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Kolumnist: Geldanlage-Report

Gesunde Erträge mit Tabak-Aktien!




08.07.13 14:31
Geldanlage-Report

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Lieber Geldanleger,


hätten Sie es gewusst? Tabakfirmen haben Aktionären in den vergangenen zehn Jahren volatilitätsbereinigt die besten Erträge beschert. Die Branche steht offenbar "gesünder" da denn je.


Auch für 2013 gehe ich nicht davon aus, dass Aktien von Philip Morris & Co. Atemnot bekommen könnten.


Es ist noch nicht allzu lange her, da erklangen die Totenglocken. Die Branche schien am Ende, das Image war ganz unten. Tabak-Aktien wollte kaum ein Investor mit der Kneifzange anfassen. Auch ich nicht. Ein Fehler, wie ich nicht erst seit heute weiß...


Denn: Rauchen nützt vielleicht nicht der Gesundheit – zu einer solchen Aussage würde man wohl selbst dem ewig und überall qualmenden Altkanzler Helmut Schmidt nicht bewegen können – dem eigenen Depot aber sehr wohl.


Laut einer Bloomberg-Analyse des MSCI World Tobacco Index warfen die Aktien der Tabak-Industrie von allen 67 MSCI-Branchen in dem Jahrzehnt von 2001 bis 2011 die höchsten Renditen ab. Der globale Tabakwerteindex hat sich auf absoluter Basis mehr als verdreifacht. Ein überraschender Wert. Im Vergleich: Der MSCI World kam ohne die Berücksichtigung von Dividenden nur 18 Prozent voran.


Und die unvermutete Rallye hält an. Das können Sie mit einem Blick auf die führenden börsennotierten Unternehmen der Branche erkennen: Viele Tabak-Aktien hatten zuletzt neue Allzeithochs markiert, darunter die Branchenriesen British American Tobacco und Philip Morris. Wir sollten uns fragen: Was macht Tabak-Aktien für viele Kapitalanleger so begehrenswert? Und vor allem: Bleibt diese Attraktivität noch weiter erhalten?


Was auffällig ist: Tabakkonzerne zeichnen sich durch die schier unglaubliche Fähigkeit aus, Preiserhöhungen durchzusetzen. Das liegt auch an der Leidensfähigkeit der eingefleischten Raucher. Wenn Sie auch einer sind, werden Sie wissen, was ich meine.


Die Raucher unter uns werden zwar weniger (mit 82,4 Milliarden Zigaretten wurde im vorigen Jahr in Deutschland die niedrigste Menge an versteuerten Kippen seit 1990 verkauft), doch wer dabei bleibt, ist auch bereit mehr zu zahlen und nimmt staatliche Gängelungsversuche in Kauf.


Nur so ist es zu erklären, dass trotz der bei fast allen globalen Marken zu beobachtenden Volumenrückgängen die Umsätze und letztlich auch die Gewinne über die vergangenen Jahre konsequent gestiegen sind.


Schauen wir uns gemeinsam die interessantesten Vertreter – die gleichzeitig auch die größten der Branche sind – einmal etwas näher an:


Da ist zunächst Philip Morris (WKN A0NDBJ) zu nennen – mit einer Marktkapitalisierung von rund 105 Milliarden Euro der weltgrößte börsennotierte Tabakkonzern. Zwar bringt China National Tobacco noch ein paar Milliarden mehr auf die Waage, befindet sich aber in staatlicher Hand. Hauptumsatzbringer ist Asien, gefolgt von der EU und Osteuropa.


Die Dividendenrendite beträgt aktuell 3,71 Prozent. Anteilsinhaber des Konzerns erhalten die nächste Auszahlung am 12. Juli 2013. Ex-Dividenden Tag ist der 25. Juni 2013. Die letzte Anhebung der Dividende erfolgte im September 2012 um 10,4 Prozent. Binnen fünf Jahren betrug das Kursplus deutlich über 110 Prozent, erst im Mai markierte der Titel bei rund 76 Euro ein Allzeithoch.


Wie Sie vielleicht wissen, war Philip Morris 2008 aus dem US-Konzern Altria herausgelöst worden, zu dem aber nach wie vor das Tabakgeschäft in den USA gehört. Das Unternehmen sollte sich unabhängig von den Raucherklagen in den USA entwickeln können. Philip Morris International umfasst zu 100 Prozent die ausländischen Aktivitäten, hat seinen Sitz aber nach wie vor in New York.


Rund 80 Milliarden Euro schwer ist British American Tobacco (WKN 916018). Mit der im britischen Leitindex FTSE 100 notierten Aktie konnten Investoren in den vergangenen zehn Jahren einen durchschnittlichen jährlichen Kurszuwachs von sage und schreibe 21 Prozent bejubeln.


Ende Mai kletterte BAT sogar auf ein Allzeithoch. Zudem scheint der Tabakgigant von der Insel äußerst krisenresistent zu sein. Als der „Footsie“ im Zuge der Finanzkrise zwischen Oktober 2007 und März 2009 um fast 50 Prozent in die Tiefe krachte, ging es für BAT nur 4 Prozent in die Tiefe.


Aber: In Folge der jüngsten Währungsabwertungen, vor allem in Brasilien, Südafrika, Australien, Russland und Indien, wurden von Analysten die Gewinnschätzungen je Aktie für 2013 und 2014 um 3 respektive 5 Prozent reduziert.


Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 50 Milliarden Euro ist Altria (WKN 200417) der drittgrößte Tabakkonzern weltweit. Das Unternehmen dominiert mit einem Marktanteil von fast 50 Prozent den Tabak-Markt in den USA. Der Fokus auf die USA hat aber – wie bereits angedeutet – auch Nachteile: Altria sah sich in den vergangenen Jahren immer wieder teuren Sammelklagen gegenüber.


Darum schaut man sich auch nach Alternativ-Einnahmequellen um. So ist Altria u.a. zu 27,3 Prozent am Braukonzern SABMiller beteiligt und will jetzt auch kräftig bei E-Zigaretten mitmischen.


Bisher machen E-Zigaretten (batteriebetriebene Geräte, in denen eine Nikotinlösung zur Inhalation verdampft wird) nur etwa ein Prozent des Zigaretten-Umsatzes in den USA aus. Experten rechnen aber damit, dass sich der Umsatz der Sparte noch in diesem Jahr auf eine Milliarde Dollar verdoppeln lässt, bis 2015 sollen es schon drei Milliarden sein.


Allerdings hat die Food and Drugs Administration (FDA), die für die Verschärfung der Rauchwaren-Gesetze zuständig ist, längst auch E-Zigaretten ins Visier genommen. Erste Bundesstaaten haben den Verkauf an Jugendliche untersagt. In Kalifornien gelten für E-Zigaretten bereits dieselben rigiden Beschränkungen wie für richtige Glimmstängel.


Hinter Altria rangiert Japan Tobacco (WKN 893151). Das Tabak-Geschäft in Nippon macht nur 32 Prozent des Umsatzes aus, außerhalb Japans beträgt es immerhin 48 Prozent. Der Rest entfällt überwiegend auf Getränke und Lebensmittel (17 Prozent) und eine Pharmasparte.


Die Dividendenrendite fällt mit 2,7 Prozent für die Branche unterdurchschnittlich aus. Nachteilig ist auch, dass die Aktie hierzulande kaum gehandelt wird. Was immerhin für Japan Tobacco spricht ist aber die gegenüber Philip Morris, BAT und Altria günstigere Bewertung.


MEIN FAZIT:


- Weder Preisanstiege noch Konjunkturprobleme bewegen Raucher offenbar dazu, den Zigarettenkonsum merklich einzuschränken. Vor allem in Osteuropa und in Teilen Asiens nicht. Das lässt bei den führenden Tabakunternehmen auch weiterhin die Kassen klingeln.


- Tabak-Aktien werden darum auch 2013 nicht enttäuschen. Dafür sind sie einfach zu krisenfest und zu gut aufgestellt. Sie bieten einen starken, stabilen freien Cashflow und dazu hohe Dividendenrenditen. Das sollte sie vor starken Einbrüchen schützen.


- Doch bitte bedenken Sie auch die Gefahren: Weitere milliardenschwere Gerichtsprozesse insbesondere in den USA sind möglich. Dazu kommt, dass der Erfolg der „gehypten“ E-Zigaretten keineswegs sicher ist. Ein Verbot innerhalb der EU erscheint beispielsweise immer noch möglich. Auch Steuererhöhungen auf Zigaretten wie jüngst auf den Philippinen bereiten den Konzernen Sorgen, da sie nur teilweise durch Preisanhebungen aufgefangen werden können.


- Was ich Ihnen rate? Statt Einzelaktien greifen Sie lieber zu einem ETF (zu Deutsch: börsengehandelter Fonds) auf den Branchen-Index MSCI World Tobacco. So können Sie das Risiko optimal streuen.



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