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Kolumnist: Max Otte

Gewinnrückgang bei United Internet




16.11.18 12:46
Max Otte

Hat sich Ralph Dommermuth mit Tele Columbus verhoben?


von Prof. Dr. Max Otte


Der Telekommunikations- und Internetdienstleister United Internet hat Geschäftszahlen für die vergangenen 9 Monate gemeldet. Zwischen Januar und September 2018 erwirtschaftete er einen Gewinn von 57,1 Millionen Euro – nur 10 Prozent der Überschüsse aus dem Vorjahreszeitraum. Prompt meldeten sich kritische Stimmen:


Kriselt es bei dem Unternehmen aus Montabaur?


Hektik ist nicht angebracht. Denn der Gewinnrückgang liegt vor allem in Sondereffekten begründet. Explizit darin, dass sich United Internet vor einem Jahr rund 304 Millionen Euro Sonderertrag aus der Drillisch-Übernahme gutschreiben konnte. Im laufenden Geschäftsjahr jedoch schlägt eine Wertminderung von 216,2 Millionen Euro auf die Beteiligung an der Kabelgesellschaft Tele Columbus zu Buche. Der Umsatz stieg in den ersten 9 Monaten 2018 auf 3,82 Milliarden Euro – ein Plus von 10,2 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 10,5 Prozent auf 874,6 Millionen Euro.


Aus meiner Sicht besitzt United Internet auch weiterhin starke Assets. Vor allem die 23,65 Millionen kostenpflichtigen Kundenverträge sowie die 36,17 Millionen Registrierungen für kostenfreie Dienstleistungen werden in Zukunft echte Werte produzieren können. Jahr für Jahr sorgen 5 Millionen Neuverträge für zusätzlichen Cashflow. United Internet besitzt ein 46.000 Kilometer langes Glasfasernetz, nutzt knapp ein Drittel der Mobilfunk-Netzkapazität von Téléfonica Deutschland und operiert mit insgesamt 10 Rechenzentren. Das ist eine mehr als ordentliche Infrastruktur.


Schauen wir noch tiefer in die Zahlen, erfahren wir erfreuliches. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich in den ersten 9 Monaten 2018 von 52,8 auf 55,8 Prozent. Der operative Cashflow stieg um 43 Prozent.


Ich bin weiterhin überzeugt von United Internet


Zum einen sichert die vertragliche Bindung von nun 23,65 Millionen Kunden über kostenpflichtige Dienstleistungen mit fest vereinbarten Laufzeiten stabile Cashflows. Zum anderen spülen die Werbeeinnahmen der für die Nutzer kostenlosen Dienste (zum Beispiel E-Mail-Konten) weiteres Geld in die Kasse. Letztere bieten viel Potenzial zur Monetarisierung über Werbung, Datenhandel und via Konvertierung der Nutzer in kostenpflichtige Vertragsverhältnisse.


Herausragendes Management


Ralph Dommermuth ist ein Eigentümer-Manager par excellence. Er macht, aus meiner Sicht, einen hervorragenden Job und steht dabei mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bank gründete er 1988 mit 1&1 das Unternehmen, das heute die Basis von United Internet darstellt. Mittlerweile gehören auch Marken wie GMX, Web.de und Drillisch zum Portfolio.


Er selbst sieht sich als „Unternehmer im klassischen Sinne“, der gerne Neues aufbaut und langfristig weiterentwickelt. Für diese Einstellung wurde er zuletzt auch von der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem „Preis Soziale Marktwirtschaft“ geehrt. Die CDU-nahe Stiftung würdigte ihn damit als einen „vorbildlichen Unternehmer, der auf herausragende Weise Innovation und unternehmerischen Mut mit gesellschaftlicher Verantwortung“ verbindet.


Weiter auf Expansionskurs


Jüngst hat die Tochter 1&1 Internet auch das Linzer Unternehmen World4You, Webhosting-Marktführer in Österreich, übernommen. Der Kaufpreis soll im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. United Internet kann auf diesem Wege seinen bis dato prozentual einstelligen Marktanteil im Geschäft mit Domains, E-Mail- und Homepage-Diensten in Österreich mehr als verdoppeln. Das vor 20 Jahren gegründete Unternehmen World4You verwaltet für 100.000 Kunden mehr als 250.000 Internet-Auftritte. Webhosting ist die Autobahnmaut fürs Internet. Wer im Internet mit einem eigenen Auftritt dabei sein will, muss zahlen. Das führt zu stabilen Einnahmen bei geringen Kosten.


Trumpfkarte 5G


Mit dem neuen Funkstandard hat Dommermuth ein neues Wachstumsfeld entdeckt. Der Beschluss der Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur am 30. August war zwar ernüchternd. Doch Dommermuth lässt eine Beteiligung an der 5G-Frequenzauktion weiter offen. 5G, von dem sich IT-Experten wahre Wunderdinge versprechen, kann weiterhin ein wichtiges Ass im Ärmel der Montabaurer sein.


5G soll in Zukunft LTE ablösen und das Internet auf dem Handy nicht nur bezüglich der Datenrate, sondern auch in Sachen Kapazität und Latenzzeit deutlich voranbringen. Auf diesem Wege könnten die Blockchain, das Internet der Dinge und auch das Autonome Fahren vollkommen neue Dimensionen erreichen.


Sollte die für das Frühjahr 2019 geplante Auktion erfolgreich verlaufen, würde sich die Investition für United Internet erst nach vielen Jahren amortisieren. Dommermuth wird womöglich schon den wohlverdienten Ruhestand genießen, wenn United Internet die entsprechenden Erträge einstreicht. Auch dies verdeutlicht seine Klasse als Unternehmer.


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Auf gute Investments,


Ihr


Max Otte


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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
36,30 € 36,32 € -0,02 € -0,06% 22.10./20:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0005089031 508903 41,35 € 24,21 €
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
36,30 € -0,33%  22.10.19
München 36,18 € +1,66%  22.10.19
Hannover 36,17 € +1,63%  22.10.19
Hamburg 36,56 € +0,25%  22.10.19
Nasdaq OTC Other 34,92 $ 25.09.19
Xetra 36,30 € -0,06%  22.10.19
Berlin 36,24 € -0,22%  22.10.19
Düsseldorf 36,37 € -0,25%  22.10.19
Frankfurt 36,26 € -0,63%  22.10.19
Stuttgart 36,11 € -0,69%  22.10.19
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