenster für eine weitere Korrektur ist jedoch relativ kurz, denn die hohe Teuerung, die steigenden Zinsen und die sich manifestierende Rezession sind Faktoren, die die Aktienmärkte weiter einbrechen lässt und somit die Notenbanken in Zugzwang bringt. Sobald die Notenbanken zucken, wird das Smart Money auf die Käuferseite wechseln und Gold akkumulieren in Antizipation neuer QE-Programme. Dann wird Gold schnell wieder seine Allzeithochs erreichen und weit hinter sich lassen, während der Euro und der Dollar weiter abwerten.


Charttechnisch wäre ein A-B-C Korrektur abgeschlossen mit dem Rücksetzer (Pull Back) an den ehemaligen Abwärtstrend und das ehemalige Ausbruchsniveau bei 1.800$. Ein erneutes Kaufsignal über 1.870$ sollte daher gekauft und mit einem Stop-Loss versehen werden, da mittlerweile aus dieser Gegenbewegung eine Trendumkehr werden könnte. Sollte der Goldpreis hingegen erneut die Unterstützung bei 1.800$ anlaufen, so besteht die Gefahr eines finalen Abverkaufs auf ca. 1.700$. Mehrere Zinsanhebungen in den nächsten Monaten könnten das Umfeld für diese Verkaufspanik schaffen. Mit einem Zurückrudern der Notenbanken im Herbst wäre dann das Tief drinnen und Gold wäre wieder ein Kauf, worauf ein Anstieg auf das Allzeithoch folgen sollte.


Der komplette Anstieg seit dem Krieg in der Ukraine wurde wieder vernichtet

Der Goldpreis in Euro ging mit dem Einbruch des europäischen Gemeinschaftswährung als Folge der Sanktionen gegen Russland förmlich durch die Decke. Die Parität des Euros zum US-Dollar scheint, in diesem für Europa ungünstigen Umfeld, nur noch eine Frage der Zeit zu sein, während der USD-Index durch die Decke geht.


Nachdem Ende Januar ein Aufwärtstrend brach und es ein kurzfristiges Signal für einen zeitweiligen Take Profit gab, wobei das Kaufsignal vom Oktober bei 1.640 Euro noch immer intakt war, drehte der Goldpreis mit der Kriegsangst vom Fleck weg, erzeugte bei 1.608 Euro ein erneutes Kaufsignal und stieg um 290 Euro je Feinunze an. Sollte der Euro auf die Parität zum US-Dollar fallen, so würde dies bedeuten, dass der Goldpreis in Euro das hohe Niveau halten kann.


Am Donnerstag brach der Goldpreis den rot eingezeichneten Abwärtstrend, nachdem JPMorgan einen heißen CPI-Print in Aussicht gestellt hatte. Am Freitag brach der Euro mit dem starken Dollar aufgrund der hohen Inflationsrate in den USA ein, was den Goldpreis in Euro um 60 Euro je Feinunze nach oben katapultierte. Wir erwarten beim Goldpreis in Euro im schlechtesten Fall noch einmal einen Rücksetzer bis an die 1.700 Euro-Marke, doch sehen aufgrund des schwachen Euros kein weiteres Potenzial nach unten. Eine finale Korrektur des Goldpreises dürfte sich primär bei Gold in US-Dollar abspielen. Europäer sollten daher nicht mehr lange warten, falls sie noch Gold kaufen wollen, denn der nächste Anstieg steht bereits in den Startlöchern. Seitens des Tradings gabs am Donnerstag mit Trendbruch ein Kaufsignal, das intakt bleibt, bis diese Marke nicht wieder unterschritten wird.


Der Goldpreis hält sich im Umfeld eines schwachen Euros weiterhin stark auf hohem Niveau View enclosure: bigstock-Market-Turbulence-And-Financia-454696451.jpg [image/jpeg]


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